studium

Geophysik/Ozeanographie

Der Klimaschutz und das Meer

Welchen Einfluss haben Ozeane auf unser Klima und was bedeutet der Klimawandel für den Meeresspiegel? David Drewes (23) hat nach einem Studiengang gesucht, der sich mit genau diesen Fragen beschäftigt. Fündig wurde er an der Universität Hamburg, die den Studiengang Geophysik/Ozeanographie anbietet.

Ein Mann sitzt vor dem Computer und schaut auf eine Landkarte auf dem Bildschirm.

Als Geophysiker muss man dynamische Prozesse im Ozean digital nachbilden und auswerten können.

Erst im September machte der Forschungseisbrecher „Polarstern“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts wieder mit einer spektakulären Expedition von sich reden: Vom norwegischen Tromsø aus startet das Forschungsschiff in die zentrale Arktis. Ein Jahr lang wollen Forscher einzigartige Klimadaten im Nordpolarmeer sammeln. David Drewes hat schon während seines FSJ in einer Einrichtung für Umweltbildung von der Polarstern gehört. Nach einem Vortrag einer Wissenschaftlerin, die mit dem Schiff unterwegs gewesen war, stand für ihn fest: „Ich will was studieren, was die Themen Meer und Klimaschutz zusammenbringt.“
Nur wenige Universitäten bieten Studiengänge an, die beide Schwerpunkte im Fokus haben – dazu gehören die Universitäten Kiel und Hamburg. Dass er sich für den Studiengang Geophysik/Ozeanographie an der Uni Hamburg entschied, war reines Bauchgefühl. Der sechssemestrige Bachelor-Studiengang ist ein Querschnitt aus Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik.

Hürden im Grundstudium nehmen

Ein Porträt-Foto von David Drewes.

David Drewes

Im dritten Semester wählen die Studierenden zwischen den Schwerpunkten Geophysik oder Ozeanographie. „Ganz grob gesagt beschreiben Geophysiker die feste Erde, erforschen Erdbewegungen und Vulkane, während die Ozeanographie ein Verständnis für die dynamischen Prozesse im Ozean vermittelt“, umreißt David Drewes die Inhalte. Beide Wissenschaften arbeiten mit den Methoden der Physik, sprich sie erheben eine Vielzahl an Daten, messen, berechnen, analysieren und modellieren. Durch die Arbeit können unter anderem Erdbeben oder Vulkanausbrüche gezielter vorhergesagt, Rohstoffvorkommen abgebildet und Aussagen über die Folgen des Klimawandels für den Meeresspiegel gemacht werden.

Zunächst müssen die Studierenden aber erst einmal Mathe und Physik bewältigen: „Das ist eine Hürde“, räumt David Drewes ein. Wobei er niemanden abschrecken will: „Ich denke, dass am Anfang nur wenige Studierende einer Mathevorlesung wirklich folgen können. Aber man muss sich reinfuchsen und durchbeißen.“ Arbeitsgruppen, in denen jeder seine Stärken einbringt, zeichnen den Studiengang für David Drewes aus.

Ohne Theorie keine Praxis

In den praxisorientierten Fächern werde dann auch sehr schnell klar, dass man ohne diese Theorie keine komplexen Themen wie Strömungen oder Eisbildungen beschreiben kann. Wie Daten erhoben werden, lernen die Studierenden im Physikalischen Praktikum. Hinzu kommen Programmierkenntnisse: Sie sind das Handwerkszeug für den Umgang mit den Datenmengen.

Wie man in der Praxis ein Forschungsprojekt von A bis Z auf die Beine stellt, sollen sich die Studierenden im Berufs- und Seepraktikum erarbeiten, in dem es für rund zehn Tage auf Messreise geht. „Wir waren mit einem Forschungsschiff vor Wilhelmshaven unterwegs und wollten herausfinden, wie sich die Sonneneinstrahlung auf die Erwärmung im Watt auswirkt. Leider hat es viel geregnet – aber auch das gehört dazu. Natürlich konnten wir trotzdem mit Geräten üben, die wir bis dato nur aus der Vorlesung kannten“, erzählt David Drewes. Mit ihrem Wissen können die Studierenden sogar als Hilfskraft auf Forschungsschiffen anheuern.

Mittlerweile schreibt er an seiner Bachelorarbeit und modelliert hierfür, wie sich bei unterschiedlichen Temperaturen und Salzgehalt das Eis in der Barentssee entwickelt. Fest steht für ihn schon jetzt, dass es mit dem Master weitergeht. Er möchte auch weiterhin wissenschaftlich arbeiten.

Video

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abi» 31.12.2019

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