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Gap Year

Tere!

„Tere! Kuidas läheb?“, das war Estnisch und bedeutet: „Hallo! Wie geht es dir?“ Wieso erzähle ich euch das? Nun, ich versuche seit zwei Monaten Estnisch zu lernen. Darüber sind viele Menschen in meinem Umfeld im ersten Moment erstaunt, manchen muss ich auch erst erklären, wo genau Estland liegt. Doch die Frage ist tatsächlich berechtigt, wieso lerne ich eine Sprache, die weltweit von nur 1,3 Millionen Menschen gesprochen wird? Dazu muss ich etwas weiter ausholen: Estland hat auf mich schon als Kind eine unfassbare Faszination ausgeübt. Egal ob Bilder des Landes im Internet, die Beiträge beim Eurovision Song Contest oder Reiseführer, die ich mir nur zum Anschauen gekauft hatte – ich war irgendwie verzaubert von dem kleinen baltischen Land. Meine Mutter und meine Schwestern erzählen noch bis heute auf Familienfeiern, wie ich mit neun Jahren einmal einen Zoo in Estland angerufen habe, nur um die Sprache zu hören. Über die Jahre ist meine Estland-Obsession etwas zurückgegangen, doch im vergangenen Jahr buchte ich einfach einen Flug nach Tallinn und verbrachte in der estnischen Hauptstadt vier Tage. Sofort wurde ich von der mittelalterlichen Altstadt und der wunderschönen Natur eingenommen. Mir war klar, ich muss hier nochmal hin, also verbringe ich im August eine Woche in Estland und fahre auch auf die größte Insel des Landes „Saaremaa“. Um dort ein bisschen besser mit den Einheimischen in Kontakt kommen zu können und auch ein kleinwenig, weil es im Lebenslauf cool aussieht, lerne ich im Selbststudium Estnisch. Leider ist die Sprache grammatikalisch sehr anspruchsvoll. Sie ist übrigens mit der ungarischen und der finnischen Sprache verwandt und sieht für deutsche Augen manchmal sehr witzig aus, „kuulilennuteetunneliluuk“ ist beispielweise ein bekannter estnischer Zungenbrecher. Dieses Wort beschreibt, die Luke, aus der eine Kugel herausfliegt, wenn sie einen Tunnel verlässt. Auch ist es nicht unüblich, wenn mehrere Umlaute auf einander folgen wie in „rääkima“ (sprechen) oder „kuu üür“ (Monatsmiete). Perfekt beherrschen werde ich die Sprache im August also nicht. Davon lasse ich mich aber nicht entmutigen und lerne fleißig weiter Vokabel wie „öö“ (Nacht), „küsimus“ (Frage), oder „Terviseks“ (Prost).

Gap Year

12 Points!

Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich auf die dritte Mai-Woche gefreut habe! Ich habe schon Monate vorher Urlaub eingereicht und die Woche genau geplant – und das alles nur wegen des Eurovision Song Contests. Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, weshalb ich mir für diese komische Veranstaltung eine ganze Woche freinehme: Ganz einfach, ich liebe diesen Contest. Viele in Deutschland wissen nicht, dass der Eurovision Song Contest mehr als nur eine Samstagabendsendung ist. Am Dienstag und am Donnerstag davor laufen nämlich noch die zwei Halbfinale, die darüber entscheiden, wer ins Finale kommt. Als ESC-Fan darf ich diese Shows natürlich nicht verpassen! Zusammen mit einer Freundin staunte ich über den großartigen Sänger aus den Niederlanden, den skurril anmutenden Engelsauftritt aus Kroatien, wir tanzten zum farbenfrohen Beitrag aus Tschechien und stritten uns über den Stil der Band aus Island. Am Ende wurde es dann richtig spannend, als die zehn Finalisten bekannt gegeben wurden und man zittern musste, ob es der persönliche Favorit ins Finale geschafft hat.
Das Finale fand schließlich am Samstag statt und ich war unfassbar aufgeregt. Erneut schaute ich das Finale mit einer Freundin. Wir waren beide mit einer Punktetafel bewaffnet, auf der wir alle 26 Beiträge bewerteten. Die beiden Sängerinnen aus Deutschland waren unter den ersten Auftritten und so süß wie wir die beiden auch fanden, so chancenlos sahen wir sie doch auch. Leider hatten wir am Ende recht, denn die „Sisters“ kamen nur auf den vorletzten Platz. Doch viel spannender war der Kampf um den ersten Platz, der zwischen Italien, den Niederlanden und Schweden ausgetragen wurde. Wir fanden alle drei Beiträge sehr gut, drückten aber den Niederlanden einen Tick mehr die Daumen, die schließlich auch mit 26 Punkten Vorsprung gewannen. Für mich war das eine großartige Woche! Und gerade überlege ich, ob ich im nächsten Jahr mal einen Abstecher zu unseren Nachbarn nach Amsterdam machen sollte. Ich freue mich auf jeden Fall schon jetzt auf den Eurovision Song Contest 2020.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jun 7, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jun 7, 2019

Gap Year

Wenn aus einem Jahr zwei werden

Neulich fiel mir in meiner Nachrichtenapp ein Artikel auf, der in dicken Lettern mit dem Wort „Gap-Year“ geworben hat. Sofort war meine Neugier geweckt und ich wollte den Artikel lesen. Doch leider war es nur einen Verweis darauf, dass diese Reportage in der Print-Ausgabe zu lesen sei. Meine Neugier ließ mich nicht los und so ging ich nach Jahren mal wieder in den alten Zeitschriftenkiosk, bei dem ich früher zur Fußballweltmeisterschaft kleine Klebebildchen gekauft habe. Ich las den Artikel, in dem es um zwei Jungs ging, die in ihrem Gap-Year „hängen geblieben“ sind. Beide brauchten mehr als ein Jahr, um sich selbst zu finden und haben sich erst nach zwei oder drei Jahren für einen Studiengang oder Ausbildungsplatz entschieden. Auch die Eltern kamen zu Wort und erzählten, wie sie die lange Pause ihrer Kinder fanden. Die Eltern unterstützten zwar die Pause ihres Nachwuchses, trotzdem war ihnen die lange Auszeit doch befremdlich.
Der Artikel hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Kann es mir auch passieren, dass aus meinem Gap-Year, mehrere Jahre werden könnten? Wäre das schlimm? Was würden meine Eltern sagen? Eigentlich habe ich einen festen Plan, doch es kann noch viel passieren, mit dem ich jetzt überhaupt nicht rechne. Aber schlussendlich kam ich dann zu dem Punkt, dass die Studienfach- oder die Ausbildungsplatzwahl einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben ist- Dass man das eher vorsichtig angeht, ist komplett nachvollziehbar für mich. Trotzdem sollte man auch keine Angst haben, Fehler zu machen. Ich bin noch jung und es ist absolut erlaubt, Fehler zu machen oder sich umzuentscheiden, nur so kann man wachsen und sich selbst und seine Fähigkeiten besser kennenlernen. Wenn es also länger dauern sollte, ist das nicht schlimm und kein Grund, deprimiert in die Zukunft zu blicken.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  May 29, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
May 29, 2019

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