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Meteorologie

„Mit Hartnäckigkeit habe ich es geschafft“

Stella Dietze (19) studiert im fünften Semester Meteorologie an der Freien Universität Berlin. Das Fach beschreibt sie als anspruchsvoll, die Studierenden erwarten spannende Berufsaussichten.

Hand zeigt auf eine Wetterkarte von Europa auf einem Computerbildschirm

Wie wird das Wetter? Das ist vermutlich die älteste Frage der Menschheit.

Alles begann mit ihrer Leidenschaft fürs Segeln. Seit ihrem neunten Lebensjahr frönt Stella Dietze diesem Hobby, nimmt Unterricht und war bereits auf der Ostsee und verschiedenen Küstengewässern unterwegs. „In den dazugehörigen Theoriebesprechungen mit der Trainingsgruppe wurde natürlich auch die Entstehung von Wolken und Stürmen thematisiert“, berichtet sie, „das fand ich von Anfang an spannend und wollte gerne mehr darüber wissen.“

Bei der langen Nacht der Wissenschaften der Freien Universität (FU) Berlin fand sich Stella Dietze schließlich bei einer Veranstaltung des Fachbereichs „Meteorologie“ wieder. In der Wetterbeobachtungsstation der FU, im alten Wasserturm auf dem Fichtenberg in Steglitz, wurde ihre Faszination für das Thema endgültig geweckt.

Ein Studienfach mit hohem Anspruch

Stella Dietze

Nach dem Abitur schrieb sich die heute 19-Jährige für den zulassungsfreien Studiengang ein und erlebte gleich zu Beginn die Herausforderungen des Fachs: Lineare Algebra und theoretische Physik dominierten in den ersten Monaten den Stundenplan. Fächer, mit denen es einige nicht leicht haben, wie sie berichtet: „In der Einführungsveranstaltung saßen wir damals noch mit rund 60 Leuten – doch die Zahl hat sich rasch verkleinert.“

Auch Stella Dietze kämpfte, trotz Leistungskursen in Physik und Mathe. Mit Erfolg. „Es war lernintensiv, aber mit der nötigen Hartnäckigkeit habe ich es geschafft“, sagt sie. Geholfen habe auch der Besuch von Vorkursen in Mathematik, bei dem schulisches Wissen wie lineare Algebra und Kurvendiskussionen noch einmal im Schnellverfahren durchgesprochen wurden.

Zusammen mit einer Handvoll Kommilitonen bildete sie außerdem eine Lerngruppe, die sich regelmäßig traf und nicht nur in Fachfragen gegenseitig unter die Arme griff. „Wir haben uns gegenseitig motiviert, nicht aufzugeben, das hat sehr geholfen.“ Stella Dietze findet, dass sich das Durchhalten gelohnt hat. Der vielen Arbeit zum Trotz sei das Fach genau das, was sie sich gewünscht habe.

Seit dem vierten Semester stehen vermehrt Seminare mit Bezug zur Meteorologie auf dem Stundenplan. Und die sind häufig praktischer Natur. Etwa, wenn es im Instrumentenpraktikum um die Frage geht, welche Messgeräte für Wind, Sonneneinstrahlung und Temperatur es gibt oder im Seminar „Dynamik der Atmosphäre“ thematisiert wird, wie Wolken oder Gewitter entstehen. „An manchen Tagen hatten wir auch den Auftrag, mit einem Thermometer durch die Stadt zu gehen, um die Temperatur bei verschiedenen Standortkonditionen zu messen und, um den Einfluss des Standortes auf die Messung zu bestimmen.“

Praktische Erfahrungen sammelte Stelle Dietze auch als Mitarbeiterin der studentischen Wetterbeobachtung: Wie viele Wolken sind am Himmel zu sehen? Welche Arten? In welcher Höhe bewegen sie sich? Und wie schnell? Auch die Temperaturen und Niederschläge notierten die Studierenden genau und gaben alle Informationen in verschlüsselter Form an den Deutschen Wetterdienst weiter. „Ab und zu rufen auch direkt Leute bei uns in der Station an, etwa Restaurantbesitzer oder Veranstalter von Festivals, um sich über das bevorstehende Wetter zu informieren.“

Diese praktischen Erfahrungen können Stella Dietze und die anderen auch bei dem Pflichtpraktikum anwenden, das in der Studienordnung vorgesehen ist. Absolvieren können sie es beispielsweise bei der Bundeswehr, der Flugsicherung oder dem Deutschen Wetterdienst..  

Wohin es für Stella Dietze beruflich gehen soll, weiß sie noch nicht genau. Erst einmal steht der Master an. Und danach? „Die Jobmöglichkeiten sind vielfältig“, ist sich die Berlinerin sicher. „Wer weiß, vielleicht lande ich am Ende bei der ESA, der europäischen Form der NASA, und untersuche das Wetter auf anderen Planeten?“

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

Meteorologie studieren

An rund 30 Universitäten in Deutschland ist ein Studium im Fach Meteorologie möglich, unter anderem in Hamburg, Karlsruhe, Bonn, Hannover und Mainz. Die Uni Kiel beispielsweise bietet Alternativ den Bachelor-Studiengang „Physik des Erdsystems: Meteorologie, Ozeanographie, Geophysik“ an, die Uni München das Fach „Physik plus vertieftes Nebenfach Meteorologie“.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Informationsportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Im „finder“ kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Meteorologie)
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Meteorologie)
berufenet.arbeitsagentur.de

Deutsche Meteorologische Gesellschaft

Die DMG fördert die Wissenschaft der Meteorologie und verbreitet meteorologisches Wisse
dmg-ev.de

abi» 04.11.2020

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