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Leichter Berufseinstieg dank Frauenstudiengang

Eine junge Frau bespricht sich mit zwei Kollegen.
Als Informatiker sitzt man nicht nur im stillen Kämmerlein hinter dem Bildschirm, sondern arbeitet oft im Team an IT-Lösungen und setzt gemeinsam Projekte um.
Foto: Helge Gerischer

Informatikerin

Leichter Berufseinstieg dank Frauenstudiengang

Imen Hachani (35) absolvierte an der Hochschule Bremen den Internationalen Frauenstudiengang Informatik und schwärmt von den guten Studienbedingungen mit kleinen Gruppen und intensiver Betreuung durch die Dozierenden. Zudem ermöglichten ihr Pflichtpraktika im Studium, ihren heutigen Arbeitgeber Airbus Defence and Space in Bremen kennenzulernen.

Wer Airbus hört, sieht wohl als erstes riesige Flugzeuge vor sich, die zu Interkontinentalflügen abheben. Doch in dem Teil des internationalen Unternehmens, in dem Imen Hachani tätig ist, geht es um noch längere Flugstrecken: Als Entwicklungsingenieurin bei Airbus Defence and Space arbeitet die 35-Jährige an Projekten im Bereich Raumfahrt.

Unter anderem entwickelt sie mit ihren Kollegen Roboter, die den Astronauten auf der internationalen Raumstation ISS helfen, kaputte Wasserpumpen zu reparieren oder Werkzeuge zu lokalisieren, die im Raum schweben. Auch unterstützt die Raumfahrer ein Simulator, den Imen Hachanis Team erdacht hat: Er simuliert die Übertragung von Daten zwischen den Astronauten im All und der Bodenstation. Dieses Gerät wird zur Vorbereitung auf Weltalleinsätze genutzt. Außerdem erstellt und wartet die gebürtige Tunesierin ein System, das die weltweiten Firmenstandorte von Airbus verbindet. „Unser Unternehmen ist international und bietet abwechslungsreiche Aufgaben. Wir arbeiten unter anderem mit der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, dem europäischen Pendant ESA oder dem Unternehmen Boeing zusammen“, berichtet sie.

Die junge Informatikerin ist seit 2009 bei Airbus Defence and Space beschäftigt. Der Einstieg gelang ihr über ein Praktikum dort, das sie während ihres Studiums im Frauenstudiengang Informatik an der Hochschule Bremen absolvierte, um ihre Bachelorarbeit zu verfassen. „Über das Studium kam ich früh mit meinem jetzigen Arbeitgeber in Berührung. Das hat mir den Berufseinstieg sehr erleichtert“, sagt Imen Hachani.

Lernen unter Frauen sorgt für Sicherheit

Ein Porträtbild von Imen Hachani

Imen Hachani

Foto: Siegfried Monsen / Airbus

Der hohe Stellenwert, den Praxiserfahrung in ihrem Frauenstudiengang einnahm, ist dabei nur ein Aspekt, den sie an diesem Modell lobt: „Wir lernten außerdem in kleinen Gruppen und die Dozierenden unterstützten uns sehr. Alles lief harmonisch ab. Besonders in den ersten zwei Semestern, als wir Frauen unter uns waren, fiel es mir leicht, Fragen zu stellen und mich einzubringen“, berichtet die Informatikerin. Sie hatte im Vorfeld nicht explizit nach einem Frauenstudiengang gesucht. „Ich wusste nur, dass ich Informatik studieren wollte. Sie ist vielseitig einsetzbar und spielt in fast allen Branchen eine große Rolle. Dass ich bei meiner Suche den Frauenstudiengang in Bremen entdeckte, sehe ich im Nachhinein als Glücksfall.“

Imen Hachani schätzte die gute Atmosphäre in diesem Studiengang besonders deshalb, weil sie sie mit einer früheren Studiensituation vergleichen konnte: Die junge Frau war nach der Schule und einem Studium in ihrer Heimat Tunesien im Jahr 2004 nach Deutschland gekommen. Sie musste zunächst die deutsche Sprache lernen und ihre Sprachkenntnisse prüfen lassen, ehe sie hier ein Studium beginnen konnte. Während sie sich an der Technischen Universität Braunschweig auf ihre Sprachprüfung vorbereitete, nahm sie dort als Gasthörerin an einigen Lehrveranstaltungen der Wirtschaftsinformatik teil. „Damals war ich die einzige Frau im Hörsaal und fühlte mich immer beobachtet“, erinnert sie sich.

Rüstzeug für eine erfolgreiche Karriere

Der Frauenstudiengang Informatik bescherte ihr nicht nur eine schöne Studienzeit, sondern bereitete sie gut auf das Berufsleben vor. Bei Airbus Defence and Space nimmt sie nun eine verantwortungsvolle Position ein. „Um dabei erfolgreich zu sein, braucht man strategisches Denken, Flexibilität und Eigeninitiative. Man sollte fähig sein, selbstständig, aber auch im Team zu arbeiten und seine Anliegen gut zu kommunizieren“, fasst die junge Frau zusammen.

Imen Hachani hat mittlerweile so viel Berufserfahrung gesammelt, dass sie demnächst gerne die Position als Systemingenieurin bei einem größeren Raumfahrtprojekt übernehmen möchte.

abi>> 13.04.2018

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