studium

Lehramt an beruflichen Schulen

„Büroarbeit war nichts für mich“

Schon während ihres Lehramtsstudiums im Fach Wirtschaftspädagogik arbeitet Rebecca Blömer (29) mit Berufsschülern. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und freut sich auf das Referendariat in ihrer Heimat.

Ein Schulgebäude von außen

Abiturienten, die Lehrer werden wollen, können sich für verschiedene Schulformen entscheiden: Grund- oder Realschule, Gymnasium oder Berufsschule.

Viele Studierende wünschen sich mehr Praxisbezug an der Universität. Nicht beklagen in dieser Hinsicht kann sich Rebecca Blömer, die aktuell im dritten Master-Semester an der Georg-August-Universität Göttingen auf Lehramt studiert. Teil desselben war unter anderem ein Planspiel, bei dem sie mit Schülern von Berufsschulen zu tun hatte – mit jungen Erwachsenen also, wie sie die 29-Jährige zukünftig unterrichten wird.

Wie überzeugt man Investoren von einer Geschäftsidee und was ist bei der Unternehmensgründung zu beachten? Um diese Kernfragen drehte sich dieses dreitägige Planspiel. „Das Lernziel war, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie ein Unternehmen funktioniert und wie sich verschiedene betriebswirtschaftliche Kennzahlen zusammensetzen“, erklärt Rebecca Blömer. „Dazu haben sich alle in Kleingruppen zusammengetan und eine Firma ‚gegründet‘, die Surfbretter herstellt.“ Die Schüler spielten dabei unterschiedliche Akteure, beispielsweise die Geschäftsleitung oder Finanzabteilung. „Wir wollten es so authentisch wie möglich machen und haben uns bei den Investorengesprächen auch etwas von der Fernsehsendung ‚Höhle der Löwen‘ inspirieren lassen.“

Realistische Übung fürs Berufsleben

Foto von Rebecca Blömer

Rebecca Blömer

Für die Studentin war das Planspiel der Abschluss des Moduls „Didaktik in der kaufmännischen Aus- und Weiterbildung“ – im regulär viersemestrigen Studiengang, der Fachwissenschaft mit Wirtschaftspädagogik und einem Zweitfach kombiniert, in ihrem Fall Englisch. Sie berichtet: „Im Modul ‚Vertiefende Fachdidaktik und Unterrichtsforschung Wirtschaftswissenschaften‘ haben wir außerdem Unterricht zum Thema Nachhaltigkeit geplant, die Stunden dann tatsächlich an berufsbildenden Schulen in der Region gehalten und anschließend mit unseren Dozenten und den betreuenden Lehrkräften der Berufsschulklasse darüber reflektiert.“ Ihr fünfwöchiges Pflichtpraktikum machte sie an der Berufsbildenden Schule am Museumsdorf in Cloppenburg.

Rebecca Blömer kann bereits zwei Bachelorstudiengänge vorweisen. Das liegt daran, dass sie vor dem Lehramtsstudium ganz andere Pläne für ihre Zukunft hatte. Nach einer Ausbildung zu Bankkauffrau studierte sie zunächst „Betriebswirtschaft und Management“ an der Hochschule Osnabrück. Damals wollte sie noch in einer Personalabteilung arbeiten und machte während des Studiums ein sechsmonatiges Praktikum in einem großen Unternehmen. „Dabei habe ich aber gemerkt, dass die typische Büroarbeit nicht so wirklich etwas für mich ist.“

Sie recherchierte im Internet und nutzte die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die sie darauf brachte, mit jungen Menschen zu arbeiten. „Also habe ich überlegt, wie ich das am besten mit meiner Ausbildung und dem ersten Studium kombinieren könnte, das ich auf jeden Fall noch abschließen wollte.“ Da sie während ihrer Ausbildung selbst eine Berufsschule besucht hatte, lag der Gedanke nahe.

Referat an einer Schule in ihrer Heimat

Nach dem Abschluss des ersten Studiums schrieb sie sich in Göttingen für den Bachelorstudiengang Wirtschaftspädagogik ein, mit dem sie zunächst Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften erwarb – mit Modulen wie Mathematik, Statistik, Finanzwirtschaft und Makroökonomik. Ab dem dritten Semester widmete sie sich bildungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Modulen wie „Einführung in die Wirtschaftspädagogik“, und „Entwicklungs- und Professionalisierungsprozesse in der beruflichen Bildung“. Im letzten Bachelorsemester stand ein fünfwöchiges Pflichtpraktikum an einer berufsbildenden Schule an, das sie an den Handelslehranstalten Lohne im Kreis Vechta absolvierte.

Ihr Studium wird Rebecca Blömer mit dem „Master of Education“ abschließen und freut sich bereits auf das anschließende, 18 Monate dauernde Referendariat, das in Niedersachsen stattfinden wird. „Ich möchte dann gern an einer berufsbildenden Schule in meiner Heimat, dem Landkreis Vechta im Oldenburger Münsterland, unterrichten“, sagt sie

abi» 03.06.2020

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.