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Eine junge Frau gibt den mit einem Garn befüllten Behälter zum Einfärben in die Maschine.
Wer sich für den Beruf des Textillaboranten entscheidet, sollte Interesse an Mathe, Chemie und Physik mitbringen.
Foto: Julien Fertl

Hintergrund: Textillaborant/in

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Färbt die Bluse ab? Wie dehnbar ist der Sicherheitsgurt? Ist die Hose auch für die Gartenarbeit geeignet? Antworten auf solche Fragen finden Textillaboranten. Sie prüfen, ob Materialien und Stoffe bestimmten Qualitätsanforderungen entsprechen.

Textillaboranten untersuchen und analysieren die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Stoffen, stellen sicher, dass nur einwandfreie Werk- und Arbeitsstoffe verarbeitet werden, kontrollieren im Fertigungsprozess die Qualität, überprüfen Reklamationen, verbessern und entwickeln Faserstoffe mit bestimmten Eigenschaften. Für diese abwechslungsreichen Aufgabenstellungen nutzen sie täglich verschiedene, häufig computergestützte Prüfgeräte, normierte Prüfverfahren und unterschiedliche Chemikalien.

„Wenn man sich für den Beruf des Textillaboranten entscheidet, sollte man die Bereitschaft und die Lust mitbringen, zum einen mit Materialien, also Textilien und Chemikalien, und zum anderen mit Maschinen, also den Prüfgeräten, aber auch mit Fertigungsmaschinen zu arbeiten“, erläutert Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. Darüber hinaus seien Spaß an Mathe und Naturwissenschaften wie Physik oder Chemie weitere gute Voraussetzungen. Damit sie bei den verschiedenen Prüfverfahren Material- und Farbveränderungen gut erkennen können, sollten angehende Textillaboranten eine gute Beobachtungsgabe haben sowie sorgfältig und genau arbeiten. Hilfreich ist auch eine gute Augen-Hand-Koordination, etwa beim Abfüllen von Chemikalien. Zudem sollte man technisches Verständnis – wenn zum Beispiel ein Laborgerät gewartet werden muss – mitbringen. In der Regel arbeiten Textillaboranten in Betriebslaboren oder Produktionshallen sowie im Büro, um etwa die Untersuchungsergebnisse zu dokumentieren.

Bakterienabweisend, stromleitfähig oder schwer entflammbar

Ein Porträt-Foto von Dr. Hartmut Spiesecke

Dr. Hartmut Spiesecke

Foto: Gesamtverband textil + mode

„Keineswegs darf man bei diesem Berufsbild aber nur an die Bekleidungsindustrie denken“, betont Hartmut Spiesecke. „Das ist sogar eher der kleinere Teil – zunehmende Bedeutung bekommen in unserer Branche technische Textilien, die unter anderem in der Automobil- und Luftfahrtindustrie zum Einsatz kommen. Das sind Stoffe, in der Regel Chemiefaserprodukte, die so veredelt werden, dass sie bestimmte Eigenschaften haben. Zum Beispiel, dass sie bakterienabweisend, stromleitfähig oder schwer entflammbar sind“, erklärt er. „Die Zukunftsaussichten für junge Menschen sind hier gut, denn es handelt sich um eine Wachstumsbranche, deren Beschäftigtenzahlen steigen. Technische Textilien werden zudem im Gegensatz zu Bekleidung überwiegend in Deutschland hergestellt“, so der Textil-Verbandssprecher.

Textillaboranten werden dual im Betrieb und in Berufsschulen ausgebildet. 2015 haben knapp 130 junge Menschen in Deutschland eine solche Ausbildung absolviert. In der Regel dauert sie dreieinhalb Jahre, eine Verkürzung um ein halbes oder ganzes Jahr ist aber bei entsprechend guten Leistungen möglich. „Im Anschluss ist eine Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Textilwirtschaft oder auch ein Chemie- oder Textilstudium sowie betriebsintern der Aufstieg zum Laborleiter möglich“, erläutert Hartmut Spiesecke.

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort:Textillaborant/in)

https://berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Textillaborant/in)

http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

https://jobboerse.arbeitsagentur.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.

www.ausbildungplus.de

Gesamtverband textil+mode

Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie

www.textil-mode.de

Go Textile!

Infos zu Ausbildungsperspektiven in der Textil- und Bekleidungsindustrie
www.go-textile.de

abi>> 01.03.2017

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