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Pioniere der Sonderpädagogik gesucht

Ein Foto von einer Lehrerin neben einer Schülerin. Sie arbeiten gemeinsam an Lernmaterial.
An Förderschulen werden die Schülerinnen und Schüler individuell vom Lehrpersonal unterstützt.
Foto: Martin Rehm

Lehramt Sonderpädagogik

Pioniere der Sonderpädagogik gesucht

Lehrkräfte für Sonderpädagogik haben die Chance, das Schulsystem der Zukunft mitzugestalten – da sind sich David Scheer vom Verband Sonderpädagogik und Professorin Conny Melzer von der Universität zu Köln einig. Sie geben Tipps, wie man den passenden Studiengang findet.

Das Schulsystem befindet sich im Umbruch“, sagt Conny Melzer, Professorin für sonderpädagogische Grundlagen an der Universität zu Köln. Bundesweit nehmen die Bestrebungen zu, Kinder und Jugendliche mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf inklusiv zu unterrichten. Das bedeute aber nicht, dass Sonder- und Förderschulen komplett abgeschafft würden, so die promovierte Humanwissenschaftlerin: „Das wäre aus fachlicher Sicht auch kontraproduktiv.“ Doch die Inklusionsquote steige immer weiter.

Viele Förderschwerpunkte

Ein Foto von Conny Melzer

Conny Melzer

Foto: Annette Bohn

Wer sich für ein Lehramtsstudium im Bereich der Sonderpädagogik entscheidet, sollte zunächst herausfinden, in welchem Bereich er tätig werden will. Die Förderschwerpunkte, die gewählt werden können, sind so individuell wie die Bedürfnisse jedes Schülers: Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, Sehen, Hören, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Unterricht kranker Schüler, Erziehung und Unterricht von Kindern im Autismus-Spektrum. Es sei sinnvoll, zunächst durch ein Praktikum herauszufinden, mit welchen Kindern man arbeiten will: „Es ist ein großer Unterschied, ob man mit jemanden umgeht, der aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung Lernschwierigkeiten hat oder mit einem blinden Menschen ohne andere Einschränkungen“, sagt Conny Melzer.

Studienangebote sondieren

Auch sollte man sich eingehend mit den Angeboten der Unis beschäftigen. Aufbau und Inhalt des Studiums unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule erheblich. An manchen Standorten studieren im Bachelor alle Lehramtsstudierenden gemeinsam und spezialisieren sich erst im Master. In anderen wählt man sofort ein oder zwei Unterrichtsfächer sowie seine Förderschwerpunkte – zwei oder mehr, wobei nicht jede Hochschule jeden anbietet. Auf jeden Fall sollten Interessierte das Beratungsangebot der Universitäten nutzen und die Modulhandbücher anschauen.

Ein Foto von David Scheer

David Scheer

Foto: Peter Wachtel

Auch die Frage, ob man an einer Förderschule oder inklusiv arbeiten will, kann für die Wahl wichtig sein. „Gerade wer inklusiv arbeiten will, muss sich bewusst sein, dass er seine Schwerpunkte exemplarisch studiert und lernt, wie er sich in andere Bereiche einarbeiten kann“, sagt Dr. David Scheer, Pressereferent des Verbands Sonderpädagogik. Das Referendariat kann je nach Bundesland an einer Förderschule oder ganz oder teilweise an einer allgemeinen Schule mit entsprechendem Inklusionskonzept gemacht werden. David Scheer weist darauf hin, dass das Studium nicht zwangsläufig in die Schule führen muss. Weitere Tätigkeitsfelder sind etwa Beratungsstellen, Kitas oder Forschungseinrichtungen. Zudem berechtigt das Studium zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

Konstruktive Fehlerkultur

Offenheit, Kooperationsbereitschaft und Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen müsse man als Lehrer und insbesondere als Sonderpädagoge mitbringen, sagen die Experten. Man beschäftige sich ganzheitlich mit den Schülern, sei also über den Unterricht hinaus für sie zuständig: Man erstellt Diagnosen und Förderpläne, ist „Problemlöser“, spricht mit  Angehörigen und unterstützt in jedem Bereich – was gerade bei Kindern mit körperlichen Einschränkungen bedeuten kann, beim Anziehen, Essen und auf der Toilette zu helfen oder pflegerisch tätig zu werden. Essentiell sei aber vor allem eine konstruktive Fehlerkultur, weiß Conny Melzer: „Man muss erkennen, dass Fehler helfen – und herausfinden, wie sie für die individuelle Weiterentwicklung genutzt werden können.“

Weitere Informationen

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter u.a. Sonderpädagogik, Förderschwerpunkt,  Förderpädagogik)
studienwahl.de

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter u.a. Rehabilitations-, Sonderpädagogik, Förderlehrer/in, Lehramt Sonder-/Fördersch./Sonderpäd.)
berufenet.arbeitsagentur.de

 

berufsfeld-info.de
Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick.
berufsfeld-info.de/abi/bildung-erziehung

 

Verband Sonderpädagogik
Seit 1898 bestehender Verband, dessen Arbeit alle Aspekte der pädagogischen Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen beinhaltet
verband-sonderpaedagogik.de

 

vds-Bildungsakademie
Die vds-Bildungsakademie ist die Fort- und Weiterbildungseinrichtung des Verbands Sonderpädagogik (vds) mit Qualifizierungsangeboten an Kollegen aller Schulformen sowie an alle sonstigen Interessierten. Auf der Internetseite findet man unter anderem auch ein Positionspapier zum Berufsbild der Sonderpädagogen im inklusiven Kontext.
vds-bildungsakademie.de

 

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik
Die dgs ist ein Fachverband von für die Sprachheilarbeit qualifizierten Personen. Sie setzt sich ein für die Interessen der von Sprachbehinderung bedrohten oder betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in den Bereichen Frühförderung, schulische, ambulante und/oder stationäre Rehabilitation sowie Nachsorge.
dgs-ev.de

 

Praxis Förderdiagnostik
Blog zum Thema Förderdiagnostik mit fachwissenschaftlichen Inhalten für Pädagogen, Psychologen, Eltern und Erziehende
praxis-foerderdiagnostik.de

abi>> 18.12.2019