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Akten, Verträge und Urkunden

Notarfachangestellte bringt einen Prägestempel auf einer Urkunde an
Ihr Stempel entscheidet über die Gültigkeit eines Vertrages oder einer Urkunde: Notarfachangestellte unterstützen Notare bei ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.
Foto: Axel Jusseit

Notarfachangestellte

Akten, Verträge und Urkunden

In einem Notariat in Rostock lernt Juliana Tölk (24) den Beruf der Notarfachangestellten. Sie hat die dreijährige Ausbildung nach der Neuordnung des Ausbildungsberufes im August 2015 begonnen. Geändert wurde vor allem der Unterricht an der Berufsschule.

Nach dem Abitur hat Juliana Tölk zunächst Germanistik und Geschichte an der Universität Rostock studiert. „Leider habe ich die Abschlussprüfung nicht bestanden, deshalb musste ich mich umorientieren“, erzählt die 24-Jährige. Da sie gerne im Büro arbeiten und eine schreibende Tätigkeit erlernen wollte, bewarb sie sich auf eine Ausbildung zur Notarfachangestellten. „Vorher hatte ich mir in einem Praktikum bereits ein Bild von der Arbeit im Notariat gemacht“, sagt sie.

Im Notariat und auf Botengängen

Ein Porträt-Foto von Juliana Tölk

Juliana Tölk

Foto: privat

Juliana Tölk lernt nun alles, was für die Arbeit in einem Notariat wichtig ist: vom Büromanagement bis hin zur selbstständigen Betreuung von Akten sowie der Bearbeitung von Testamenten, Vollmachten und Kaufverträgen. Juliana Tölk befindet sich im ersten Ausbildungsjahr. Bereits jetzt darf sie eigenständig Briefe verfassen und einfache Verträge und Rechnungen schreiben. „Zu meinen Aufgaben gehört es auch, Urkunden zu binden“, erzählt sie: Die Urkunden werden gestanzt, und in die Ösen wird Urkundengarn gebunden. Auch das Löschen von Anträgen aus dem Grundbuch darf Juliana Tölk schon eigenständig vornehmen. Die Hälfte des Arbeitstages verbringt sie zudem mit Botengängen zum Amtsgericht, zum Grundbuchamt oder zum Vereinsregister.

Praxisnaher Berufsschulunterricht

Der Unterricht findet blockweise an der Berufsschule in Schwerin statt. Neben allgemeinen Fächern wie Deutsch, Sozialkunde und Englisch stehen sogenannte Lernfelder auf dem Stundenplan: von Allgemeiner Wirtschaftslehre über Recht und Rechnungswesen bis zur Datenverarbeitung. „Die Aufteilung der Inhalte auf 14 Lernfelder ist im Zuge der Umstrukturierung des Ausbildungsberufes entstanden“, erklärt Dr. Robert Kühne, Leiter der Ausbildungsabteilung der Ländernotarkasse in Leipzig, die für die Ausbildung der Notarfachangestellten in den fünf ostdeutschen Bundesländern zuständig ist. „Der Unterricht wird nicht mehr fachsystematisch durchgeführt, sondern handlungssystematisch. Das heißt: Die Auszubildenden lernen alles, was bestimmte Vorgänge und Prozesse betrifft, zu einem Zeitpunkt statt über die drei Ausbildungsjahre verteilt. Das ist weitaus praxisnäher.“ So lernt Juliana Tölk zum Beispiel in einem Zug alle Prozessschritte der Beurkundung eines Grundstückkaufvertrages kennen, von der Vorbereitung der Urkunde bis zu deren Vollzug sowie der Erstellung der Kostenrechnung.

Spezialisierung erfolgt später

Darüber hinaus wurden die Ausbildungsinhalte für die drei Berufe Notarfachangestellter, Rechtsanwaltsfachangestellter sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter im ersten Ausbildungsjahr angeglichen. Die Spezialisierung erfolgt erst später. „Ansonsten hat sich inhaltlich nicht viel an der Ausbildung geändert“, weiß Robert Kühne.

Juliana Tölk freut sich auf jeden Fall, die Ausbildung zur Notarfachangestellten machen zu können. „Ich finde es schön, dass es beim Notar immer so freundlich zugeht. Während es bei Rechtsanwälten oft um Streit geht, haben wir eher die Rolle des Vermittlers. Das gefällt mir gut.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf>> 

abi>> 11.07.2016