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Zwei Abschlüsse, zahlreiche Möglichkeiten

Logo von einer Dualen Hochschule.
Tina Wagner studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften.
Foto: Winfried Rothermel

Studium oder Ausbildung – Duales Studium

Zwei Abschlüsse, zahlreiche Möglichkeiten

Tina W. (26) hat sich für ein duales Studium entschieden. Nun arbeitet sie als ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer Palliativstation – und studiert gleichzeitig Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften.

Tina W. wollte immer etwas Soziales studieren. „Das war mein Traum, ich wollte das unbedingt.“ Sie informierte sich, zuerst im Internet und im Handbuch „Studienwahl“ der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Dann besuchte sie verschiedene Hochschulen und machte mit der Fachstudienberatung der Studiengänge, die sie interessant fand, Termine aus. „Das kann ich nur empfehlen, die waren immer sehr nett und haben alle meine Fragen beantwortet.“ Danach schlenderte sie noch durch die Städte. „Das ist genauso wichtig. Man soll sich am Hochschulstandort ja auch wohlfühlen.“

Nach Abitur und Freiwilligem Sozialen Jahr in Russland studierte sie Sozial- und Organisationspädagogik in Hildesheim. Inhaltlich machte ihr das Studium Spaß, doch sie merkte auch, dass ihr der Praxisbezug fehlte. Die Idee: ein duales Studium.

In vier Jahren zwei Abschlüsse

Ein Porträt-Foto von Tina Wagner.

Tina W.

Foto: Picture People Fotoshop

Tina W. bewarb sich am Universitätsklinikum in Mannheim für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie wusste, dass die Uniklinik mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) kooperiert und ein Ausbildungsvertrag Voraussetzung für ein duales Studium der Angewandten Gesundheits- und Pflegewissenschaften ist. „Ich fand es ideal, dass ich in vier Jahren gleich zwei Abschlüsse bekomme: die Berufsausbildung und den Bachelor.“ Denn für sie stand auch fest, dass sie zwar praktische Erfahrung sammeln, aber nicht auf Dauer in der Pflege arbeiten will. „Mit dem Bachelor habe ich die Möglichkeit, später auch in anderen Positionen in der Gesundheitsbranche oder in der Wirtschaft zu arbeiten.“ Vor Beginn der Ausbildung machte sie ein Praktikum in einem Krankenhaus – um sicher zu gehen, dass ihre Entscheidung richtig war.

Das erste Jahr des Studiums startete im zweiten Jahr der Berufsausbildung. „Das ist auch gut so! So weiß man später genau, wovon in den Vorlesungen die Rede ist und kann die Theorie viel besser einordnen“, erklärt die 26-Jährige. Und obwohl für sie nach dem Abitur nur ein Studium zählte, sagt sie heute: „Ich kann eine Ausbildung nur empfehlen. Was ich in den drei Jahren gelernt habe, kann kein Studium vermitteln.“

Im zweiten Jahr fing parallel zur Ausbildung das Studium an, mit Veranstaltungen in BWL, Sozial- und Versicherungsrecht, Gesundheitsmarketing oder Fachenglisch. Nun, im dritten Ausbildungsjahr, hat Tina W. ihr Staatsexamen als Gesundheits- und Krankenpflegerin abgelegt. Im letzten Studienjahr, in dem sie auch ihre Bachelorarbeit schreibt, erfolgt ein dreimonatiger Wechsel zwischen Theorie und Praxis. In den Praxisphasen arbeitet sie als examinierte Pflegekraft auf der Palliativstation.

Erstmal arbeiten, dann weiter studieren

Die junge Frau arbeitet gerne dort. „Das klingt vielleicht erst mal komisch. Aber hier habe ich das Gefühl, dass ich den Patienten wirklich helfen kann – auch wenn sie unheilbar krank sind.“ Sie hat während der Ausbildung auch andere Stationen kennengelernt: Chirurgie, Innere Medizin und Kinderzentrum.

Weil ihr die Arbeit viel Freude macht, kann sie sich vorstellen, dort ein Jahr zu arbeiten. Danach würde sie gerne weiter studieren und ihren Master machen: in Pflegepädagogik oder Gesundheits- und Sozialmanagement.

abi>> 23.03.2020