zum Inhalt

Kopfbereich

studium

Hauptbereich

Science-Fiction studieren

Science-Fiction Wirklichkeit werden lassen

Robotik, Photonik, Künstliche Intelligenz: Zahlreiche Zukunftstechnologien machen aus Erfindungen von Science-Fiction-Autoren Realität – und verändern unsere Arbeit und unseren Alltag. Wer sich für Naturwissenschaften begeistert und die Technik der Zukunft mitgestalten will, dem bieten sich nach dem Abitur zahlreiche Möglichkeiten.

Detailaufnahme von Kunststoffbauteilen auf einem Fließband

Science-Fiction oder Realität? Zahlreiche Zukunftstechnologien verändern die Wirklichkeit.

Die Entscheidung, nach seiner Ausbildung zum Fluggerätmechaniker 2017 ein Studium in Luft- und Raumfahrttechnik anzuschließen, war für Marius Ronshausen naheliegend. „Fliegen ist einfach unfassbar faszinierend. Und je höher und weiter, desto beeindruckender“, sagt der 26-Jährige, der sich im fünften von insgesamt sieben Semestern befindet. „Mein Faible für die Raumfahrt kommt bestimmt daher, dass ich ein ziemlicher Nerd bin, was die aktuelle Sci-Fi-Popkultur betrifft“, erzählt der Student. „Vor allem erinnere ich mich an ein Kinderbuch über das Weltall, das ich unzählige Male gelesen habe. Als Kind habe ich außerdem mit Bauklötzen am liebsten etwas gebaut, das fliegen konnte. Also eigentlich möchte ich einfach weiterspielen. Nur halt in Groß.“

Marius Ronshausen

In seinem Studiengang an der Fachhochschule Aachen beschäftigt er sich mit der Konstruktion, dem Bau und der Technik von Flugzeugen, Triebwerken und Raumfahrzeugen. Dabei geht es nicht nur um reine Theorie, wenngleich es sich laut Marius Ronshausen um ein sehr anspruchsvolles und lernintensives Studienfach handelt. Zu den meisten Lehrveranstaltungen, die er besucht, werden begleitende (Labor-)Praktika angeboten. „Dort befassen wir uns praktisch mit der Entwicklung und Konstruktion von technischen Geräten, mit CAD-Programmen, Simulationen, Elektronik und Strömungslehre. Wir haben an der Uni sogar einen eigenen Windkanal.“ Nebenbei arbeitet er in einem Studierendenprojekt mit, bei dem er und seine Kommilitonen ein Experimentmodul für eine Höhenforschungsrakete konstruieren, das 2021 mit ins All fliegen soll. Nach dem Bachelor will er einen Master anschließen. „Am allerliebsten möchte ich später in die Konstruktion von Raumfahrzeugen.“

Von kluger Kleidung und Roboter-Ärzten

Jules Verne träumte bereits 1865 davon, Menschen auf dem Mond zu schicken, in den 1960ern führte die beliebte Fernsehsereie „Star Trek“ erstmals Videotelefonie und Handys vor und Stanley Kubricks Weltraumepos „2001-Odysee im Weltraum“ zeigte sprechende Bordcomputer: Vieles, was früher Fiktion war, ist heute längst Realität oder wird es in naher Zukunft sein. Fortschritte auf Gebieten wie Robotik, Photonik oder Künstliche Intelligenz verändern, wie wir leben und arbeiten und führen zu ganz neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Das gilt für die unterschiedlichsten Branchen: „Fertigteile für die Baukonstruktion und Industrieprodukte aller Art kommen heute aus dem 3-D-Drucker, ‚smarte Textilien‘ messen mittels Sensoren die Herzfrequenz oder Körpertemperatur ihres Trägers, mit heizenden Fasern durchwirkte Tapeten werden zur Schimmelvermeidung eingesetzt und im Operationssaal muss der Telechirurg künftig nicht mehr anwesend sein, sondern operiert den Patienten aus der Ferne“, erläutert Petra Gögelein, Beraterin der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt. Keine dieser Erfindungen wäre denkbar ohne die Forscher, die sich ihrer angenommen haben.

Petra Gögelein

Ob Ingenieure, Data Scientists, Mathematiker oder Mikrobiologen – die Bandbreite der Disziplinen, in denen sich Wissenschaftler der Erforschung von Zukunftstechnologien widmen, ist groß. „Der Weg dorthin führt klassischerweise über ein Studium in Elektrotechnik, Maschinenbau, Naturwissenschaften, Luft- und Raumfahrttechnik, Fahrzeugtechnik oder Informatik“, erläutert Petra Gögelein. „Oder man spezialisiert sich von vornherein schon im Bachelor. Spannende Studiengänge an Hochschulen und Universitäten gibt es zuhauf: Von Regenerative Energietechnik über Ingenieurpsychologie bis hin zu Bioanalytik oder Informationslogistik.“ Doch wie findet man den passenden Studiengang? „Vorab sollte ich mich fragen: Was macht mir Spaß? Was sind Lieblingsthemen, die mich inspirieren und beschäftigen? Bei einem Science Slam, einer Nacht der Wissenschaft oder Schnuppervorlesungen kann man begeisterte Forscher in Aktion erleben und sich von ihnen inspirieren lassen.“

Der Bedarf an Experten ist groß

Künstliche Intelligenz (KI) findet sich bereits heute in unterschiedlichen Branchen. „Der Einzelhandel beispielsweise setzt KI für dynamische Preisoptimierung – also das schnelle Verändern von Preisen –, für die Sortimentsgestaltung und personalisiertes Marketing ein“, sagt Niels Will vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen. Hierbei geht es häufig um die Vorhersage von Trends und Preisentwicklungen. Im Bereich Social Media werden Methoden der KI verwendet, um beispielsweise Inhalte zu individualisieren oder automatisch Personen auf Fotos zu erkennen. Und in der Medizin wird sie in zukünftigen Diagnoseverfahren genutzt, um bestimmte Erkrankungen früher erkennen zu können. „Die Liste könnte man noch deutlich weiterführen: von der Landwirtschaft über Finanzdienstleistungen bis hin zu Produktion und Industrie, Transport und Mobilität“, weiß der Experte. „Zentrale Anwendungen sind hierbei meist Sprachverarbeitung, Muster- und Objekterkennung, Planung, Gruppieren, Extrahieren und Bilderkennung.“

Niels Will

Der Bedarf an Experten ist entsprechend groß. „Künftige Wissenschaftler auf dem Gebiet brauchen vor allem eins: Forschergeist. Einen Schritt weiter gehen, den Willen haben, Grenzen zu verschieben und auch mal über den Tellerrand schauen“, betont Niels Will. „Ganz wichtig dabei ist allerdings, nicht den Menschen aus den Augen zu verlieren. KI soll dem Menschen Nutzen bringen, die Arbeit erleichtern oder den Alltag bequemer und sicherer machen. Hierbei ist Fingerspitzengefühl für soziale und ethische Aspekte gefragt, die in diesem Zusammenhang auch eine große Rolle spielen.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick.
berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen
studienwahl.de

Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth e. V. (DGLR)

Mitglieder in der DGLR sind sowohl Wissenschaftler, Ingenieure, Politiker und Industrielle als auch Studierenden und an der Luft- und Raumfahrt interessierte Bürger.
dglr.de

Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI)

Der BDLI ist ein Interessenverband von Unternehmen und Institutionen der Luft- und Raumfahrttechnik.
bdli.de

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

Der VDMA ist die größte Netzwerkorganisation von Maschinenbauunternehmen in Europa.
vdma.org

Spectaris – Verband der Hightech-Industrie

Spectaris ist der deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik.
spectaris.de

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Das DFKI ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung, die sich mit innovativen Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz befasst.
dfki.de

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt.
dlr.de

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 02.03.2020

Diesen Artikel teilen