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Studentenleben live

Warten auf die Noten

Das neue Semester hat offiziell am 1. April angefangen, allerdings hänge ich irgendwie noch ein bisschen in der Luft, da ich meine Noten aus dem vorangegangenen Studienhalbjahr noch nicht habe. Dieses Semester habe ich zwei neue Module belegt, deshalb läuft es wahrscheinlich wieder auf eine Klausur und eine Hausarbeit hinaus. Allerdings ist es etwas schwierig, einen Lernplan für das kommende Semester zu erstellen, wenn man nicht weiß, ob man nun zwei Klausuren und zwei Hausarbeiten schreiben muss oder jeweils nur eine.

Jedenfalls sitze ich nun schon den ganzen Tag vor den Pdf-Dateien und versuche herauszufinden, wie ich meine Tage bis zur Bekanntgabe der Noten gestalten soll. Schlimmstenfalls verliere ich sowieso nur zwei Wochen des neuen Semesters, also sollte ich es eigentlich besonnen angehen. Besonnen klingt gut. Ich werde einfach mal mit den neuen Modulen anfangen, das Erarbeitete kann ich dann auf jeden Fall verwenden.

Meine Themen dieses Semester sind eine Einführung in die Literaturwissenschaft, was nach viel Auswendiglernen aussieht und mich ein bisschen abschreckt, und ein Modul zu Arbeit und Familie im vorindustriellen Europa, was sich eigentlich richtig interessant anhört. Ich fürchte, ich werde mich schwertun, mich auf ein Hausarbeitsthema festzulegen. Das fängt schon bei den Überbegriffen an: Arbeit oder doch lieber Familie? Sind doch beides sehr interessante Themenbereiche.

Aber zunächst werde ich mal die Studienbriefe sichten, meistens fallen mir dabei Themen in den Schoß. Und wenn mir nicht sofort eine zündende Idee kommt, gibt es in den Studienbriefen zumindest immer Anknüpfungspunkte für die individuelle Recherche im Internet, bei der sich dann eigentlich immer ein geeignetes Thema herauskristallisiert.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Apr 20, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Apr 20, 2015

Studentenleben live

Plötzlich funktionieren müssen

Das Semester hat wieder begonnen. Willkommen in der Wirklichkeit. Willkommen in der verhassten Welt der geregelten Schlafrhythmen und Tagesabläufe. Willkommen im Alltag des Funktionierenmüssens. Ich mache gerade ein Schulpraktikum.

Die Klasse, in der ich mein Praktikum mache, und die Klassenlehrerin sind sehr lieb. Insgesamt sind es 13 Kinder der zweiten Klasse mit diversen Sprachbehinderungen und -schwierigkeiten, aber einer unglaublichen Sozialkompetenz. Und irgendwie ist es trotzdem anstrengend. Größtenteils einfach deshalb, weil ich weiß, was auf mich zukommen wird.

Am Ende werde ich ein Portfolio abgeben müssen, das sicher den Umfang von 150 Seiten überschreiten wird, zwar unbenotet bleibt, aber dennoch gemacht werden muss. Insgesamt soll ich mindestens 30 Unterrichtsstunden halten (was sich bei mir in Sprachtherapiestunden mit einem mir zugewiesenen Förderkind und Unterrichtsstunden mit der Gesamtklasse aufteilt), werde alle zwei Wochen von einer Dozentin des „Förderschwerpunkts Sprache“ besucht, die sich Therapie und Unterricht anschaut; vielleicht sogar auch ein oder zwei Mal von einer Ethik-Dozentin (dann müsste ich Ethik in der zweiten Klasse unterrichten, auch mal eine spannende Sache). Außerdem nehme ich an Lehrerkonferenzen mit allem Drum und Dran teil. An sich eine wertvolle Erfahrung, aber irgendwie ist es gerade noch etwas schwierig, sich da hineinzufinden. Die Themen, die wir unterrichten dürfen, überschneiden sich wenig bis gar nicht mit meinem Interessengebiet. Das meiste ist Biologie, also MeNuK (Mensch, Natur und Kultur), wie es hier genannt wird. Meine erste Stunde wird sich wahrscheinlich um Gartengeräte drehen. Der emotionale Bezug bleibt da vermutlich aus, aber vielleicht wird es trotzdem ganz lustig.

Abgesehen davon raubt mir die Fahrzeit (anderthalb Stunden je Strecke mit den Öffentlichen) enorm viel Energie. Und dann sind da noch diese Besprechungen mit der Lehrerin. Ich weiß nie wirklich, wann ich nach Hause komme. Selbst wenn ich laut Stundenplan um 12 Uhr Schulschluss habe, kann es sein, dass ich erst um halb fünf zu Hause bin, weil wir so viel besprochen haben und ich im Anschluss noch ein paar Ordner mit Unterrichtsmaterial durchsehen wollte.

Anmerkung: Zugegeben, ich komme mir selbst lächerlich vor, wie ich hier so rumjammere. Natürlich wird es genauso sein, wenn ich irgendwann ins Berufsleben einsteige. Ich vermute eher, hier kommt gerade einfach viel zusammen: die Angst, dass es doch nicht die richtige Studienwahl war, das Gefühl von Konkurrenzsituation (ich bin nämlich mit einer anderen Praktikantin meiner Uni in derselben Klasse) und die Tatsache, dass meine Arbeit ständig bewertet wird (obwohl ich keine Noten bekomme, werden ich wohl viel Kritik einstecken müssen) und die lange Bus- und Bahnfahrt. Ich fürchte, ich muss mich an all das erst noch gewöhnen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 17, 2015

Studentenleben live

April, April

Fünf Tage nach Veröffentlichung der Hausarbeitsthemen schneit eine E-Mail von unserem Prof rein: Hiermit wird der Prüfungsumfang eingeschränkt. Eigentlich ein Grund zur Freude – aber nicht, wenn man schon Tage und Nächte in eben diese Prüfung investiert hat. Während einige bereits resigniert schnaubend ihre getane Arbeit löschen, huschen andere wie aufgeregte Hühner in der Bibliothek von Tisch zu Tisch. „Habt ihr schon die Mail gesehen?“ Für einen Aprilscherz kam sie leider einen Tag zu früh.

Ich stecke also mittendrin, in der berühmt-berüchtigten Hausarbeitenphase. Drei Hausarbeiten, sechzig Seiten, vier Wochen. Kein Arbeitspensum, bei dem man morgens nach dem Aufwachen auf „Snooze“ drückt und sich noch mal genüsslich umdreht. Die erste Woche vergeht hochmotiviert, hochkonzentriert und hochdiszipliniert. Endlich lernt man mal, wo die ganzen Bücher in der Bib stehen, in die man sonst ja doch nie reinguckt. Und eigentlich macht es ja auch Spaß, wissenschaftlich zu arbeiten und mal richtig Zeit zu haben, sich mit den vorgegebenen Fällen auseinanderzusetzen.

Doch mit steigenden Außentemperaturen sinkt die Motivation. Will ich wirklich noch drei Wochen von morgens bis abends in der Bib brüten?

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 16, 2015