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Soziale Arbeit – Schwerpunkt Migration

Menschen eine Perspektive geben

Anna Schorr (28) studiert Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Migration in Darmstadt. Sie ergatterte einen von 17 Studienplätzen, auf die sich knapp 1000 andere Interessenten bewarben.

Foto von einer Weltkarte

Wer Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Migration studiert, bereitet sich auf eine Tätigkeit mit Menschen aus aller Welt vor.

Anna Schorrs Entschluss, Soziale Arbeit zu studieren, reifte nach und nach. Einerseits lag es an ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Jugendarbeit. Andererseits daran, dass sie sich sehr für die Schicksale von Tierbesitzern interessierte – während ihrer Arbeit als Tiermedizinische Fachangestellte.

Foto: Anna Schorr

Anna Schorr

Als sie die Fachhochschulreife nachgeholt hatte und sich für einen Studiengang entscheiden musste, war ihr eine internationale Ausrichtung ihres Fachs wichtig. Bewerbungen verschickte sie schließlich an die Hochschulen in Frankfurt und Darmstadt, außerdem für einen einjährigen Auslandsfreiwilligendienst in Südafrika – das war im Jahr 2015.

Geringe Chancen auf Studienplatz

Damals, so berichtet Studiengangsleiterin und Professorin Katrin Luise Läzer, kamen an der Hochschule Darmstadt circa 1.000 Studienbewerber auf 17 Studienplätze. Anna Schorr hatte vom dem enormen Interesse am Studiengang gehört und sich entsprechend geringe Chancen ausgerechnet. Aus Frankfurt bekam sie eine Absage, Zusagen indes für den Freiwilligendienst und aus Darmstadt für den Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit Plus – Migration und Globalisierung“. Das Vergabeverfahren sieht vor, dass der Studienplatz erhalten bleibt, auch wenn man diesen aufgrund eines dringenden Grundes nicht sofort antritt. Also reiste Anna Schorr zunächst nach Südafrika, um dort in einem Kindergarten zu arbeiten. Dieser Einsatz, so sagt die heute 28-Jährige, habe ihr die letzte Bestätigung gegeben, dass sie im sozialen Bereich tätig sein möchte.

Neben den Methoden der Sozialen Arbeit gehören die Bezugswissenschaften wie Psychologie und Soziologie, Sozialpolitik und die rechtlichen Grundlagen zum Studiengang. Ein wichtiger Bestandteil ist das Modul „Theories, Concepts and Methods of International Social Work”: Es befasst sich mit Theorien, Konzepten und Handlungsmethoden der internationalen Sozialen Arbeit. Dabei erfolgt eine Bezugnahme auf aktuelle praxisrelevante Themen und Problemstellungen sowie wichtige Handlungsfelder, die sich im Zuge von Migration und Globalisierung herausgebildet haben. Im Rahmen dieses Moduls lernen die Studierenden internationale Organisationen kennen, besuchen diese oder empfangen Gastredner in den Seminaren.

Komfortzone Europa verlassen

Integraler Teil des Studiengangs ist ein Auslandsjahr. Katrin Luise Läzer betont, dass dies im außereuropäischen Ausland stattfinden soll, damit die Studierenden die „Komfortzone Europa“ verlassen und Länder kennenlernen, aus denen Menschen migrieren. Die Hochschule Darmstadt unterhält Partnerschaften in Ländern wie Ghana, Singapur und Brasilien. Dort, in Rio de Janeiro, hat Anna Schorr ihr Auslandsjahr verbracht. Zunächst hat sie ein Semester an der Universität studiert und danach als Praktikantin in einer kleineren Nichtregierungsorganisation mit Kindern benachteiligter Familien gearbeitet.

Mittlerweile studiert Anna Schorr im achten Semester und bereitet sich auf ihre Bachelorarbeit vor. Sie ist noch offen, was die Wahl ihres späteren Arbeitsfeldes betrifft. Aber sie interessiert sich zum Beispiel für die Traumaverarbeitung und die psychologischen Aspekte bei der Arbeit mit Migranten.

Video

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abi» 30.07.2020

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