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Sportwirtschaft - Hintergrund: Immer in Bewegung

Sport ist für viele ein großes Hobby. Aber er ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Wer „etwas mit Sport“ machen möchte, hat vielfältige berufliche Möglichkeiten – aktuell wegen der Corona-Pandemie allerdings Schwierigkeiten, eine Festanstellung zu finden.

Detail: Tennisball auf Ascheplatz (Foto: Axel Jusseit)

Bereits als Fünfjähriger spielte Roman Fleisch Handball – Sport gehört also bereits seit frühester Kindheit zu seinem Leben. Nach dem Bundesfreiwilligendienst bei einem Behinderten- und Rehasportverband stand für ihn fest: Er möchte sich beruflich mit Sport beschäftigen. Beim Landessportverband Baden-Württemberg e. V. (LSV) bewarb er sich für ein duales Studium in Betriebswirtschaft und Sportmanagement. Seit seinem Bachelorabschluss an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart ist er in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des LSV tätig.

„Ich betreue die Social-Media-Kanäle unseres Verbands und produziere Podcasts“, erzählt der 22-Jährige. Dazu spricht er mit Spitzensportler*innen und Politiker*innen über Sportthemen. Der LSV ist zudem Träger des Olympiastützpunkts, der Kaderathlet*innen in Sportmedizin, Leistungsdiagnostik, Sportphysiotherapie und -psychologie, Ernährungswissenschaften und Laufbahnberatung betreut. Darüber schreibt Roman Fleisch Texte für die Website des Verbands und verfasst Glückwunschschreiben für die Spitzensportler des Landes.

Vom Sportverein bis zum Sportartikelhersteller

Portrait von Roman Fleisch (Foto: privat) Portrait von Roman Fleisch (Foto: privat)

Roman Fleisch

„Wie in einer Sportmannschaft braucht man für die Öffentlichkeitsarbeit gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten“, ist Roman Fleisch überzeugt. Außerdem muss er sich für seine Postings und Podcasts mit Programmen wie Indesign und Photoshop sowie Audio-Schnittprogrammen auskennen. In Kürze beginnt der Bachelorabsolvent außerdem ein Fernstudium an der IST-Hochschule für Management mit dem Ziel „Master in Sportbusiness Management“. „Ich will auf jeden Fall im Sportumfeld bleiben“, blickt er nach vorne.

Die Bandbreite an Tätigkeitsfeldern in der Sportwirtschaft ist groß. Schließlich trägt der Sport mit gut 70 Milliarden Euro zum gesamtwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukt bei, ist in den aktuellsten Auswertungen des Sportsatellitenkontos 2016 zu lesen. Insgesamt wurden 2016 sportbezogene Güter und Dienstleitungen im Wert von knapp 120 Milliarden Euro produziert. Allein bei Unternehmen, die Sportgeräte herstellen, arbeiten 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In Sportvereinen, Fitnesszentren, im Betrieb von Sportanlagen und in weiteren sportlichen Dienstleistungen sind laut Statistischem Bundesamt 106.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig.

Zahl der Arbeitslosen 2020 stark gestiegen

„Konkrete Sportberufe übten im Jahr 2020 rund 61.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus“, weiß Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). Im Detail waren dies 42.000 Sportlehrer*innen (ohne Lehramt) und Trainer*innen, 13.000 Sport- und Fitnesskaufleute und Sportmanager*innen sowie 6.000 Berufssportler*innen. „Gegenüber dem Vorjahr gab es einen leichten Beschäftigungszuwachs von einem Prozent“, ergänzt die BA-Sprecherin. „Gleichzeitig ist 2020 die Zahl der Arbeitslosen, die einen Sportberuf suchten, stark um ein Drittel auf rund 6.100 gestiegen.“ Unter anderem durch die coronabedingten Einschränkungen sei es für Bewerber*innen nicht leicht, eine sozialversicherungspflichtige Anstellung zu erhalten, erklärt die Arbeitsmarktexpertin.

Auf wenige offene Stellen kommen recht viele Bewerber*innen: „Mit 600 Vakanzen war die Zahl der im Jahresdurchschnitt 2020 gemeldeten Stellen relativ klein im Vergleich zur Zahl der Arbeitslosen. Neben der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung spielt aber auch die Selbständigkeit eine wichtige Rolle“, sagt Claudia Suttner. Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamts waren 2020 rund 40.000 Sportlehrer*innen und Trainer*innen selbständig tätig. Auch Sportlehrer*innen im Lehramt, Sportpädagog*innen, Sporttherapeut*innen oder Sportjournalist*innen zählen zu den Menschen, die mit Sport ihr Geld verdienen. Zieht man den Kreis größer, arbeiten auch Marketingexpert*innen, Jurist*innen, Fachkräfte im Einzelhandel oder Bauunternehmer*innen in der Sportwirtschaft – beispielsweise wurden für den Bau und Betrieb von Sportstätten 2016 etwa 24,5 Milliarden Euro ausgegeben. Insgesamt waren 2016 laut Angaben des Sportsatellitenkontos etwa 1,3 Millionen Beschäftigte im Sport tätig. Hinzu kommen zahlreiche Ehrenamtliche.

Weitere Informationen

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit unterstützt dich bei der optimalen Auswahl von Studienfach und Studienort.
arbeitsagentur.de/studiensuche

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier findest du Informationen zu den Studienmöglichkeiten in Deutschland und alle Infos rund ums Studieren.
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchworte: Sport, Fitness)

berufenet.arbeitsagentur.de

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/news/entgeltatlas-2020

VSD e. V. - Verband für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland

vsd-online.de

Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS)

dvgs.de

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e.V. (dvs)

dvs-sportwissenschaft.de