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Jung und international

Ein Arbeitsblatt auf französisch.
An der Luxemburger Uni werden französische und englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt.
Foto: Helge Gerischer
Thema der Woche

Studium in Luxemburg

Jung und international

Mona Schmelzer kommt ursprünglich aus Aachen, lebt nun aber in Luxemburg. Dort studiert die 25-Jährige im dritten Semester Psychologie. Für abi» berichtet sie, wie ihr das Studium in einem der kleinsten Staaten der Welt gefällt.

Ich habe schon einige Auslandserfahrungen gesammelt: Nach meinem Abitur in Aachen war ich unter anderem für ein Work and Travel in Australien und habe dann Betriebswirtschaftslehre in Maastricht in den Niederlanden studiert. Und mittlerweile bin ich Studentin der Psychologie an der Universität Luxemburg.
Ich habe damals gemerkt, dass ich gerne noch einen Bachelor in Psychologie dranhängen würde. Mein damaliger Partner und ich wohnten bereits gemeinsam in Luxemburg, deswegen habe ich mir die Uni hier genauer angeschaut. Ich habe die Koordinatorin der Fakultät Psychologie angemailt und sie um ein Gespräch gebeten. Sie war sehr nett und wir haben bei dem Treffen meine Fragen zum Studium und den Inhalten geklärt.

Das hat mich alles sehr überzeugt, deswegen habe ich meine Bewerbungsunterlagen inklusive Abizeugnis und einem Motivationsschreiben auf Deutsch abgeschickt. Ich bekam dann recht bald eine Zusage und habe im September 2018 mit dem Studium begonnen.

Portraitfoto von Mona Schmelzer

Mona Schmelzer

Foto: KPMG Luxembourg

Mehrsprachiges Studium

In meinem Jahrgang sind etwa 50 Studierende. Rund die Hälfte kommt aus Luxemburg, die andere aus Deutschland; außerdem sind ein paar Studierende aus Belgien und Frankreich dabei. Das Studium ist mehrsprachig: Es gibt Kurse auf Französisch, Englisch und Deutsch.

Damit hatte ich bislang keine Probleme, immerhin hatte ich Französisch als Leistungskurs und konnte mein Englisch schon bei den Auslandsaufenthalten verbessern. Einen Nachweis über die Sprachkenntnisse musste ich übrigens bereits bei der Bewerbung einreichen.Mir gefällt an der Hochschule Luxemburg, dass sie noch ziemlich jung, sehr international und auch relativ klein ist. Die Uni wurde 2003 gegründet und die rund 6.400 Studierenden stammen aus mehr als 110 Ländern. Der Hauptcampus wurde erst vor ein paar Jahren erbaut und ist entsprechend modern. Die neue Bibliothek ist sehr gut ausgestattet – selbst Laptops kann man sich dort ausleihen.

Keine anonymen Massenveranstaltungen

Einen direkten Vergleich zum Studium in Deutschland habe ich zwar nicht, doch ich habe den Eindruck, dass es hier viel Frontalunterricht in Form von Vorlesungen gibt. Da wir ja aber eine überschaubare Anzahl von Studierenden sind, sind das keine anonymen Massenveranstaltungen und man kann Fragen stellen. Überhaupt sind die Professoren und Dozenten alle sehr hilfsbereit und ansprechbar.

Weniger gut finde ich, dass wir uns jedes Semester formal zurückmelden und wieder einschreiben müssen. Es dauert ziemlich lange, bis die Antwort der Uni kommt, dass alles in Ordnung ist. Zuerst habe ich mir Gedanken gemacht, ob etwas schief gelaufen ist. Mittlerweile weiß ich aber, dass manche Prozesse an der Uni einfach noch verbessert werden müssen und bin entspannter geworden.

Schön, aber teuer

Die Stadt Luxemburg ist sehr schön. Sie ist ein bisschen wie eine Mini-Großstadt mit allem, was man braucht auf kompaktem Raum. Luxemburger können zwar in der Regel Deutsch, in Restaurants und Geschäften wird aber oft Französisch gesprochen. Da musste ich mich etwas umgewöhnen. Hinzu kommen die Kosten: Wohnen ist relativ teuer und auch die Lebenshaltungskosten sind hoch. Für die Studiengebühren fallen außerdem 400 Euro für das erste und 200 Euro für die folgenden Studienjahre an; das ist jeweils inklusive einem Semesterticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich hatte vor dem Studium etwas Geld gespart und habe einen Job als studentische Hilfskraft in einer Marketingabteilung. Das reicht aber nicht, deswegen bekomme ich außerdem finanzielle Unterstützung von meinen Eltern.

Während des Studiums ist ein Auslandssemester Pflicht – ich werde daher im nächsten Semester nach Wien gehen. Danach komme ich nach Luxemburg zurück, um das Studium Mitte 2021 abzuschließen. Vielleicht hänge ich danach einen Master dran, da bin ich mir noch unsicher. Was ich aber weiß: Luxemburg sehe ich als temporäre Erfahrung, ich möchte hier nicht für immer leben. Stattdessen möchte ich für den Berufseinstieg wieder nach Deutschland ziehen.

abi>> 26.11.2019