Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Projektmanagerin mit Blick für Gestaltung

Ein Mann kontrolliert Unterlagen von Berechnungen an seinem Schreibtisch.
Um den geschützten Titel "Architekt/in" führen zu können, muss man Mitglied in einer Architektenkammer sein.
Foto: Martin Rehm

Architektin

Projektmanagerin mit Blick für Gestaltung

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW vermietet seine Immobilien an Landesinstitutionen wie Ministerien, Gerichte oder Hochschulen. Mittendrin ist dabei die Architektin Katrin Evertz. Die 35-Jährige kümmert sich in der Düsseldorfer Zentrale des Landesbetriebs um die Optimierung der Ausschreibungs-, Vergabe- und Abrechnungsprozesse.

Bisher führt Katrin Evertz vor allem Gespräche mit der Geschäftsführung, mit den Niederlassungsleitern und mit Vertretern der verschiedenen Geschäftsbereiche. Dabei will sie herausfinden, wo Theorie und Praxis bei der täglichen Arbeit auseinanderklaffen und was sie tun kann, damit alles runder läuft. Sprich: Sie verschafft sich erstmal einen Überblick. Dazu gehört auch, dass sie viel liest, zum Beispiel interne Dokumentationen. Die Architektin führt näher aus: „Programme, Prozesse und gesetzliche Rahmenbedingungen wandeln sich. Die Dokumentation bleibt dabei schon mal auf der Strecke und kann Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dann nicht mehr weiterhelfen.“ Ihre Aufgabe ist es, diese Prozesse zu optimieren, so dass am Ende weniger Unklarheiten bei den Mitarbeitern bestehen. Sie sollen etwa genau wissen, wie sie sich verhalten müssen, wenn Fehlermeldungen am Computer auftreten.

Katrin Evertz‘ neue Stelle knüpft an ihre bisherigen Tätigkeiten an, in denen es immer darum ging, Ordnung in bestimmte Abläufe zu bringen, Besprechungsstrukturen zu etablieren und Dokumentationswege zu entwickeln. Dabei hilft ihr vor allem ihre Erfahrung im Projektmanagement, aber auch das gestalterische Know-how aus dem Architekturstudium: „Man muss nicht nur strukturiert sein und einen Überblick über die Kosten haben, sondern auch ein Gespür dafür, welche planerischen Entscheidungen sinnvoll sind. Dafür braucht man die Perspektive eines Architekten“, sagt sie.

Spezieller Fokus im Studium

Ein Porträt-Foto von Katrin Evertz

Katrin Evertz

Foto: Privat

Was muss man über das Vergabe-, Bau- und Urheberrecht wissen? Wie läuft ein Bebauungsplanverfahren? Wie kann man den Wert bestehender Gebäude durch Instandhaltung oder Modernisierungen steigern? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich Katrin Evertz während ihres Diplomstudiums in Architektur an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Damit lag ihr Fokus auf Themen, für die sich die meisten ihrer Kommilitonen eher weniger interessierten.

Dieser Interessenschwerpunkt war es jedoch, der ihr den Weg zu ihrem heutigen Arbeitgeber ebnete – dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW. Sie erinnert sich: „Im letzten Studienjahr berichtete ein Vertreter des Betriebs in einem Vortrag über die Entwicklung eines Campusprojekts in Aachen. Das Projekt war gerade in der Startphase und es ging darum, ein Gebiet in der Größenordnung eines Stadtgebiets für die Hochschule zu entwickeln“. Katrin Evertz fühlte sich angesprochen – zumal sie in Aachen zuhause ist und wusste, dass ihr das Projektmanagement liegt. Nach dem Abschluss bewarb sie sich deshalb beim BLB und bekam die Stelle der Projektleitung.

Kein Architekt ohne Kammer

Damit war der Grundstein für einen steilen Aufstieg gelegt. Nach zwei Jahren hatte Katrin Evertz die notwendigen Weiterbildungen und Tätigkeiten beim BLB gemacht, um Mitglied der Architektenkammer zu werden. Das ist Voraussetzung, um den geschützten Titel „Architekt/in“ führen zu dürfen. Anschließend lernte die junge Frau in einem Führungskarriereprogramm dann alles, was sie über Kommunikation, Mitarbeiterführung und Wirtschaftlichkeit wissen muss und übernahm die Leitung ihrer Abteilung.

Von dort aus wechselte sie in die Zentrale, wo sie sich zunächst um die Unterbringung von Flüchtlingen kümmerte. Hier war ihr Fachwissen in Projektmanagement hilfreich: Wie geht man die bevorstehende Aufgabe der Unterbringung an? Welche Abläufe und Entscheidungswege muss man einhalten? Und wie werden sie dokumentiert? Nachdem Katrin Evertz diese Punkte geklärt hatte, konnte das Projekt starten.

Optimieren, strukturieren, aktualisieren

Seit rund einem Monat ist sie nun für die Prozessoptimierung bei den Ausschreibungen, die Auftragsvergabe und die Abrechnungen zuständig – über alle Niederlassungen und die Zentrale hinweg. „Der BLB wurde 2000 gegründet und seine Strukturen sind seitdem gewachsen. Von Zeit zu Zeit muss man prüfen, welche Prozesse noch funktionieren und welche aktualisiert werden müssen, wie man die Dinge besser, transparenter, vielleicht auch schneller erledigen kann. Auch, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren“, erklärt die 35-Jährige.

Katrin Evertz fühlt sich beim BLB nach wie vor sehr wohl – auch weil sie als Mutter von zwei kleinen Kindern hier flexible Teilzeitmodelle und Home-Office-Möglichkeiten nutzen kann.

abi>> 01.08.2016

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts