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Digitale Baumeister

Mann arbeitet am PC
Software-Architekten sind vor allem in großen Software-Unternehmen und Systemhäusern gefragt.
Foto: Johannes Simon

Software-Architekt

Digitale Baumeister

Genauso wie Gebäude verlangen komplexe Software-Systeme heute nach durchdachter Statik und einem ausbaufähigen Gerüst. Software-Architekten entwerfen IT-Strukturen, die die Anwender auch morgen noch erfolgreich einsetzen können.

Der Weg zum Software-Architekten beginnt fast immer mit einem Informatikstudium. „Die Aufgaben verlangen nach einem akademischen Profil. Quereinsteiger gibt es kaum“, verdeutlicht Dr. Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Bildungspolitik und Arbeitsmarkt bei BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.. Es folgen mindestens fünf Jahre Berufserfahrung als erfolgreicher Software-Entwickler mit Teamleiter-Erfahrung. „Software-Architekten müssen eine systematische Sichtweise auf IT-Systeme im komplexen Umfeld entwickeln. Zudem besitzen sie ein intensives Verständnis der Prozesse und der Organisation des Anwenders“, ergänzt der Experte.

Schlüsselposition in jedem Software-Unternehmen

Ein Porträt-Foto von Dr. Stephan Pfisterer

Dr. Stephan Pfisterer

Foto: Privat

Software-Architekten legen die Grundstruktur einer komplexen Software-Lösung fest – zum Beispiel ihre Entwicklungsumgebung und -sprache sowie das Zusammenspiel aller Funktionselemente. Sie müssen sowohl die langfristige technologische Entwicklung als auch Veränderungen der Organisation und Anforderungen des Anwender-Unternehmens vorausplanen. Stephan Pfisterer erklärt: „Ein Nachlässigkeitsfehler im Aufbau einer komplexen Software-Umgebung lässt sich später nur noch mit hohem Aufwand ausgleichen. Meist steigt die Fehleranfälligkeit – und die Kundenzufriedenheit sinkt.“ Eine gelungene Software-Architektur berücksichtigt überdies Fragen der IT-Sicherheit, der Systemverfügbarkeit und -geschwindigkeit sowie der Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt mögliche Systemveränderungen – wenn etwa weitere Anwendungen oder Komponenten hinzukommen. Software-Architekten bestimmen so die Identität eines Systems, das die Entwickler mit Programmiercodes füllen.

Neben den Berufsbezeichnungen Software-, System- oder IT-„Architekt“ verwenden Arbeitgeber oft den Begriff „Software-Designer“, wenn sie die Position neu besetzen wollen. Streng genommen dürften sich allerdings nur Personen „Architekt“ nennen, die sich bei einer Architektenkammer eingetragen haben. „Die Zulässigkeit der Bezeichnung ‚Architekt‘ war zur Jahrtausendwende strittig. Inzwischen hat sie sich bei den Stellenanzeigen durchgesetzt und wurde noch nie rechtlich beanstandet“, stellt Stephan Pfisterer klar.

Fachkarriere statt Management-Position

Software-Architekten finden sich vor allem in großen Software-Unternehmen und Systemhäusern. „In Anwender-Unternehmen sind sie eher selten“, weiß der BITKOM-Sprecher. Der weitere Weg führt vor allem in Software-Unternehmen zu einer Fachkarriere ohne Management- oder Führungsaufgaben. „Die Fachlaufbahn entspricht ihren meist technischen Vorlieben. Im Vergleich zu Management-Positionen bietet sie gleichwertige Chancen in punkto Einkommen und beruflichem Status“, erläutert der Experte.

Zukünftig erwartet die BITKOM einen wachsenden Bedarf für die bereits heute viel gefragten Software-Architekten: „Angesichts der zunehmenden Heterogenität von Software-Umgebungen – zum Beispiel im Industrie 4.0-Umfeld – bedarf es eines durchdachten Architektur-Know-hows. Es wird zudem zu einer deutlichen Spezialisierung kommen, da Software-Architekten häufig branchenspezifische, regulatorische Anforderungen in ihren Konzepten berücksichtigen müssen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Software*)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

BITKOM

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
www.bitkom.org

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

www.bvdw.org

Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (bitmi e.V.)

www.bitmi.de

Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST

www.fraunhofer.de

Deutscher Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige e.V.

www.dbits.it

eco — Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

www.eco.de

abi>> 12.06.2015