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weltwärts: Pädagogik in Peru

Sich selbst finden, den eigenen Horizont erweitern und dabei anderen Menschen helfen: Mit diesem Ziel ist David Rall (20) Ende 2019 zu einem Freiwilligendienst in einem Kinderheim in Peru aufgebrochen. Während des Auslandsaufenthalts hat er viel über die Kultur und Gesellschaft des südamerikanischen Landes gelernt – auch wenn die Rückreise unerwartet früh kam.

Ein Maultier steht auf einer Grasfläche, im Hintergrund ist ein Berg zu sehen. (Foto: Melanie Loser)

„Wir sind direkt in die Arbeit gestartet“, erinnert sich David Rall an die Anfangszeit seines Freiwilligendienstes in Arequipa. Er sei von Beginn an wie ein normaler Angestellter behandelt worden und fühlte sich im Team wohl. Seine Aufgaben und die der anderen Freiwilligen waren sehr abwechslungsreich: die Kinder von der Schule abholen, ihnen bei den Hausaufgaben helfen und für sie als Bezugsperson da sein. Langweilig wurde ihm auf jeden Fall nicht: „Ich fand immer Beschäftigung und manchmal war es schon stressig“, sagt er.

Außerdem kümmerte er sich um die Social-Media Präsenz des Kinderheims. An einem Tag in der Woche hatte er frei. Diese Freizeit hat er genutzt, um das Land kennen zu lernen. Er erzählt unter anderem von einem Ausflug zur Ausgrabungsstätte Toro Muerto, wo eine Sammlung von über 1.000 Jahre alten Steinzeichnungen in der Wüste gefunden wurde. Außerdem hat er den Gipfel des nahe gelegenen Berges Chachani, der auf über 6.000 Meter Höhe liegt, bestiegen.

Alltag im Ausland

Porträt von David Rall (Foto: Johanna Mari) Porträt von David Rall (Foto: Johanna Mari)

Insgesamt hat der 20-Jährige die Menschen in Peru als unkompliziert und flexibel erlebt. Gewöhnungsbedürftig war hingegen der Straßenverkehr: „Der war erstmal total chaotisch, aber das funktioniert alles nach einer eigenen Logik“, betont er. Organisatorische Angelegenheiten, die in Deutschland häufig sehr bürokratisch und langfristig geregelt werden, werden in Peru oft unkompliziert umgesetzt.

Praktisch fand David Rall, dass er in einer WG über dem Kinderheim wohnen konnte. So hatte er einen eigenen, nahe gelegenen Rückzugsort.

Besonders gut in Erinnerung geblieben sind ihm Unternehmungen mit allen Bewohner*innen des Heims. Unter anderem berichtet er von einem einwöchigen Strandurlaub mit dem ganzen Kinderheim, bei dem einige der Kinder zum ersten Mal einen Strand sahen. „Man hat eine ganz andere Stimmung im Heim, wenn man so etwas gemeinsam erlebt“, erzählt er. Gerade die älteren Kinder sahen ihn danach weniger als Autoritätsperson, weswegen er ein eher freundschaftliches Verhältnis zu ihnen aufbauen konnte.

Auszeit nach der Schule

Auf weltwärts ist David Rall über eine Infoveranstaltung an seiner Schule gekommen. Als er im Spanisch-Unterricht davon erfuhr, hat er sich relativ schnell entschieden, über die Organisation einen Freiwilligendienst zu machen. In Seminaren vor und während der Zeit in Peru hatten er und seine Mitreisenden die Gelegenheit, sich auf den Freiwilligendienst vorzubereiten und das Erlebte zu reflektieren.

Die Auszeit war ihm wichtig, um etwas Abstand von der Schule zu gewinnen, bevor er sich in das Studium stürzt. „Studieren war für mich mehr ein diffuses Ziel nach dem Abi“, erzählt er.

Anderen, die ebenfalls einen Freiwilligendienst machen wollen rät er, sich gut zu informieren und offen zu sein, denn „es gibt keine Blaupause dafür, wie der Freiwilligendienst abläuft. Man muss sich bewusst sein, dass man im Zielland nicht die Welt verändern kann, aber man kann sich selbst verändern und dazulernen“.

Einige Türen haben ihm seine Spanischkenntnisse geöffnet. Während diese anfangs nur für einfache Konversationen gereicht haben, hat er während der Zeit in Peru im Alltag viel dazu gelernt.

Verfrühte Abreise

Durch die Pandemie musste der Freiwilligendienst dann allerdings früher enden als ursprünglich geplant. Als die Nachricht kam, dass alle Freiwilligen in ihre Heimatländer zurückbeordert werden, war er niedergeschlagen und traurig über das plötzliche Ende.

Alles in allem blickt er aber positiv auf seinen Freiwilligendienst in Arequipa zurück. „Ich habe die Zeit genutzt um mir klar zu werden, was ich eigentlich machen will und bin mit einem positiven Blick in mein Studium gestartet“, berichtet er. Der 20-Jährige studiert nun Politikwissenschaften und Soziologie in Freiburg und macht aktuell ein Auslandssemester in Valencia.

Weitere Informationen

weltwärts

weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
weltwaerts.de