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Bauen in aller Welt

Baustelle mit Baukränen
Bauingenieure wie Björn Fries koordinieren den Arbeitsablauf auf Baustellen und kontrollieren laufend Qualität und Kosten.
Foto: Burkhardt Hellwig

Bauingenieur

Bauen in aller Welt

Klotzen in Kirgisistan: Björn Fries ist als Projektleiter für die Arnstorfer Lindner Entwickler.Planer.Ingenieure GmbH häufig auf Baustellen im Ausland unterwegs. Derzeit koordiniert der 25-jährige Bauingenieur den Neubau der Deutschen Botschaft in der Hauptstadt Bischkek.

„Nach meinem Studium in Bauingenieurwesen an der Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz bekam ich das Angebot, als Assistent der Bauleitung für die niederbayerische Lindner Group nach Tirana in Albanien zu gehen. Dort wurde ein Business Park gebaut“, erzählt Björn Fries. Anschließend bekam er eine Anstellung im Tochterunternehmen Lindner Entwickler.Planer.Ingenieure GmbH in Arnstorf und arbeitet dort seitdem in einem Generalplanerteam. Dieses realisiert für das Auswärtige Amt Bauprojekte im Ausland. „Zunächst habe ich von Deutschland aus ein Projekt in Russland geplant, später ging es drei Monate nach Beirut, wo ich einen unserer Projektmanager vertreten habe“, berichtet er.

Sprung ins kalte Wasser mit Rückhalt der Kollegen

Ein Porträt-Foto von Björn Fries

Björn Fries

Foto: Michael Zimmermann

Seit Mai 2017 ist Björn Fries als Projektleiter mit einem kleinen Team im zentralasiatischen Kirgisistan im Einsatz, wo die Neuunterbringung der Deutschen Botschaft in Bischkek gebaut wird. „Meine Aufgabe ist es, den Generalunternehmer und die deutschen Firmen, die involviert sind, zu koordinieren“, erklärt der Bauingenieur. Er erstellt Terminpläne, achtet darauf, dass diese eingehalten werden und kontrolliert Qualität und Kosten auf der Baustelle. „Das ist im Ausland oft gar nicht so einfach, weil hier einfach eine andere Mentalität herrscht als bei uns“, so die Erfahrung des Projektleiters.

Er muss mithilfe eines Übersetzers mit den Vorarbeitern auf der Baustelle reden, auf Mängel hinweisen, und manchmal gibt es auch Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial. „Ich habe in Tirana und Beirut gelernt, ins kalte Wasser zu springen, wurde immer wieder mit Konflikten und Problemen konfrontiert, konnte aber auf den Rückhalt und Rat meiner Kollegen in Arnstorf zählen. Daraus habe ich für meinen heutigen Einsatz viel gelernt“, sagt Björn Fries.

Auf Großvaters Spuren

Jedes Land sei wieder anders, so sein Eindruck, und man müsse sich immer wieder neu auf die Menschen, die an den Bauprojekten beteiligt sind, einstellen. Knapp die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Björn Fries mit seinem Team auf der Baustelle, die andere Hälfte im Büro, wo alles Wichtige dokumentiert, koordiniert und organisiert wird. In regelmäßigen Abständen fliegt er für ein paar Tage nach Hause zu seiner Familie. Nach Abschluss des Projekts in Kirgisistan in etwa einem halben Jahr soll sein nächstes Projekt dann in Deutschland stattfinden, damit er auch wieder mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen kann.

Letztere hatte indirekt wohl auch Einfluss auf seine Berufswahl: Bereits sein Großvater war Bauingenieur. Während des Schulpraktikums sowie in den Ferien hat Björn Fries außerdem selbst auf dem Bau gearbeitet. „Ich kannte die Baubranche dadurch ein bisschen und habe mich deshalb für ein Bauingenieurstudium entschieden“, berichtet er. Als Vertiefungsrichtung wählte er Projektmanagement/Bauleitung. „Die Projektleitung auf einer Baustelle durfte ich bereits während meines dreimonatigen Vorpraktikums bei der Lindner Group kennenlernen“, sagt der Bauingenieur.

Das Wichtigste: immer höflich und respektvoll

Allen angehenden Bauingenieuren rät er, schon frühzeitig Erfahrung auf dem Bau zu sammeln. „Außerdem sollte man gut mit Menschen umgehen, sich durchsetzen, Mitarbeiter motivieren und regelmäßig Feedback geben können – auch positives. Das Wichtigste ist, die Menschen immer höflich und respektvoll zu behandeln.“ Da kein Bauprojekt wie das andere ist, müssen Bauingenieure flexibel sein. Mit den Jahren und der Berufserfahrung steigt auch das Budget, für das man verantwortlich ist. Gesamtprojektleiter zu werden und damit mehrere Projektleiter zu führen, ist ein Ziel, das Björn Fries anstrebt. Seine nächsten Stationen werden zeigen, wohin seine Reise als Bauingenieur geht. „Man lernt auf jeden Fall bei jedem Projekt Neues dazu.“

abi>> 30.11.2017