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Alles auf eine Karte

Eine junge Vermessungstechnikerin blickt durch ein Vermessungsgerät.
Geomatiker arbeiten für das Erstellen von Karten und Grafiken größtenteils mit Daten von Vermessungstechnikern, erfahren in ihrer Ausbildung aber auch selbst, wie Gelände und Gebäude vermessen werden.
Foto: Axel Jusseit

Geomatiker/in – Hintergrund

Alles auf eine Karte

Wer schon mal mit einer Karte oder einer Navigations-App seinen Weg gefunden hat, vertraut auf die Arbeit von Geomatikern: Sie nehmen geografische Daten auf und bereiten sie für private und öffentliche Nutzer auf. Dreiviertel der Auszubildenden in diesem anspruchsvollen Beruf sind Abiturienten.

Was symbolisiert die Kuh? Einen Bauernhof, eine Käserei oder einen Zoo? „Ein Geomatiker weiß, dass er auf der Karte nicht alle drei Institutionen mit demselben Kuhsymbol versehen kann, weil das die Nutzer verwirren würde. Außerdem ist ihm bewusst, dass die Mehrheit derjenigen, die die Karte lesen, wahrscheinlich vor allem den Nutztierbetrieb mit der stilisierten Kuh verbinden. Daher sollte man für diesen das Kuhsymbol wählen und die Käserei eher mit einem Camembert, den Zoo mit einem Pelikan bezeichnen“, erklärt Dirk Zellmer, Leiter der Kommission für Aus- und Weiterbildung der Deutschen Gesellschaft für Kartografie.

Mix aus Technik und Gestaltung

Ein Porträtbild von Dirk Zellmer

Dirk Zellmer

Foto: privat

Sich in die Nutzer von Karten, Apps oder Navigationssystemen hineinversetzen zu können, gehört für den Experten neben dem gestalterischen Grundverständnis zu den wichtigsten Grundvoraussetzungen eines angehenden Geomatikers. Weitere sind ein gutes räumliches Orientierungsvermögen und technisches Verständnis. „Geomatiker arbeiten heutzutage vor allem am Rechner mit Spezialsoftware für Geoinformationssysteme (GIS) oder andere Fachinformationssysteme. Damit können sie zum Beispiel für die Umweltplanung Nistplätze oder Grundwasservorkommen elektronisch kartografieren“, begründet Dirk Zellmer. Auch Interesse und Talent für Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie sind hilfreich in diesem Beruf.

Die Geomatiker bilden eine recht kleine Berufsgruppe, was sich auch an der Zahl der Ausbildungsanfänger widerspiegelt: jährlich sind es bundesweit rund 200. Dreiviertel von ihnen sind Abiturienten, die oft an die Ausbildung ein fachnahes Studium anschließen. [Mehr zu diesem Weg erfährst du in „Aktuelle und genaue Daten für Jedermann“.] Das Berufsfeld wurde 2009 neu gestaltet; es löste das des Kartografen ab.

Viel Arbeit am Computer

In der dreijährigen Ausbildung lernen die zukünftigen Geomatiker, Daten aufzunehmen, zu organisieren und aufzubereiten. Sie vermessen selbst oder erhalten Daten von externen Anbietern. Im ersten Lehrjahr erfahren sie Grundlegendes dazu, welche Arten von Geodaten es gibt und wie man sie ermittelt. „Die Daten danach zu managen, bedeutet viel Arbeit am Rechner. Die Schüler erfahren zum Beispiel, wie man am Computer aus den Daten Linien oder Flächen entstehen lässt. Bei der Aufbereitung überlegen sie, welche App für welche Daten geeignet wäre oder auf welches Papier man eine bestimmte Karte am besten druckt“, erläutert Dirk Zellmer. Mehr über den Ausbildungsalltag einer angehenden Geomatikerin liest du in „Vielfältige Infos auf Karten darstellen“

Geomatiker kooperieren oft mit den Vertretern verwandter Berufe wie den Vermessungstechnikern, die hauptsächlich Daten aufnehmen, sowie Assistenten für Geovisualisierung, die vor allem Daten gestalten. „Geomatiker können das alles auch – und noch einiges mehr. Das macht den Beruf so vielseitig“, betont der Experte.

Behörde, Firma, Gamedesign?

Die Aussichten auf eine spätere Anstellung sind gut, versichert Dirk Zelmer: „Gute Geomatiker werden gebraucht. Deshalb haben fertig Ausgebildete fast eine Jobgarantie.“

Mit den Plänen, Karten und Apps, die sie gestalten, können sie fast bei allen Behörden und privaten Unternehmen arbeiten, die mit Raumdaten zu tun haben, außerdem bei Verlagen und sogar als Entwickler von Computerspielen. „Die Grundvoraussetzungen eines Geomatikers sind auch für einen guten Spieledesigner nützlich“, kommentiert Dirk Zellmer.

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Geomatiker/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Informationen zu passenden Studiengängen und -berufen findest du im Teilberufsfeld „Vermessung und Geoinformation“.

www.berufsfeld-info.de/abi

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Geomatiker/in)

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Arbeitsplatz Erde

Webseite rund um Geodäsie mit Informationen zum Thema und zu Möglichkeiten für Studium und Ausbildung in diesem Bereich

www.arbeitsplatz-erde.de

Deutsche Gesellschaft für Kartografie e. V. (DGfK)

Kartografie – die Wissenschaft, Technik und Kunst der Darstellung und Kommunikation raum-zeitlicher Informationen – ist Anliegen der DGfK.

www.dgfk.net

Bundesamt für Kartografie und Geodäsie

Zentraler Dienstleister des Bundes für topografische Grundlagendaten, Kartografie und geodätische Referenzsysteme

www.bkg.bund.de

Deutscher Verein für Vermessungswesen (DVW)

Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformationen und Landmanagement

www.dvw.de

abi>> 13.09.2018

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