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Tunnelbau vom Büro aus

Ein zylinderförmiges Stahldrahtgeflecht lagert auf einer Baustelle.
Ob Tunnel-, Hochhäuser- oder Windparkprojekte – das Bauingenieurswesen hält viele spannende Arbeitsbereiche und Tätigkeitsfelder bereit.
Foto: Martin Rehm

Bauingenieur

Tunnelbau vom Büro aus

Hohe Mathematik für tiefe Tunnel: Bauingenieur Moritz Rayermann (28) führt bei der Hochtief Engineering Gmbh in Essen Berechnungen durch, damit unter der Erde gebaut werden kann.

Der Bauingenieur ist in der Abteilung Consult Infrastructure tätig, der zentralen Technischen Abteilung für den Tief- und Ingenieurbau. Dort kümmert er sich in seiner Fachgruppe um die Geotechnik und alle anderen Fragen, die mit dem Bauen unter der Erde zu tun haben. „Innerhalb meines Spezialgebiets habe ich hier sehr vielfältige Aufgaben, so dass ich mich jetzt noch nicht so sehr auf einen Bereich festlegen muss. Das hat mich an der Tätigkeit gereizt“, erzählt der Berufseinsteiger.

Tunnel, Hochhäuser, Offshore-Projekte

Ein Porträt-Foto von Moritz Rayermann

Moritz Rayermann

Foto: privat

Moritz Rayermann arbeitet vor allem von seinem Büro aus, gelegentlich fährt er auch auf die Baustelle oder zu Kundenbesprechungen. Besonders froh ist er darüber, dass seine Firma international tätig ist. So hatte er schon die Möglichkeit, auf Baustellen in England, Indonesien und Katar zu arbeiten. Anders als einige seiner Kommilitonen, die nach dem Studium in die Bauleitung eingestiegen sind, ist er vor allem für die technische Planung und Bearbeitung von Projekten zuständig. „Zurzeit kümmern wir uns zum Beispiel um die Gründung, also das Fundament, für ein Hochhaus, das demnächst in London gebaut wird. Wir bekommen Berichte, die verschiedene Daten beinhalten. Daraus berechnen wir, welche Dimensionen die Bodenplatte haben muss, auf der das Gebäude später stehen soll. Außerdem, welche Last die Pfähle aushalten müssen, auf denen diese Platte liegt“, sagt er.

Bei einem anderen Projekt wird ein neuer Windpark vor der belgischen Küste gebaut. Die Windräder werden hierbei von einem speziellen Schiff installiert, das sich mit vier ausfahrbaren Beinen auf den Meeresboden stellt: „Mithilfe der Erkundungsdaten des Baugrundes und aufgrund von Erfahrungswerten sowie Richtlinien rechnen wir aus, wie viel Last wir auf die einzelnen Beine bringen können, ohne dass eines von ihnen absackt“, erklärt der Ingenieur.

Fundament aus dem Studium

Das Handwerkzeug, das Moritz Rayermann für diese Arbeit braucht, hat er sich im Studium angeeignet. Als wissenschaftliche Hilfskraft an seinem Lehrstuhl und als Praktikant bei einem Ingenieurbüro in den USA konnte er dieses Wissen vertiefen. Auch in seinem Berufsalltag lernt er permanent dazu: „Einige der Computerprogramme, mit denen wir unsere Berechnungen durchführen, wurden mir zum Beispiel im Studium vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit, sie mal auszuprobieren. Jetzt arbeite ich tagtäglich damit“. Was er im Studium gelernt hat, ist sich Moritz Rayermann sicher, war nur das Grundgerüst für seine heutige Tätigkeit. Darauf will er jetzt in den ersten Berufsjahren mit praktischen Erfahrungen und vertieftem Fachwissen weiter aufbauen.

Kurz vor dem Abitur hatte Moritz Rayermann den Wunsch, in der Entwicklungshilfe zu arbeiten – in der Hoffnung, damit die Welt ein bisschen besser zu machen. Aufgrund seines Faibles für Mathematik und Naturwissenschaften entschied er sich, Bauingenieurwesen zu studieren, um damit die Infrastruktur in Entwicklungsländern voranzubringen. Während seines Bachelorstudiums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen entwickelte er dann besonderes Interesse an Geotechnik und Tunnelbau. Auf diese Bereiche spezialisierte er sich im Masterstudium.

Einfacher Berufseinstieg

Nach seinem Abschluss vor zwei Jahren gelang Moritz Rayermann dann der Berufseinstieg bei der Hochtief Engineering GmbH in Essen. „Eine Kommilitonin, die damals schon hier tätig war, hatte mir von der Abteilung und meinem jetzigen Chef erzählt. Als ich dann mit meinem Professor und einigen Kommilitonen auf einer Fachtagung war, konnte ich ihn kennenlernen. Ich reichte wenig später meine Bewerbung ein, bekam direkt die Einladung zum Vorstellungsgespräch und hatte kurz darauf meinen Vertrag in der Tasche“, erzählt der 28-Jährige. Er fühlt sich wohl bei Hochtief. Und wer weiß: Vielleicht gehören zu seinen Aufgaben eines Tages doch noch Bauprojekte im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe. Denn ganz aufgegeben hat Moritz Rayermann seinen Wunsch, Menschen in anderen Ländern mit seiner Arbeit zu helfen, bis heute nicht.

abi>> 26.07.2016

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