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Die Beschaffenheit von Asphalt

Junger Mann nimmt Erdprobe auseinander
Entspricht das Material den geforderten Qualitätsansprüchen? Um dies zu gewährleisten, prüft Laurenz Benning Proben aus dem Mischwerk.
Foto: Martin Rehm

Baustoffprüfer

Die Beschaffenheit von Asphalt

Laurenz Benning (27) leitet das Labor eines Asphaltproduzenten in Nordrhein-Westfalen. Um die Qualität von Straßenbelägen zu gewährleisten, prüft der Baustoffprüfer Proben aus dem Mischwerk und erfüllt damit einen wichtigen Part des Produktionsprozesses.

„Meine Arbeit beinhaltet ein optimal ausgewogenes Verhältnis zwischen Büroarbeit und Laborarbeit“, erzählt Laurenz Benning. Sein Arbeitstag bei Eiffage Infra-Asphalt GmbH in Castrop-Rauxel beginnt in der Regel um fünf Uhr morgens. Er und der Mischmeister erhalten bereits am Vortag einen Tagesplan vom Disponenten, aus dem hervorgeht, welche Baustellen um wie viel Uhr mit wie viel Tonnen welcher Sorte Asphalt beliefert werden müssen. Der Mischmeister weiß somit, welche der 400 Asphalt-Rezepturen er mischen muss. Laurenz Benning kontrolliert im Anschluss, ob der Asphalt tatsächlich die vorgegebene Zusammensetzung aus dem Bindemittel Bitumen und Gesteinskörnung hat.

„Ich überprüfe sozusagen unser eigenes Mischwerk“, erklärt der 27-Jährige. „Wir haben eine große Anlage – da kann es bei Tausenden von Betriebsstunden vorkommen, dass zum Beispiel die Waage oder die Siebmaschine defekt ist. Oder mit den Materialien aus den Steinbrüchen ist etwas nicht in Ordnung. Es ist allerdings relativ selten, dass wirklich einmal etwas nicht stimmt und ich beispielsweise zur Baustelle fahren muss, um Probleme zu klären.“

180 Grad heiß

Ein Porträt-Foto von Laurenz Benning

Laurenz Benning

Foto: privat

Aber nicht nur dem eigenen Werk und den Auftraggebern ist er Rechenschaft schuldig, sondern auch dem Gesetzgeber. „Wir legen unsere Eigenprüfung jedes Jahr offen, damit wir das notwendige Zertifikat für unser Mischwerk bekommen.“ Ein gewisses Maß an sprachlichem Ausdrucksvermögen darf einem Baustoffprüfer also nicht fehlen: „Da ich ständig Prüfberichte und Bewertungen schreiben muss, ist eine gute Kenntnis der deutschen Sprache notwendig.“ Außerdem ist naturwissenschaftliches Basiswissen und ein guter Blick für das Material erforderlich: „Da ich 180 Grad heißen Asphalt nicht anfassen kann, muss ich mich auf mein Augenmaß verlassen können“, erklärt er.

Die Arbeitszeiten als Baustoffprüfer variieren stark in Abhängigkeit von den Jahreszeiten. Da Materialien in der Kälte des Winters oft nicht verbaut werden können, konzentriert sich das Hauptgewerbe auf die wärmere Jahreszeit. Damit die Bauherren die vorgegebenen Produktionszeiten einhalten können, muss der Laborleiter in der Hauptsaison oft an Wochenenden und Feiertagen arbeiten. „Während im Winter manchmal nur wenige Tonnen das Mischwerk verlassen, können es im Sommer mehrere Tausend sein“, erklärt der Baustoffprüfer.

Von Beginn an überzeugt

Ein schulisches Pflichtpraktikum im Labor für Baustoffprüfung am Lehrstuhl für Verkehrswegebau der Ruhr-Universität Bochum hat Laurenz Benning den Weg geebnet. „Schon am ersten Tag wusste ich, dass Baustoffprüfung das ist, was ich machen will“, erinnert er sich. Um ganz sicher zu gehen, hat er ein Jahr später die Sommerferien genutzt, um ein zweites Mal im Baustofflabor zu praktizieren. Dort hat er nach dem Abitur auch seine Ausbildung absolviert und als Jahrgangsbester abgeschlossen. Danach arbeitete er zwei Jahre bei einem europaweit agierenden Bauunternehmen, in dem er auch Erfahrungen im Ausland sammeln konnte. Dann wurde ihm die Stelle als Laborleiter in Castrop-Rauxel angeboten. In seinem insgesamt sechsköpfigen Team ist er sehr zufrieden: „Wir respektieren uns gegenseitig.“

abi>> 23.03.2017

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