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IoT-Entwicklerin: Vernetzte Städte

Karin Rolli arbeitet als Digital Solutions Expertin Internet of Things bei der MVV Energie AG in Mannheim. Im Smart-Cities-Team entwickelt die 34-Jährige Lösungen für Kundinnen und Kunden in ganz Deutschland.

Ein Porträt-Foto von Karin R.

Jeden Dienstag trifft sich das Smart-Cities-Team, um neue Kundenanfragen zu besprechen. Heute geht es unter anderem um die Steuerung von Solaranlagen. Im Team wird geklärt, ob die Anfrage technisch umsetzbar ist und wie groß der Aufwand sein wird. Im Anschluss wird der Auftrag in Arbeitspakete aufgeteilt. Karin Rolli ist im Team Expertin für die sogenannten Frontends: Sie entwickelt Schnittstellen zu den Datenplattformen und gestaltet die Benutzeroberflächen.

„Internet of Things, oder kurz IoT, bedeutet, dass wir Gegenstände untereinander und mit Menschen vernetzen. Ich sorge dafür, dass die Nutzer optimalen Zugriff auf die Daten bekommen und sinnvolle Auswertungen abrufen können“, erklärt sie. Andere Teammitglieder kümmern sich um die Sensoren an den Photovoltaikanlagen, die Daten in die IoT-Cloud übermitteln. Mit schlauer Programmierung werden Daten zusammengeführt, um die Leistung eines Solarmoduls präzise zu erfassen. Geräte, die Energie erzeugen, und Menschen werden intelligent miteinander vernetzt. „Mit unseren Applikationen lassen sich Anlagen effizient steuern und auf den individuellen Stromverbrauch abstimmen. Auf unseren Dashboards können Kunden passgenaue Analysen und Charts abrufen“, erläutert Karin Rolli.

  • Ein Porträt-Foto von Karin R.

    Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten des IoT, die erst im Ansatz umgesetzt sind. Unsere Abteilung ist im Aufbau. Wir leisten Pionierarbeit und haben großes Potenzial für die Zukunft.

    Karin Rolli, IoT-Entwicklerin

Puzzeln an der Zukunft

IoT macht das Leben einfacher, besser und nachhaltiger. Davon ist Karin Rolli überzeugt: „Smart Cities oder intelligent organisierte Städte, in denen Anlagen zur Stromerzeugung, Wasserversorgung, Verkehrsüberwachung und Abfallentsorgung vernetzt sind, können Prozesse so steuern, dass Emissionen verringert und Ressourcen effizient eingesetzt werden.“ Das IoT kann helfen, Staus zu umfahren oder zu vermeiden. Der Müll wird abgeholt, wenn die Tonne voll ist und der Energieverbrauch im Haus lässt sich so steuern, dass ein angenehmes Wohnklima Umwelt und Klima nicht belastet.

Eine sinnvolle Aufgabe ist Karin Rolli wichtig, daher wechselte sie im April 2023 zu MVV, um zum Gelingen der Energiewende und damit zu mehr Klimaschutz beizutragen. Das Mannheimer Unternehmen ist Vorreiter bei der Energiewende und will bis 2035 klimapositiv werden. Im Unternehmen gefällt ihr auch die Arbeitsatmosphäre. „Der Austausch mit den Produktentwicklern und im Programmierteam ist sehr offen und direkt“, sagt die 34-Jährige. Den Großteil ihrer Arbeitszeit verbringt sie am Rechner. Abstraktionsvermögen, analytisches Denken und präzise Dokumentation sind in ihrem Beruf unverzichtbar. Alle Codes müssen für die Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar sein. „Aber Softwareentwickler sind auch kreative Menschen“, fügt sie hinzu. „Wir erfinden aus einem Set von Möglichkeiten neue Lösungen, ein wenig wie beim Puzzeln.“

Das Internet of Things hat sie seit jeher fasziniert. „IoT hat einen sehr futuristischen Charakter. Gleichzeitig ist der praktische Nutzen so greifbar: IoT macht unser Leben einfacher.“ Nach dem Abitur 2008 begann sie ein Studium der medizinischen Informatik an der Hochschule Mannheim; den Master schloss sie 2016 ab. Während des Studiums befasste sie sich als Hilfskraft am Fraunhofer Institut mit Robotik und der Automatisierung medizinischer Laborgeräte. Ins Berufsleben stieg sie 2017 bei einem mittelständischen Unternehmen im Maschinenbau ein und arbeitete dort an Projekten zu Industrie 4.0 und der Steuerung technischer Geräte.

Sprung ins kalte Wasser

Bei ihrer aktuellen Aufgabe zu Smart Cities ist sie noch im Entdeckermodus. „Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten des IoT, die erst im Ansatz umgesetzt sind. Unsere Abteilung ist im Aufbau. Wir leisten Pionierarbeit und haben großes Potenzial für die Zukunft“, erklärt sie.

Ihr Studienschwerpunkt in der medizinischen Informatik war eine gute Grundlage für ihre berufliche Weiterentwicklung. „Ein Informatik-Studium bildet ohnehin nur die Grundlage“, sagt sie. „Das Feld der Anwendungsbereiche ist riesig und man springt immer wieder ins kalte Wasser.“ Entsprechend steil ist ihre Lernkurve auch heute noch. „Ich lerne ständig dazu. Fachlich mit neuen Techniken und Tools sowie menschlich, im Austausch mit den Kollegen“, erzählt Karin Rolli. Über ihre weitere berufliche Entwicklung macht sie sich keine großen Gedanken: „Das lasse ich auf mich zukommen.“ An spannenden Aufgaben wird es nicht fehlen, das steht fest.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Onlinelexikon für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: IoT-Entwickler/in).
www.arbeitsagentur.de/berufenet

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung
www.studienwahl.de

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/jobsuche

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www.bitkom.org