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Elektronische Heinzelmännchen

Ein Arzt bedient ein Gerät in einem Operationssaal.
Mobile und eingebettete Systeme überwachen und steuern Geräte – vom medizintechnischen Gerät über den Kühlschrank bis zum Flugzeug – wie elektronische Heinzelmännchen.
Foto: Thorsten Ulonska

Mobile und eingebettete Systeme

Elektronische Heinzelmännchen

Ohne mobile und eingebettete Systeme ist unser Alltag heutzutage kaum noch vorstellbar: Sie steuern Kaffeemaschinen und Flugzeuge, Autos und Smartphones. Mit dem Studium kombinieren angehende Ingenieure in diesem Bereich die klassischen Ingenieurwissenschaften und die Informatik.

Wie kleine elektronische Mainzelmännchen erleichtern sie meist unbemerkt unseren Alltag: mobile und eingebettete Systeme. Sie überwachen, steuern und regeln, sie sammeln und verarbeiten Daten. Zum Beispiel kippen sie im „Smart Home“ automatisch die Fenster, wenn die Temperatur steigt, oder sollen in naher Zukunft dabei helfen, dass Blinde mit Implantaten sehen können. Mehr als 98 Prozent aller Prozessoren arbeiten heute nicht mehr in Computern oder Notebooks, sondern in eingebetteten Systemen, analysierte der deutsche Digitalverband Bitkom.

„Eingebettete Systeme sind ein Schlüsselbauteil für die Industrie 4.0“, sagt Michael Schanz vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte werden dabei vernetzt. „Damit alle Komponenten sich miteinander unterhalten können, braucht es intelligente Systeme, die Soft- und Hardware verbinden. Für diese Systeme ist hardwarenahes Programmieren gefragt“, erklärt Michael Schanz.

Zwischen Elektrotechnik und Informatik

Viele Universitäten und Hochschulen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren Studiengänge ins Leben gerufen, die insbesondere auf diese Anforderungen zugeschnitten sind – beispielsweise die Bachelorstudiengänge „Mobile und eingebettete Systeme“ an der Universität Passau oder „Technische Informatik – Embedded Systems“ an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin sowie die Masterstudiengänge „Embedded Systems for Mechatronics“ an der Fachhochschule in Dortmund oder „Eingebettete Systeme und Mikrorobotik“ an der Universität Oldenburg.

Die spezialisierten Studiengänge verbinden Elemente aus Elektrotechnik und Informatik miteinander mit Fächern wie Mess- und Regelungstechnik, Mathematik und Physik (siehe auch: „Was die technische Welt im Innersten steuert“). Aber auch sozialwissenschaftliche Ansätze wie Grundkenntnisse der Mensch-Maschine-Interaktion oder Fragen zu IT-Sicherheit und Datenschutz sind Thema.

Wer sich für eingebettete Systeme interessiert, kann auch zunächst einen grundlegenden Studiengang wie Elektro- oder Informationstechnik belegen und dabei entsprechende Schwerpunkte wählen oder sich erst mit dem Master ganz auf das Thema spezialisieren. „Dann ist man nicht von Beginn an so festgelegt“, ergänzt Michael Schanz.

„Ein gewaltiger Trend“

Egal, welchen Studiengang sie wählen, Absolventen stehe ein großer Arbeitsmarkt offen: „Deutschland ist in diesem Bereich sehr stark. Es gibt eigentlich keinen Bereich, keine Branche, in der eingebettete Systeme keine Rolle spielen. Es ist ein gewaltiger Trend“, betont VDE-Experte Michael Schanz.

Entsprechend vielfältig sind die Einsatzgebiete. Fachkräfte, die speziell zugeschnittene eingebettete Systeme planen, entwickeln und instand halten sind im Automobil- oder Maschinenbau ebenso gefragt wie in der Luft- und Raumfahrt, der Elektro-, Medizin-, Gebäude-, Energie- oder der Umwelttechnik (siehe auch „Auf Spurensuche zwischen Hard- und Software“). „Sie können leitende Funktionen in Entwicklung und Vertrieb übernehmen, aber auch im Marketing“, sagt Michael Schanz und ergänzt: „Eine wissenschaftliche Karriere ist natürlich ebenso denkbar.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Beschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsingenieur/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Bitkom

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) vertritt gegenüber der Politik die Interessen von mehr als 2.400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Telekommunikation, Internet, Recht, Hard- und Software sowie Wirtschaft sind Themen des Verbandes.
www.bitkom.org

Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE)

Der VDE ist einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände in Europa für Branchen und Berufe der Elektro- und Informationstechnik.
www.vde.com

Forum Angewandte Informatik und Mikrosystemtechnik (FAIM)

Das FAIM ist ein Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Ziel, Technologien, Prozesse und Anwendungen der Informatik und der Mikrosystemtechnik zu fördern.
faim.tf.uni-freiburg.de

abi>> 15.03.2017