Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Blinden-Rehalehrer dringend gesucht

Signalbinde für blinde Menschen
Blinde oder sehbehinderte Menschen können Situationen im Straßenverkehr nicht immer richtig einschätzen. Andere Verkehrsteilnehmer sollten darauf Rücksicht nehmen, wenn sie die Signalbinde sehen.
Foto: Martin Rehm

Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation - Hintergrund

Blinden-Rehalehrer dringend gesucht

Die Einsatzfelder für Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation sind sehr vielfältig. Die Absolventen der Weiterbildung finden in den unterschiedlichsten Bereichen und Institutionen Beschäftigung. Die Arbeitsmarktchancen bewerten Experten als sehr gut.

Menschen jeden Alters können durch Augenerkrankungen, Unfälle oder von Geburt an von Einschränkungen der Sehkraft betroffen oder blind sein. Sie alle brauchen Unterstützung in Alltagsdingen wie kochen, putzen oder einkaufen. Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation geben Hilfestellung und arbeiten mit den Klienten daran, dass diese ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Die Palette an Beschäftigungsmöglichkeiten ist deshalb groß: Neben der Förderung blinder Kleinkinder begleiten sie beispielsweise auch altersblinde Menschen, gestalten Arbeitsplätze sehbehindertengerecht und übernehmen die Fortbildung von Angehörigen und Kollegen der Betroffenen.

In den Beruf führt eine Weiterbildung, die derzeit von der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) sowie dem Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) angeboten wird. Sie dauert in Vollzeit zehn bis 18 Monate, kann aber auch berufsbegleitend absolviert werden. Neben den reinen Weiterbildungskosten, die sich auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag belaufen, müssen Interessierte auch Geld für die Unterkunft vor Ort, die Verpflegung und Fahrtkosten aufbringen. Unterstützung erhalten sie durch Aufstiegs-BAFÖG. Auch manche Institutionen übernehmen die Kosten für ihre Mitarbeiter.

Hoher Praxisbezug in der Weiterbildung

Ein Porträt-Foto von Jürgen Nagel

Jürgen Nagel

Foto: blista

„Die Weiterbildung ist extrem lebensnah. Der Unterricht wird durch zahlreiche Hospitationen und Praktika ergänzt“, sagt Jürgen Nagel, Stellvertretender Direktor der blista. Neben den Methoden für die Rehabilitation sind medizinische, psychologische und pädagogische Inhalte wichtiger Teil der Ausbildung, hinzu kommen Kurse in Medien und Kommunikation. Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium im pädagogischen, sozialpädagogischen, sozialpflegerischen oder sozialrehabilitativen Bereich sowie Berufspraxis. Weil der Beruf immer einen unmittelbaren Kontakt mit Menschen bedeutet, die durch ihre Einschränkung auch Krisen durchleiden können, sollten Interessierte zudem Einfühlungsvermögen, pädagogisches und psychologisches Geschick, Geduld und Verantwortungsbewusstsein mitbringen.

Die Berufsaussichten sind sehr gut

Ein Porträt-Foto von Renate Reymann

Renate Reymann

Foto: DBSV/Friese

„Für Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation gibt es derzeit quasi eine Beschäftigungsgarantie“, sagt Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV). „Sowohl Bildungseinrichtungen als auch Blinden- und Sehbehindertenvereine suchen nach Personal. Noch größer ist deutschlandweit der Bedarf an freiberuflichen Lehrkräften. In einigen Regionen ist die Situation regelrecht verzweifelt.“ Nur 250 bis 300 Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation gibt es nach Schätzungen der Experten in Deutschland. Das ist nicht ausreichend für die große Zahl der Betroffenen.

Selbstständig oder im Team arbeiten

Ausgebildete Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation können an Schulen, in Heimen oder Wohnstätten, bei Blindenzentren oder Beratungseinrichtungen angestellt sein. Als Selbstständige können sie auch Unterstützung in den Bereichen Mobilität und Orientierung oder lebenspraktische Fähigkeiten leisten. „Die Absolventen sollten überlegen, ob sie gerne allein oder in einem Team und interdisziplinär arbeiten. Die Selbstständigkeit kann – wenn man als Leistungserbringer für die Krankenkassen präqualifiziert ist – ein höheres Einkommen sichern“, sagt Jürgen Nagel.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Fachkraft Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Aufstiegs-BAföG - Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Fragen und Antworten zum Aufstiegs-BAföG, Antragsformulare, die Möglichkeit eines Online-Antrags sowie ein Förderrechner
www.aufstiegs-bafoeg.de

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)

bietet die Weiterbildung zur Fachkraft Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation an
www.blista.de

Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) e. V.

bietet die Weiterbildung zur Fachkraft Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation an
www.iris-hamburg.org

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.

www.dbsv.org

Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e. V. (VBS)

www.vbs.eu

abi>> 07.06.2018