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Arbeiten für und mit Patienten

Vorbereitung der Lungenmaschinen für den nächsten OP-Einsatz
Zum medizinisch-technischen Assistenten wird man schulisch ausgebildet und die Praxisphasen erfolgen meist in Krankenhäusern oder Facharztpraxen.
Foto: Thorsten Ulonska

Ausbildungsberufe im Krankenhaus

Arbeiten für und mit Patienten

Menschen dabei helfen, wieder gesund zu werden – das geht auch ganz ohne Studium. Viele Krankenhäuser sind derzeit auf der Suche nach Auszubildenden. Auf sie warten verantwortungsvolle Aufgaben, zum Beispiel als Medizinisch-technische Assistenten.

Robert Schwarz (25) ist Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik (MTAF) in der Lungenfunktionsdiagnostik am Universitätsklinikum Dresden. „Den Umgang mit Technik, gepaart mit dem Kontakt zu Patienten, habe ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Dialysezentrum kennengelernt. Das hat mir sehr gut gefallen“, sagt er.

Aktuell ist der 25-Jährige vor allem an zwei Geräten im Einsatz: In einer geschlossenen, gläsernen Untersuchungskabine atmen seine Patienten in ein Mundstück aus und ein oder halten die Luft nach Anweisung an. Währenddessen misst Robert Schwarz, wie viel Luft in welcher Zeit ein- und ausströmt. Zudem arbeitet der 25-Jährige mit einem Fahrradergometer für Belastungstests der Lunge und des Herzens. „Wir müssen den Patienten immer viel erklären und sie dazu motivieren, richtig mitzumachen. Dazu braucht man viel Empathie und Geduld“, weiß der Medizinisch-technische Assistent.

Enge Zusammenarbeit mit Ärzten

Ein Porträt-Foto von Robert Schwarz

Robert Schwarz

Foto: privat

Die gemessenen Daten geben den Ärzten Hinweise darauf, ob sich die individuellen Beschwerden des Patienten durch eine eingeschränkte Lungenfunktion erklären lassen. Dafür schreibt Robert Schwarz die Messergebnisse in die elektronische Patientenakte. Zudem koordiniert er die Testtermine und führt Statistiken. „Wir müssen ganz genau arbeiten, sonst kommen wir zu falschen Werten, was gravierende Auswirkungen auf die Behandlung des Patienten haben kann.“ MTAF kennen sich deshalb nicht nur mit physikalisch-technischen Zusammenhängen aus, sondern auch mit den Vorgängen im menschlichen Körper.

Robert Schwarz hat eine schulische Ausbildung in seinen Beruf geführt. Auch andere Medizinisch-technische Assistenten (MTA) wie Laboratoriumsassistenten (MTLA) oder Radiologieassistenten (MTRA) werden an Berufsfachschulen ausgebildet. Die Praxisphasen erfolgen meist in Krankenhäusern oder Facharztpraxen. Die Ausbildung dauert in Vollzeit – egal welches Berufsfeld man wählt – drei Jahre. Daneben gibt es noch die Physio- und Ergotherapeuten. In diese Berufe kann entweder eine schulische Ausbildung oder ein duales Studium führen.

Auch gesundheitsspezifische Jobs in Verwaltung und IT

Ein Porträt-Foto von Andreas Rosin

Andreas Rosin

Foto: privat

„Im Bereich Pflege gibt es Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Hebammen“, sagt Andreas Rosin, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Dortmund. Diätassistenten werden ebenfalls an Krankenhäusern gebraucht, und wie in jedem Unternehmen auch Mitarbeiter für die Verwaltung: Kaufleute im Gesundheitswesen, Medizinische Fachangestellte sowie Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Medizinische Dokumentation kümmern sich zum Beispiel darum, dass auch jenseits der Station alles gut läuft. Gibt es eine Krankenhausapotheke, sind auch Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte gefragt.

Die unterschiedlichen Berufe zeigen: Krankenhäuser sind sehr vielfältige Arbeitgeber. Mitte 2017 waren dort fast 1,4 Millionen Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, so die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Mit rund einer Million übt die Mehrzahl der Beschäftigten medizinische Gesundheitsberufe aus. 41 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit. „Im Zuge der allgemeinen Entwicklung im medizinischen Bereich und der Tatsache, dass mit der älter werdenden Gesellschaft auch die Zahl der Menschen mit gesundheitlichen Problemen zunimmt, wird die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Berufsfeld auch weiterhin hoch bleiben“, ordnet Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein.

Bei Physiotherapeuten und Krankenpflegern herrscht in Deutschland bereits Fachkräftemangel. Auch die Nachfrage nach Medizinisch-technischen Assistenten bzw. Radiologieassistenten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Die Arbeitsmarktlage ist für alle, die im Krankenhaus arbeiten wollen, also ausgesprochen gut“, resümiert die Arbeitsmarktexpertin.

Empathie und Interesse am Menschen

Aber die Arbeit im Krankenhaus ist auch anspruchsvoll und erfordert meist eine gewisse persönliche Reife. „Deshalb werden von diesen Berufen auch Abiturienten angesprochen“, weiß Berufsberater Andreas Rosin. „Manche überbrücken mit der Ausbildung die Wartezeit für einen Studienplatz und sammeln so wertvolle Praxiserfahrung für ihren späteren Einsatz im Krankenhaus. Andere sehen in der Arbeit mit den Patienten eine persönliche Erfüllung.“

Ein Porträt-Foto von Peer Köpf

Peer Köpf

Foto: Otto (DKG)

Außer einem großen Interesse an der Arbeit mit Menschen und der inneren Einstellung, anderen helfen zu wollen, sollten Mitarbeiter in einem Krankenhaus psychisch und physisch belastbar sein, ergänzt Peer Köpf, stellvertretender Geschäftsführer des Dezernats Personalwesen und Krankenhausorganisation der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): „Nicht selten hat man mit Schwerstkranken zu tun“, sagt er. Die Bereitschaft zu Schichtdiensten sollte ebenfalls vorhanden sein. „Auch wenn viele Krankenhäuser mittlerweile alternative Arbeitszeitmodelle anbieten“, ergänzt der Experte. Mitarbeiter in kaufmännischen Berufen müssen laut Peer Köpf außerdem sehr genau arbeiten sowie zuverlässig und vertrauenswürdig sein, weil sie oft mit sensiblen Patientendaten zu tun haben.

Und wer einen technischen Beruf wie Robert Schwarz anstrebt, sollte zudem ein großes Interesse an Technik mitbringen, ergänzt der 25-Jährige MTAF. „Und bereit sein, immer wieder Neues zu lernen, etwa wenn medizinische Fachkreise neue Empfehlungen aussprechen.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Die Berufsfeld-Information der Bundesagentur für Arbeit. Der Wegweiser mit über 1.500 Reportagen unter anderem zu Aus- und Weiterbildung (siehe Teilberufsfeld „Pflege, Therapie, medizinische Assistenz“)

berufsfeld-info.de/planet-beruf.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Beschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Medizin).

http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

Dachverband für Technologen/innen und Analytiker/innen in der Medizin Deutschland (DVTA)

Berufsverband für alle Medizinisch-technischen Assistenten-Berufe (MTA) mit einer guten Übersicht über alle MTA-Schulen in Deutschland.

www.dvta.de

Deutscher Pflegerat

Bundesarbeitsgemeinschaft Plfege- und Hebammenwesen

www.deutscher-pflegerat.de

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)

www.dbfk.de

Verband medizinischer Fachberufe

www.vmf-online.de

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

www.dkgev.de

abi>> 31.12.2018

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