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Studieren in der Großstadt – Erfahrungsbericht: Die Vielfalt der Großstadt auskosten

Ursprünglich kommt Steffen Schütt (28) aus einem Dorf in Mittelfranken. Heute genießt der BWL-Student das Leben im Berliner Großstadtdschungel.

Student*innen steigen die Treppe der Universität Berlin runter. (Foto: Sonja Trabandt)

„In der Hauptstadt steckt jedes Viertel voller neuer Überraschungen“, schwärmt Steffen Schütt, der seinen Master in BWL an der Humboldt-Universität zu Berlin absolviert. Aufgewachsen ist der gebürtige Franke in einem Dorf bei Nürnberg. Nach der Realschule entschied er sich für eine Ausbildung zum Friseur. Dass er später einmal Großstädte erobert und einen englischsprachigen Master of Science absolviert, hätte er damals nicht erwartet. „Den Drang, alles auszuprobieren und viel zu erleben, hatte ich schon immer. Die Möglichkeiten dafür waren aber auf dem Land limitiert.“

Als Quereinsteiger an die Uni

Ein Porträt-Foto von Steffen Schütt (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Steffen Schütt (Foto: privat)

Steffen Schütt

Ehrgeizig war Steffen Schütt schon damals. Nach der Ausbildung stieg er schnell zum Friseurmeister auf und arbeitete zunächst in München für den weltweit größten Kosmetikhersteller L’Oréal. Mit seinem Meistertitel und der Berufserfahrung konnte er sich als Quereinsteiger für ein Studium bewerben, wovon er sich bessere Berufsperspektiven versprach. Bei der Wahl der Hochschule achtete er nicht nur auf die Studieninhalte, sondern auch auf die Qualität der Lehre. Seinen Bachelor absolvierte er deswegen an der Uni Köln, die laut diversen Rankings deutschlandweit zu den Top-Universitäten im Fachbereich BWL zählt. Sein Auslandssemester verbrachte er in Südkoreas Hauptstadt Seoul.

Lebenshunger und Wissensdurst stillen

Für seinen Master hatte der zielstrebige Student die Auswahl zwischen mehreren Hochschulen und Städten. An Berlin reizten ihn sowohl die aufstrebende Start-up-Szene und die damit verbundenen Jobchancen als auch das Freizeitangebot und die internationale Küche. „Du kannst hier schnell zum Israeli, zum Südkoreaner, zum Thai – alles ist da“, erzählt er begeistert. Da Steffen Schütt in seinem Masterstudium noch ein Auslandssemester machen wollte, berücksichtigte er bei der Auswahl der Hochschule auch das Angebot an renommierten Partneruniversitäten. Die Humboldt Universität gefiel ihm überdies wegen des Studienangebots und der zentralen Lage.

Smart kalkulieren statt verzichten

Dass beliebte Großstädte kein günstiges Pflaster sind, war dem 28-Jährigen bewusst. Probleme mit den Lebenshaltungskosten hatte er jedoch nicht. Das liege seiner Meinung nach weder an einem dicken Konto noch an radikalen Sparmaßnahmen. „Ich genieße das Leben zwar, schmeiße das Geld aber auch nicht zum Fenster raus. Ein kluger Umgang damit ist bei den hohen Kosten in der Stadt sehr wichtig.“ Um bei der Miete zu sparen, wohnt Steffen Schütt in einer WG. Die ersten Monate im Studium hat der ausgebildete Friseurmeister noch freiberuflich gearbeitet, bis er merkte, dass das Studium seine volle Aufmerksamkeit erfordert. Den Lebensunterhalt konnte er sich durch BAföG und Rücklagen aus dem Vollzeitjob finanzieren.

Selbstdisziplin und Motivation wichtig

In seiner Studienzeit möchte Steffen Schütt „möglichst viele Erfahrungen sammeln.“ Die Freiheit, die Selbstbestimmung an der Universität und das Großstadtleben bieten ihm den gewünschten Spielraum dafür. In Berlin genießt er die große Vielfalt, kennt aber auch die Gefahren: „In diesem Überangebot an allem kann man sich und seinen Fokus leicht verlieren.“

Das ist dem zielstrebigen Studenten aber selbst nicht passiert. Im Studium wurden seine Selbstorganisation, Disziplin und Motivation sogar noch mehr geschärft, „weil es an der Uni nur eine einzige Person gibt, die dich zu etwas antreibt, und das bist nur du selbst.“ Ihm liegt hingegen das theoretische und konzeptionelle Arbeiten ander Uni. „Leute, die wiederum mehr Struktur brauchen und sich bei einem verschulten Konzept leichter tun, sind an einer FH vielleicht besser aufgehoben.“