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Der Vermesser der Stadt

Frederic Kötter bei  Messarbeiten im Gelände
Wenn Frederic Kötter die räumlichen Daten eines Geländes oder den Grenzverlauf eines Grundstücks erhebt, kommt es auf jeden Millimeter an.
Foto: Stefan Schlautmann

Vermessungstechniker

Der Vermesser der Stadt

Wird in der Stadt Hamm eine Straße ausgebaut, eine Garage gebaut oder müssen Grundstücksgrenzen bestimmt werden, tritt Frederic Kötter auf den Plan. Der 33-jährige Vermessungstechniker arbeitet im Vermessungs- und Katasteramt, wo er mithilfe technischer Geräte millimetergenau die räumlichen Daten eines Geländes oder den Grenzverlauf eines Grundstücks bestimmt.

Bereits seit elf Jahren ist Frederic Kötter für das Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Hamm tätig. Schon seine Ausbildung hat der junge Mann in der Behörde absolviert. „Ein Jahr vor der Fachhochschulreife habe ich mir meine Interessen vergegenwärtigt und mich nach entsprechenden Ausbildungsstellen umgesehen – so kam ich schließlich auf den Beruf des Vermessungstechnikers“, erinnert er sich.

Nach seiner Ausbildung erhielt er zunächst einen Zeitvertrag, mittlerweile ist er unbefristet beschäftigt. An seinem Beruf schätzt er vor allem den Wechsel zwischen Außen- und Innendienst: „Man kommt raus und hat viel Bewegung. An manchen Tagen hingegen freut man sich auf die Arbeit im Büro – etwa wenn es sehr heiß, extrem kalt oder nass ist oder an der Straße, an der man gerade misst, viel Lärm herrscht.“

Interesse für Technik ist gefragt

Ein Porträtfoto von Frederic Kötter

Frederic Kötter

Foto: Stefan Schlautmann

Den Vormittag verbringt der Vermessungstechniker meist im Außendienst und erhebt räumliche Daten eines Geländes oder den Grenzverlauf eines Grundstücks. Mit Instrumenten wie den sogenannten Tachymetern kann er Richtungen, Höhen und Winkel bestimmen. Mithilfe von Empfängern für globale Navigationssatellitensysteme (GNSS) kann er Positionen exakt bestimmen. Bei diesen Arbeiten ist neben Kenntnissen in Physik und Mathe sowie einem Verständnis für topografische Begebenheiten ein gewisses Interesse für Technik von Vorteil.

Gerade was die Messgeräte betrifft, hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: „Musste man früher beim Tachymeter jedes Ziel mit Fernglas und Feintrieb anvisieren, funktioniert das jetzt mit automatischer Zielverfolgung“, erklärt Frederic Kötter. Nur noch selten arbeitet er mit dem Messband. „Auch die Daten, die wir im Gelände erfassen, werden nicht mehr händisch notiert, sondern von den Geräten gespeichert und per USB-Stick auf den Computer übertragen“, führt er weiter aus. Zudem stehen den Vermessungstechnikern hochauflösende Fotos zur Verfügung, wie sie beispielsweise bei Überfliegungen erstellt werden.

Geodaten aufbereiten

Am Nachmittag widmet sich Frederic Kötter der Büroarbeit. Er bereitet die erfassten Geodaten mithilfe entsprechender Software auf und gleicht sie mit dem vorhandenen Kartenmaterial ab. Dabei kooperiert er mit dem Stadtplanungsamt sowie anderen Behörden und steht im Austausch mit Unternehmen, Baufirmen und Privatleuten. Dazu gehört auch, sich mit entsprechenden gesetzlichen Vorschriften und Verwaltungsauflagen zu beschäftigen.

Besonders gerne arbeitet er bei der Erstellung von amtlichen Lageplänen zu einem Baugesuch oder einer Grundstücksteilung mit. Hier muss er Aspekte wie Baulasten, Leitungsrechte oder Abstandsflächen berücksichtigen, was „insgesamt ziemlich komplex und interessant ist.“

Auch wenn sich manche Tätigkeiten wiederholen, „allein der Wechsel von Außen- und Innendienst macht meinen Beruf abwechslungsreich. Und mir gefällt, dass ich bei Aufträgen von Anfang bis Ende involviert bin“, sagt Frederic Kötter. Der 33-Jährige ist mit seinem Arbeitsplatz und seinen beruflichen Tätigkeiten also sehr zufrieden und zieht zumindest momentan einen Wechsel zu einem privaten Ingenieurbüro oder zu einem Bauunternehmen nicht in Erwägung. Wer jedoch innerhalb der Hierarchie – gerade in einer Kommunalverwaltung – aufsteigen möchte, dem empfiehlt Frederic Kötter ein Studium im Anschluss an die Ausbildung.

abi>> 18.04.2018

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