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Stadt, Land, Fluss digital

Gezeichnete Landkarte
Geoinformatiker finden beispielsweise in der Stadt-, Regional-, oder Landesplanung Beschäftigungsmöglichkeiten.
Foto: Axel Jusseit

Geoinformatiker

Stadt, Land, Fluss digital

Ob Datenmanagement für das Stadtplanungsamt, Lagebildbeschaffung für die Feuerwehr oder Software-Schulungen: Als Solution Engineer und Consultant bei der Esri Deutschland GmbH berät Geoinformatiker Sven Harpering (27) Landkreise, Städte und Gemeinden rund um Geoinformationssysteme.

„Den meisten kommunalen Entscheidungen, zum Beispiel im Straßenbau, bei der Ansiedlung von Gewerbe oder Einsatzplanungen von Polizei und Feuerwehr, liegen Geodaten zugrunde“, erklärt Sven Harpering. Seit gut zwei Jahren ist er bei dem Softwarehersteller für Geoinformationssysteme (GIS) im technischen Vertrieb tätig. Davor hat er als GIS-Trainer- und Consultant in Trier gearbeitet und sein Studium abgeschlossen: Dem Bachelor in Geoinformatik folgte der Master an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

App für Gefahren im Straßenverkehr

Ein Porträt-Foto von Sven Harpering

Sven Harpering

Foto: Privat

Interessiert sich eine Kommune für eine Geoinformationssoftware, steht am Anfang die Bedarfsermittlung. Sven Harpering schildert ein Beispiel: „Ein Stadtplanungsamt möchte mithilfe von Schülern Gefahren auf dem Schulweg erfassen lassen. Sie kennen den Weg und potenzielle Gefahren besser als die Verantwortlichen in der Kommune. Die Daten erleichtern die Weiterentwicklung der kommunalen Straßenplanung – ein konkreter Nutzen für die Kommune.“ Sven Harpering bringt sein technologisches Know-how mit den fachspezifischen Fragestellungen der Kommune zusammen. Wie könnten Webanwendung und Realisierung aussehen? Das Ergebnis ist eine Applikation, mit der Schüler auf einem mobilen Endgerät, etwa einem Smartphone, potenzielle Gefahren erfassen und online an das Amt weiterleiten können. Die Daten werden direkt kartiert. Auf dieser Basis trifft die Kommune dann weitere Entscheidungen. „Der Dialog mit dem Kunden ist ein Aspekt, bei dem ich viel lerne – und sogar manchmal erstaunt bin, wo Geoinformationssysteme zum Einsatz kommen: Der Flughafen Hamburg steuert etwa die Baumbeschneidung über ein GIS“, erklärt der Geoinformatiker.

Mitunter programmiert Sven Harpering Webanwendungen um oder implementiert Erweiterungen in einer anderen Programmiersprache. Ist die Software installiert, bleibt er der Kommune weiterhin erhalten: Er erkundigt sich regelmäßig nach Änderungs- oder Updatewünschen und beantwortet Anfragen von Bestandskunden.

Gute Englischkenntnisse wichtig

Neben Programmieren, Beratung und Projektmanagement vermittelt Sven Harpering sein Fachwissen in Schulungen an die involvierten kommunalen Betriebe. Außerdem ist er als Dozent am Institut für Geoinformatik der Universität Münster tätig und unterrichtet dort im GIS-Grundkurs. Er weiß, dass vor allem gute Englischkenntnisse für zukünftige Geoinformatiker wichtig sind, denn Fachliteratur und Softwareoberflächen sind meist englischsprachig. Zudem empfiehlt er den Besuch von fachspezifischen Messen: „Dort bekommt man einen sehr guten Überblick über die einschlägigen Firmen und kann nützliche Kontakte knüpfen.“ Sven Harpering selbst präsentiert auf solchen Messen Software oder beantwortet Kundenanfragen. Im Vorfeld erstellt er Demoversionen für Webanwendungen, etwa für die „Schlagloch-App“, bei der mit Unterstützung der Bürger Straßenschäden kartiert werden.

Messevorbereitung, Kundentermine, Trainings, Vorträge, Meetings, interne Schulungen: Die Aufteilung zwischen Büroarbeit und Außenterminen findet Sven Harpering ideal und ist mit seiner Tätigkeit in Münster mehr als zufrieden: „Es ist aber gut zu wissen, dass ich bei einem internationalen Unternehmen viele Möglichkeiten habe, auch im Hinblick auf einen Wechsel ins Ausland.“

abi>> 18.11.2015