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Die Cloud gestalten

Abbildung eines bewölkten Himmels.
Als viele die Wolke nur mit einer Wetterlage in Verbindung brachten, tüftelte Anja Fiegler bereits an einer ersten Cloud-Lösung.
Foto: Meramo Studios

Cloud Architect

Die Cloud gestalten

Wenn ein Unternehmen einen Platz in der Cloud wünscht, tritt Anja Fiegler (35) auf den Plan. Von der Produktentwicklung bis zur Platzierung beim Kunden reichen ihre Aufgaben bei der Deutschen Telekom in Magdeburg.

Anja Fiegler war von Anfang an mit dabei: Zu einer Zeit, als viele die „Wolke“ nur mit einer Wetterlage in Verbindung brachten, tüftelte sie zusammen mit Experten eines großen Software-Herstellers an einer ersten Cloud-Lösung für die Automobilbranche, die dann auch erfolgreich eingeführt wurde. „Das ist erst sechs Jahre her, doch auf dem Gebiet hat sich seitdem so viel getan, dass diese Technologie für uns allgegenwärtig ist“, sagt die Diplom-Informatikerin. Sie arbeitet bei T-Systems in Magdeburg, einem der größten Cloud-Rechenzentren Deutschlands.

Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Fachinformatikerin war sie vom Konzern übernommen worden und absolvierte berufsbegleitend ein Informatikstudium an der Universität Magdeburg. „Ich habe dann zunächst als IT-Anwendungsbetreuerin gearbeitet und bin allmählich in die Software-Entwicklung und -Architektur hineingewachsen“, beschreibt sie ihren Werdegang.

Produktdesign und Kundentermine

Ein Porträt-Foto von Anja Fiegler

Anja Fiegler

Foto: Privat

Als schließlich intern eine Stelle als Solution-Architektin für Cloud-Produkte ausgeschrieben war, bewarb sich Anja Fiegler. Voraussetzung dafür waren neben dem Studienabschluss auch Erfahrungen in den Vorgängersystemen, der Nachweis von Schulungen zu Themen der Software-Architektur und Fachwissen im Bereich Cloud Computing. „Regulär werden auch Arbeitsreferenzen wie selbst entworfene Konzepte erwartet, die in diesem Fall nicht erforderlich waren, da man meine Ergebnisse schon aus vorherigen Projekten kannte“, erklärt Anja Fiegler.

Ihre heutigen Aufgaben umfassen zwei große Bereiche. „Zum einen entwickeln wir verschiedene Cloud-Produkte und platzieren sie auf dem Markt, zum anderen bringen wir passende Cloud-Lösungen bei Geschäftskunden an und beraten dazu entsprechend.“ Im Bereich der Entwicklung und des Designs ist die 35-Jährige an allen Schritten beteiligt, von der Idee über die Prototypen bis hin zum Endprodukt. Interessiert sich ein Kunde für ein solches Produkt, steht Anja Fiegler ihm beratend zur Seite. Im Gespräch klärte sie Fragen nach der Sicherheit oder in welcher Schicht („Layer“) der Cloud der Kunde einsteigen möchte. „Einige benötigen nur Ressourcen in der untersten Schicht, also pure Rechenleistung, um eigene Applikationen einbringen zu können. Andere Kunden wiederum wünschen sich in der Cloud beispielsweise einen Konferenzdienst oder einen virtuellen Desktop.“

Immer auf dem Laufenden

Anders als man meinen könnte, sitzt die 35-Jährige nur selten im stillen Kämmerlein vor dem PC, sondern hat oft mit Menschen zu tun und ist viel auf Reisen. Mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitszeit nehmen daher Kundentermine ein. Bahnhöfe und Flughäfen sieht Anja Fiegler häufig, im In- wie im Ausland. Vor Ort trifft sie ihre Ansprechpartner, um in Meetings weitere Abstimmungen oder Entscheidungen zu treffen und das Projekt voranzutreiben.

„Man benötigt in der Cloud-Architektur sehr gute analytische Fähigkeiten, um die Kundensituation schnell zu erfassen und muss sich ständig auf dem Laufenden halten, denn in diesem Bereich ändert sich wöchentlich etwas“, lautet ihre Erfahrung. Wenn es also etwa bei IBM, Microsoft oder Google etwas Neues gibt, zieht sie umgehend Schlüsse daraus. Auch ausgefeilte Präsentationstechniken und kommunikative Fähigkeiten werden von ihr erwartet.

Auch in der Doktorarbeit ist die „Wolke“ präsent

Weil ihre Aufgaben inzwischen ganze Unternehmensstrukturen betreffen, hat Anja Fiegler inzwischen den Status der Enterprise-Architektin erreicht. „Zu meinen Aufgaben gehört nun auch, über die Cloud hinaus weitere Produkte und Dienstleistungen anzubringen“, erklärt sie. „Dazu gehören etwa neue Technologien wie beispielsweise das Internet der Dinge sowie Analysen großer Datenmengen in der Cloud.“ Auch in ihrer Promotion, die sie berufsbegleitend gerade abschließt, ist die „Wolke“ präsent: Es geht um die Qualitätsbewertung von Cloud-Systemen.

abi>> 28.09.2015