Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Meine Arbeit ist ein Hybrid“

Frau steuert mit Handy die digitale Steuerkonsole in einem Haus.
Pascal Stauss entwickelt als Ingenieur für Elektrotechnik unter anderem Sensoren, die in bestehende Systeme eingebettet werden.
Foto: Martin Rehm

Smart Home – Ingenieur für Elektrotechnik

„Meine Arbeit ist ein Hybrid“

Pascal Stauss (25) entwickelt beim Berliner Hardwarehersteller AVM kleine smarte Geräte, die das Leben leichter machen. Akribisch prüft der Ingenieur für Elektrotechnik, ob Ideen, die am digitalen Reißbrett entstehen, auch praxistauglich und umsetzbar sind.

Früher gab es eine Haussteuerung, mit der Rollladen, Licht und Heizung per Knopfdruck kontrolliert werden konnten. Heute agieren die intelligenten Wohnkonzepte wesentlich komplexer: „Die Systeme kommunizieren untereinander, tauschen Daten aus, sind lernfähig“, erklärt Pascal Stauss, Mitarbeiter im Bereich Software Development bei AVM.

„Meine Waschmaschine schickt mir eine E-Mail und sagt, dass sie ihr Programm beendet hat und abgeschaltet wird. Ich kann dann vom Rechner, Tablet oder Smartphone aus die Steckdose und damit das verbundene Gerät ein- oder ausschalten“, beschreibt er eine Smart-Home-Anwendung. „Außerdem habe ich die Möglichkeit, mich so über den aktuellen Stromverbrauch zu informieren, diesen aufzuzeichnen und Auswertungen zu erstellen.“

Sein Arbeitgeber produziert intelligente kleine Geräte für den Endkunden: Schaltbare Zwischenstecker, mit denen Lampen, Wasserkocher, Kaffeemaschinen und andere elektrische Geräte ein- und ausgeschaltet werden können, oder ein Heizthermostat, das sich von unterwegs bedienen lässt. Auch die Fritz!Box wurde von AVM entwickelt.

Spaß an der Fehlersuche

Ein Porträt-Foto von Pascal Staus

Pascal Stauss

Foto: AVM

Der Schwerpunkt von Pascal Stauss liegt auf der Entwicklung neuer Sensoren, die in die bestehenden Systeme eingebettet werden müssen. Wenn Licht, Heizung und Rauchmelder untereinander Daten austauschen und über WLAN funken, dürfen sie sich nicht gegenseitig stören.

Für den 25-Jährigen bedeutet das akribische Arbeit, bei der es neben dem Koordinieren von Frequenzen, Kanälen und einer intelligenten Stromversorgung auch ums Programmieren geht: „Man muss wirklich Spaß am Tüfteln und an der Fehlersuche haben.“

Sein Arbeitsplatz liegt mitten in Berlin Alt-Moabit am Ufer der Spree. Hier ist Pascal Stauss mal mit seinen Teamkollegen im Besprechungsraum, dann werkelt er am Labortisch, baut Versuche auf, bedient Messgeräte und greift auch mal zum Lötkolben.

Machbar oder nicht?

An Gegenständen tüfteln, um sie alltagstauglicher zu gestalten, war schon zu Schulzeiten sein Hobby. Zweimal gewann er den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ – einmal mit einer optischen Tastatur, die sich im Geschirrspüler reinigen lässt; zwei Jahre später bekam er erneut einen Preis für die Weiterentwicklung seiner lichtsensitiven Tastatur.

Die Leidenschaft, aus Ideen Produkte zu entwickeln, hat er zum Beruf gemacht. Pascal Stauss und seine Kollegen nehmen neue Einfälle unter die Lupe, prüfen, ob sie überhaupt Sinn ergeben – und vor allem, ob sie sich umsetzen lassen. Im Projektmanagement ist das der Meilenstein, der „proof of concept“: Machbar oder nicht?

Pascal Stauss hat an der TU Berlin Elektrotechnik mit den Studienschwerpunkten Elektronik und Informationstechnik studiert und das Studium mit dem Bachelor abgeschlossen. Ob man Informatik oder Elektrotechnik studiert, hält er jedoch für zweitrangig: „Meine Arbeit ist ein Hybrid. Mein Schwerpunkt liegt mittlerweile mehr im Bereich der Software, daher ist der Studiengang aus meiner Sicht nicht entscheidend. Man muss sich in das Thema einarbeiten, das Interesse ist ausschlaggebend.“

abi>> 08.05.2017

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts