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„Entwickeln für Entwickler“

Eine junge Frau sieht sich in einem Onlineshop einen Mantel an.
Einkaufsglück im Internet: Nur wenn der Onlineshop reibungslos funktioniert, macht die Schnäppchenjagd vor dem Monitor Spaß.
Foto: Julien Fertl

Softwareentwickler

„Entwickeln für Entwickler“

Mit wenigen Mausklicks zur Lieblingsbluse – damit das klappt, müssen Onlineshops reibungslos funktionieren. Im Vordergrund stehen dabei Nutzerfreundlichkeit und Einheitlichkeit. Zu beidem trägt Philipp Möhler maßgeblich bei. Der 27-Jährige arbeitet als Software Developer beim Onlinehändler OTTO in Hamburg.

Wenn Philipp Möhler morgens an seinem Arbeitsplatz eintrifft, gilt sein prüfender Blick zunächst allen Onlinefeatures auf otto.de, die er betreut: Funktionieren sie fehlerfrei? Das können grundsätzlich Buttons, Formulare und ähnliches sein. „Jeden Tag um zehn Uhr kommt unser Team dann zum ‚Daily‘ zusammen, wie wir es nennen. Dabei tauschen wir uns über unsere aktuellen Aufgaben, Fortschritte und Probleme aus. Danach beginnen wir mit der Software-Entwicklung, meistens im Pair-Programming.“ So lautet der Fachbegriff für die Arbeitsweise, bei der jeweils zwei Programmierer an einem Rechner gemeinsam die Quellcodes erstellen.

Ein Zusammenspiel von 20 Teams

Ein Porträt-Foto von Philipp Möhler

Philipp Möhler

Foto: privat

Zum Team des IT-Spezialisten gehören noch vier weitere Entwickler und ein „Production Lead“, der sich vor allem um Organisatorisches kümmert und unter anderem dafür sorgt, dass die Entwickler ihre Aufgaben möglichst effizient bearbeiten. „An der Website otto.de arbeiten insgesamt über 20 Teams“, erklärt der 27-Jährige. „Jedes von ihnen entwickelt und kümmert sich dabei um eigene Features.“ Um zu erreichen, dass der Onlineshop nach außen hin trotzdem „wie aus einem Guss“ wirkt und schnelle Ladezeiten hat, kommt es auf die gute Zusammenarbeit aller Teams an.

Philipp Möhler pflegt und betreut mit seinem Team auch die Pattern Library. Das ist eine Sammlung standardisierter Grafikelemente, Schriftarten und interaktiver Elemente, die immer wieder verwendet werden. „Die Pattern Library sowie eine Bibliothek mit Elementen der Programmiersprache JavaScript mit Grundfunktionalitäten stellen wir für andere Teams bereit. Dadurch können sich diese um das Wesentliche kümmern, also um die Funktionen, die sie programmieren müssen. Daran arbeiten wir zwar nicht täglich, warten die Sammlungen aber und erweitern Schnittstellen auf Anfrage der anderen Teams“, erklärt der Softwareentwickler.

Unverzichtbar: eine offene Fehlerkultur

Zu den täglichen Aufgaben von Philipp Möhler gehört auch das Testen und Optimieren von Software. „Wir beurteilen und bewerten auch Technologien und prüfen, ob ihr Einsatz einen relevanten Mehrwert für den Online-Shop bringen würde. Außerdem entwickeln wir Tools, die wiederum andere Teams bei der Entwicklung ihrer Funktionen nutzen. Dies nennen wir ‚Developing for Developers‘ – also ‚Entwickeln für Entwickler‘“, führt er aus.

Da sind logisches Denken und die Fähigkeit, komplexe Herausforderungen zu meistern, wichtige Voraussetzungen in der Softwareentwicklung. „Unverzichtbar ist außerdem eine offene Fehlerkultur“, ergänzt Philipp Möhler. „Fehler können passieren. Sie sollten aber mit allen geteilt werden, damit sie künftig vermieden werden. Außerdem sollte man lernbereit und offen gegenüber neuen und sich ständig verändernden Aufgaben sein.“

Vom Junior zum Senior

Die Basis für seine Fachkompetenzen bildet das Bachelor- und Masterstudium der Angewandten Informatik an der Fachhochschule Erfurt. „Meine Masterarbeit habe ich hier bei OTTO geschrieben. Danach wurde ich als Junior Software Developer eingestellt, anderthalb Jahre später als Software Developer“, erinnert er sich.

Bereits während seines Studiums hatte Philipp Möhler nebenbei als Werkstudent im Bereich der App- und Webentwicklung gearbeitet und erste Erfahrungen gesammelt. „Als ich nach Hamburg gekommen bin, habe ich ein großes und fortschrittliches Unternehmen mit spannenden IT-Projekten gesucht. Der Onlineshop otto.de hat mich hinsichtlich technologischer Vielfalt, Architektur, Umsatz und Besucherzahlen sofort begeistert“, erinnert er sich. Die Website verzeichnet täglich mehr als zwei Millionen Besuche und bis zu zehn Bestellungen pro Sekunde. „Für einen Entwickler bedeutet das viele Herausforderungen – ich habe hier noch eine Menge gelernt. Nun möchte ich meine technologischen Kenntnisse weiter vertiefen, mehr Verantwortung übernehmen und mich hier zum Senior Software Developer weiterentwickeln“, blickt der IT-Experte in die Zukunft.

abi>> 21.11.2018

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