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Gesundheitswirtschaft: Gesund werden und bleiben

Die Gesundheit von Menschen ist nicht nur ein hohes Gut, sondern auch ein interessantes Arbeitsfeld. So erstreckt sich die Gesundheitswirtschaft von stationärer und ambulanter Versorgung und Pflege über Krankenversicherungen und andere Behörden bis zu Medizintechnikprodukten und Pharmazie. 2018 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 370 Milliarden Euro.

Frau begutachtet die Aufnahmen einer Computertomografie. Foto: Hans-Martin Issler

Kranken und Verletzten in schweren Zeiten beistehen und ihnen durch passende Behandlungen, Medizinprodukte und Dienstleistungen helfen – das ist die Motivation, die viele Mitarbeitende in der Gesundheitswirtschaft antreibt. Zu ihnen zählt Manuel Köln, der bei einer Krankenversicherung die Versicherten mit Rat und Tat unterstützt. „Ich bin eine Art Seelsorger und stehe den Betroffenen zur Seite. Dadurch entwickeln sich nicht selten enge Beziehungen über die Zeit“, sagt der 27-Jährige (siehe Berufsreportage „Begleitung in schweren Zeiten“).

Porträt von Dr. Bernd Metzinger (Foto: DKG) Porträt von Dr. Bernd Metzinger (Foto: DKG)

Dr. Bernd Metzinger

Insgesamt 7,6 Millionen Menschen beschäftigt die Gesundheitswirtschaft. Das ist laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie etwa jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland. Die meisten von ihnen finden sich in ambulanten und stationären Einrichtungen. „Krankenhäuser sind wie kleine Städte“, sagt Dr. Bernd Metzinger, Geschäftsführer des Dezernats für Personal und Krankenhausorganisation der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Neben Ärzten, Pflegerinnen und Therapeuten gibt es unter anderem Arbeit für Ökonomen, IT-Fachleute, Juristinnen, Umweltexperten und Handwerkerinnen.“

Die Zahl der Krankenhäuser ist laut DKG in den vergangenen 30 Jahren von 2.500 auf unter 2.000 gesunken. „Gleichzeitig werden die Patienten und Pflegebedürftigen mehr“, sagt Bernd Metzinger. Um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden, wurde die Pflegeausbildung reformiert: Statt Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger getrennt auszubilden, gibt es seit dem 1. Januar 2020 den neuen generalistischen Ausbildungsberuf Pflegefachmann/-frau.

Grundsätzlich müssten sich die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte verbessern, merkt er an. Auch die Corona-Krise habe deutlich gezeigt, wie wichtig ihre Arbeit ist. „Wir bräuchten mehr Personal, aber die Einrichtungen finden nicht genügend Ärztinnen, Pfleger und Therapeutinnen.“ Dabei gebe es keinen schöneren Arbeitsplatz als das Krankenhaus, ist Bernd Metzinger überzeugt: „Man kann etwas Sinnvolles tun und bekommt immer eine direkte Rückmeldung der Patienten.“

Bedarf an Arzneimitteln steigt

Ein Porträt von Dr. Matthias Wilken (Foto: Peter Steinheisser) Ein Porträt von Dr. Matthias Wilken (Foto: Peter Steinheisser)

Dr. Matthias Wilken

Krankenhäuser und Pflegeheime sind nur eine Facette der Gesundheitsbranche. Darüber hinaus sind viele weitere Akteure wichtig, um das körperliche und psychische Wohlergehen der Menschen zu gewährleisten oder wiederherzustellen. Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel die pharmazeutische Industrie. „Die Pharmabranche ist relativ krisensicher: Arzneimittel werden immer gebraucht“, sagt Dr. Matthias Wilken, Geschäftsführer Market Access, Märkte und Versorgung beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. Dass der Bedarf an immer neuen Arzneimitteln steigt, hat nicht zuletzt die aktuelle Covid-19-Pandemie gezeigt. Weltweit wird an Impfstoffen und wirksamen Medikamenten geforscht.

„Unsere Branche braucht gut ausgebildete Menschen, die sich mit den strengen Regulierungen und Zulassungen von Medikamenten auskennen. Diese Regularien werden in Zukunft noch weiter ins Detail gehen“, erwartet der Verbandssprecher. Die Aufgaben in der pharmazeutischen Industrie sind vielfältig: Ärzte, Biologinnen, Chemiker und Ernährungswissenschaftlerinnen werden genauso beschäftigt wie Laborantinnen, Chemikanten, Pharmareferentinnen und Wirtschaftswissenschaftler. Je nach Qualifikation finden sie Aufgaben in der Forschung und Entwicklung, in der Herstellung und Produktion, in der Zulassung und der Preiskalkulation oder im Vertrieb.

Gesundheitswirtschaft wächst

Auch Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit, erkennt positive Aussichten für Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaft: „Aufgrund des demografischen Wandels – Menschen werden immer älter –, aber auch des medizinischen Fortschritts sowie eines wachsenden Gesundheitsbewusstseins ist die Gesundheitswirtschaft grundsätzlich eine Wachstumsbranche“, stellt sie fest.

Es gebe allerdings Unterschiede bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Verkäufern von Apotheken- und Medizinprodukten, Sozialarbeiterinnen sowie Berufsangehörigen der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik hat im Jahr 2019 unterdurchschnittlich zugenommen. Die Beschäftigung in der Sozialverwaltung und -versicherung ging leicht zurück. „In allen anderen Berufen waren hingegen überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen, allen voran in der Haus- und Familienpflege, in der Psychologie, in der Ernährungs- und Gesundheitsberatung sowie im Wellness-Bereich“, erklärt Claudia Suttner.

Entsprechend der guten Beschäftigungsentwicklung ging in den meisten Berufen der Branche die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren zurück, die Nachfrage hingegen stieg. „In einer Reihe von Gesundheitsberufen gab es bereits Fachkräfteengpässe“, ergänzt die Arbeitsmarktexpertin. Gefragt sind vor allem examinierte Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege, der Geburtshilfe sowie der operations-/medizinisch-technischen Assistenz. Des Weiteren werden Fachkräfte im Rettungsdienst, Humanmedizinerinnen, Physiotherapeuten, Apothekerinnen sowie Fachkräfte und Meister der Orthopädie-, Rehatechnik und Hörgeräteakustik verstärkt gebraucht.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier findest du Informationen zu den Studienmöglichkeiten in Deutschland und alle Infos rund ums Studieren:
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchwort: Gesundheit)
berufenet.arbeitsagentur.de

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit unterstützt dich bei der optimalen Auswahl von Studienfach und Studienort.
arbeitsagentur.de/studiensuche

Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – DbfK

www.dbfk.de

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

www.vmf-online.de

Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.

www.dkgev.de

Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V.

www.bdpk.de

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.

www.bpi.de

ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.

www.abda.de

Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.

www.vfa.de

Video: Gesundheit

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.