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Kein Studium auf Sparflamme

Verchromte Wasserhähne in einer Sanitär-Ausstellungshalle.
Als Auszubildende wechselt Julia Klose die Abteilungen. Ihre Ausbildung startete sie im Sanitärbereich.
Foto: Winfried Rothermel

Energie- und Gebäudetechnik + Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Kein Studium auf Sparflamme

Gleich nach dem Abi finanziell unabhängig von den Eltern sein – dieser Gedanke gefiel Julia Klose (21). Deshalb entschied sie sich für eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und kombiniert sie mit einem Studium der Energie- und Gebäudetechnik.

Ich wollte aber auch studieren. So passte ein duales Studium perfekt“, sagt Julia Klose, „denn dabei kann man durch die integrierte Berufsausbildung von Anfang an Geld verdienen. Als ich im Internet nach Möglichkeiten recherchiert habe, fand ich vor allem die Angebote im technischen Bereich spannend.“ Ein Inserat sprang ihr besonders ins Auge: Bei der Holthausen GmbH in Köln bot man eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an. Das Unternehmen kooperiert mit der TH Köln, an der parallel der Bachelorstudiengang Energie- und Gebäudetechnik (EGT) absolviert werden kann.

Mit dabei auf Montage vor Ort

Ein Porträtfoto von Julia Klose.

Julia Klose

Foto: privat

In dem auf Gebäudetechnik spezialisierten Betrieb werden Julia Klose die Praxisanteile der Ausbildung vermittelt. Dabei begleitet sie einen Monteur bei Kundenbesuchen. „Wir Azubis wechseln dabei durch verschiedene Abteilungen“, erklärt sie. „Los ging es bei mir mit dem Sanitärbereich. Dort habe ich zum Beispiel gelernt, wie man Rohrbrüche repariert.“

Nach einem Wechsel in den Kundendienst ging es unter anderem um Fertigmontagen in Badezimmern. Im Anschluss folgte die Ausbildung in der Abteilung Heizung. „Hier haben wir komplette Heizungsanlagen saniert oder erneuert, da musste schon mal die komplette Leitungsführung geändert werden“, berichtet Julia Klose. Inzwischen ist sie in der Wartungsabteilung eingesetzt. „Das macht mir gerade am meisten Spaß, die Wartungen, Instandhaltungen und Störungsbeseitigung durchzuführen.“

Gesellenbrief und Bachelor

Mittlerweile steht sie im letzten Jahr der insgesamt dreijährigen praktischen Ausbildung. Weil diese an ein Studium gekoppelt ist, entfällt der Besuch der Berufsschule, wie er bei dualen Ausbildungen sonst üblich ist. Das parallel laufende Bachelorstudium dauert regulär neun Semester – insgesamt sind es also viereinhalb Jahre Ausbildungszeit. Dabei nimmt der zeitliche Anteil des Studiums zu, wie Julia Klose erläutert. „In den ersten beiden Jahren war ich zwei Tage pro Woche an der Uni und drei Tage im Betrieb. Ab dem dritten Jahr war es andersrum, und nun im vierten bin ich jeweils an vier Wochentagen an der Hochschule und an einem Tag im Betrieb. Derzeit haben wir im Studium fachspezifische Module wie Heiz- und Kühlsysteme oder Lüftungstechnik.“

Während der vorlesungsfreien Zeit führen sie nur Klausuren an die Hochschule. Ansonsten verbringt die Auszubildende die komplette Zeit von Montag bis Freitag im Betrieb. „Mein Chef möchte, dass ich bleibe, und wir haben schon besprochen, dass ich bis zum Bachelorabschluss in der Abteilung Wartung arbeite und nach dem Abschluss hier weitermache. Anschließend kann ich dort weiter praktische Erfahrungen sammeln und alleine zu den Baustellen fahren.“

Ihr langfristiges Ziel ist eine Stelle im Büro des Betriebs. „Dort werden mir die praktischen Erfahrungen zugutekommen, denn bei den Planungen muss man berücksichtigen, wie es auf den Baustellen aussieht und welche Kollegen man dorthin auf Montage schickt.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi>> 09.12.2019