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Drei Welten miteinander verbinden

Ein junger Mann prüft ein Rohrsystem.
Ingenieure für Mechatronik konzipieren, konstruieren und warten unterschiedliche, teils hochkomplexe Systeme, die aus elektronischen, mechanischen und computergesteuerten Komponenten bestehen.
Foto: Wagner

Ingenieur für Mechatronik

Drei Welten miteinander verbinden

Damit frisches Wasser Haushalte erreicht und Abwasser abfließt, bedarf es gut funktionierender Systeme. Mechatronikingenieur Hauke Abbas (26) konzipiert solche Systeme und wendet hierfür sein Wissen aus den Bereichen Mechanik, Elektronik und Informatik an.

Als „Branchenspezialist für Wasser und Abwasser“, wie seine Position bei der Firma Phoenix Contact lautet, hat Hauke Abbas ein breites Spektrum an Tätigkeiten: Er entwirft Konzepte beispielsweise für die Automatisierung einer Kläranlage, sorgt für die Belieferung mit den benötigten Komponenten, programmiert diese und passt sie an. Außerdem führt er Schulungen und Trainings von Mitarbeitern vor Ort durch und hält Vorträge vor Tochtergesellschaften und Kunden.

„Ich bearbeite viele Aufgaben gleichzeitig“, sagt der Mechatronikingenieur. Klassisches Projektmanagement gehört daher genauso zu seinem Arbeitsalltag wie der strategische Aufbau von Firmentöchtern sowie die Kundengewinnung und -betreuung.

Immer offen für Neues

Ein Porträtbild von Hauke Abbas

Hauke Abbas

Foto: Andre Koeller

Sein sechsköpfiges Team und er sind die Schnittstelle zwischen Tochtergesellschaften in aller Welt und dem Mutterkonzern in Deutschland, wo die mechatronischen Komponenten für den Wasser- und Abwassermarkt entwickelt werden. Der Ingenieur muss nicht immer vor Ort sein, aber Dienstreisen sind für ihn selbstverständlich: „Wir haben eine Mentorfunktion für unsere weltweiten Vertriebe.“ Kürzlich war er in Italien, wo das Unternehmen seine Infrastruktur noch ausbaut: „Meine Aufgabe dort war es, unser Markt-Know-how an die Tochtergesellschaften weiterzugeben“, erklärt er.

Dem heimischen Entwicklungsteam gibt Hauke Abbas Feedback aus der Praxis, damit die Komponenten wie Steuerungen oder andere elektronische Module verbessert werden. „Unsere Kunden sprechen eine ganz andere Sprache als unsere Entwicklungsabteilung. Es gehört zu meinen Aufgaben, zu vermitteln und der Entwicklungsabteilung die Kundenwünsche zu spiegeln.“
Alles verstehen wollen, auch Sachverhalte, die nicht im unmittelbaren Tätigkeitsbereich liegen, ist für Hauke Abbas selbstverständlich: „Ein Mechatronikingenieur muss für andere Disziplinen und für Neues immer offen sein.“ Wer sich auf einen Bereich festlegen möchte, der sei seiner Ansicht nach bei der Elektrotechnik besser aufgehoben. „Mechatronikingenieure müssen immer drei Welten miteinander verbinden – die Mechanik, die Elektronik und die Informatik“, erläutert Hauke Abbas.

Dual studieren erspart die Einarbeitungszeit

Für den Bereich Mechatronik entschied er sich, im Anschluss an eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Hauke Abbas arbeitete in deren Anschluss bei seinem jetzigen Arbeitgeber, holte dann sein Fachabitur nach. Mit diesem in der Tasche bewarb er sich wiederum bei Phoenix Contact um ein duales, praxisintegrierendes Bachelorstudium in Mechatronik und erhielt die Zusage. Während der dreijährigen Studienzeit an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo erhielt er eine Ausbildungsvergütung.

Seine Praxisphasen absolvierte er im Betrieb. Nach einem Jahr Grundausbildung in der Ausbildungswerkstatt lernte Hauke Abbas dort zudem die Funktionen und Arbeitsweisen unterschiedlicher Abteilungen kennen. „Spätestens am Ende eines dualen Studiums kristallisiert sich heraus, was man genau will und welches die Wunschabteilung ist“, findet der 26-Jährige.

Seine Bachelorarbeit mit dem Thema „Automatisierung von Grundwasserbrunnen zur Trinkwasserförderung“ hat er in der Abteilung geschrieben, in der er nun als Berufseinsteiger seit zwei Jahren tätig ist. „Ich habe damit die Einarbeitungszeit vorgezogen. Toll ist auch, dass ich mit dem Thema meiner Bachelorarbeit noch über Jahre hinaus zu tun haben werde“, fügt er hinzu.

Mitgestalten und weiterentwickeln

Den Einstieg in den Beruf hat ihm die Firma leicht gemacht: „Auch oder gerade als junger Ingenieur werde ich hier sehr ernst genommen und hatte sofort einen hohen Stellenwert. Für mich ist es schön, die Veränderungsprozesse mitgestalten zu können und mich mit der Firma weiterzuentwickeln“, betont er.

So zufrieden er auch ist, Hauke Abbas hat aus seiner Sicht noch nicht ausgelernt. „Im Moment reicht mein technisches Wissen völlig aus. Doch gerne möchte ich mich in den Bereichen Betriebswirtschaft, Projektmanagement oder Unternehmensentwicklung weiterbilden und parallel arbeiten. Es gibt genügend Möglichkeiten, seinen Master berufsbegleitend oder in Abend- und Wochenendkursen zu erwerben.“

abi>> 30.08.2017