studium

Recycling und Entsorgungsmanagement

Technik für die Umwelt

Ein Studiengang, der gute Zukunftsperspektiven bietet – für sich selbst und für die Umwelt. Deshalb studiert Nadja Kluge (21) Recycling und Entsorgungsmanagement an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Ein Porträt-Foto von Nadja Kluge.

Technik war nie Nadja Kluges Leidenschaft. Doch da im Studium die praktische Anwendung im Vordergrund steht, fallen ihr die technischen Fächer nicht schwer.

Lieber Glas- statt Plastikflasche, lieber Unverpacktes einkaufen, als einen Müllberg zu produzieren – für Nadja Kluge ist das eine Selbstverständlichkeit. „Meine Eltern haben schon immer darauf geachtet und mich dafür sensibilisiert“, erzählt die 21-Jährige. Auch für den Klimawandel, dessen Auswirkungen sie in ihrer Heimat, in Goslar am Harz, direkt beobachten kann. „Der Borkenkäfer frisst hier ganze Waldgebiete kahl und im Winter liegt viel weniger Schnee als früher.“ Nadja Kluge wollte einen Beitrag zum Umweltschutz leisten – auch wenn sie nach dem Abitur erstmal nicht wusste, was sie genau studieren will.

„Meine Schwester hat an der Hochschule Magdeburg-Stendal studiert und sich dort sehr wohl gefühlt. Deshalb habe ich einfach mal geschaut, welche Studiengänge es dort gibt“, erzählt die Studentin. Schnell blieb sie beim Studiengang Recycling und Entsorgungsmanagement hängen. Dabei geht es darum, Wege zu finden, Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu erhalten: „Das klang spannend, speziell und hat meine Neugier geweckt.“ Das Studium ist zulassungsfrei – und so saß sie schon wenige Monate später in ihrer ersten Mathematik-Vorlesung.

Viele Exkursionen und Laborarbeiten

Ein Porträt-Foto von Nadja Kluge.

Nadja Kluge

„Das hätte ich in meiner Schulzeit eigentlich nicht gedacht, dass ich mal in einem Ingenieurstudiengang lande“, sagt Nadja Kluge und lacht. „Anfangs hatte ich auch wirklich ein bisschen Angst vor den technischen Fächern.“ Aber sie merkte schnell: Da in der Hochschule die Anwendung im Vordergrund steht, fielen ihr Mathe, Physik und Chemie plötzlich viel leichter als in der Schule. „Ich weiß genau, wofür ich es brauche. Die Technik ist für mich ein Mittel zum Zweck.“ Und dieser ist: Der Umwelt zu helfen.

Nach den Grundlagen kamen Vorlesungen und Seminare in Betriebswirtschaft und Ökobilanzierung, Ökologie und Hydrobiologie oder Rohr- und Leitungssysteme hinzu. „Wir haben auch viele Exkursionen gemacht, zum Beispiel als es um Deponietechnik ging“, erzählt Nadja Kluge. Am meisten Spaß machen ihr die Laborarbeiten. Wenn es etwa beim Immissionsschutz darum geht, Luftschadstoffe zu bestimmen oder die Beschaffenheit von Böden zu analysieren. Und dann gibt es noch die Wahlpflichtmodule. „Das ist besonders cool – da kann man etwa Arbeits- und Gesundheitsschutz oder Gefahrguttransport belegen und beim TÜV oder bei der IHK schon die entsprechenden Zertifikate erwerben.“ Sie selbst ist nun bereits zertifizierte Arbeitsschutzmanagerin – wofür normalerweise eine Weiterbildung im Betrieb notwendig ist.

Spannender Bereich Elektrorecycling

Mittlerweile ist Nadja Kluge im sechsten Semester. Vor ihr liegen noch das Praktikumssemester und die anschließende Bachelorarbeit. Wo sie das genau machen wird, ist noch nicht klar. Die 21-Jährige kann sich jedoch den Bereich Elektrorecycling gut vorstellen. „Das interessiert mich sehr. Also wie man elektronische Geräte so recyceln kann, dass man möglichst viele Materialien wieder nutzen kann. Das Thema wird ja immer wichtiger – allein wie viele Smartphones jedes Jahr weggeschmissen werden!“

Ob sie nach dem Bachelor weiter studieren will, weiß Nadja Kluge noch nicht. Auch mit einem Bachelorabschluss stehen die Chancen im Bereich Recycling und Entsorgungsmanagement auf dem Arbeitsmarkt gut. Andererseits reizt es sie auch, sich im Master weiter zu spezialisieren. Wasserwirtschaft und Ingenieursökologie werden an der Hochschule Magdeburg-Stendal angeboten. Beides würde sie reizen. „Ich warte erstmal das Praxissemster ab“, sagt sie. Mit den neuen Erfahrungen aus der Praxis, ist sie sicher, wird ihr die Entscheidung leichter fallen.

abi» 04.08.2020

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