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Gap Year

Zwischen zwei Welten - Teil 2

An einem Bahnhof in der süddeutschen Provinz begann meine Reise nach New York. Ich drückte meine Mutter zum Abschied. 15 Stunden waren es noch bis zum Abflug. Wieso ich schon so früh in den Zug stieg? Wegen des Geldes. Zusammen mit zwei Freunden hatte ich auf einem Reiseportal ein Schnäppchen entdeckt: New York, hin und zurück für 250 Euro. Für den günstigen Preis mussten wir allerdings von Genf aus fliegen. Deshalb haben wir den letzten Zug an diesem Tag nach Brüssel genommen und im billigsten Hotel am Flughafen übernachtet, damit wir nicht unseren Flug um 6.20 Uhr nach Genf verpassen. In Genf angekommen, durften wir zuerst mit dem US-Grenzschutz Bekanntschaft machen und nach vielen Fragen auch in das Flugzeug der amerikanischen Airline steigen. Knapp acht Stunden, zwei Filme und drei schlechte Mahlzeiten später landeten wir im „land of the free and home of the brave“. Wie schon befürchtet, dauerte es ewig, bis wir durch die Passkontrolle kamen.

Erst mit dem Zug und dann mit der U-Bahn ging es zur Anlegestelle der Staten Island-Fähre. Dort ausgestiegen, sah ich zum ersten Mal die zahlreichen Wolkenkratzer und roch die allgegenwärtigen Imbisswagen. Ich war endlich in New York angekommen, aber noch lange nicht am Ziel. Unsere Unterkunft lag auf Staten Island, einem Bezirk von New York, den man am besten mit der kostenlosen Fähre erreicht. Nach knapp 31 Stunden Reisezeit waren wir alle froh, endlich in der Wohnung, die wir über das Internet gebucht hatten, angekommen zu sein. Die letzte Kraft, die wir noch hatten, steckten wir in einen kurzen Einkauf und in die Bestellung von drei Pizzen, von denen wir nicht mal eine ganz schafften. Todmüde schliefen wir direkt nach dem Essen ein.
Natürlich gibt es noch viele Geschichten aus New York, die ich euch im dritten Teil erzählen möchte – seid gespannt!

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  22.11.2018
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
22.11.2018

Gap Year

Zwischen zwei Welten - Teil 1

Es waren zwei vollkommen unterschiedliche Welten, die ich im ersten Monat meines Gap-Year‘s erlebt habe. Zuerst verbrachte ich meine Tage hinter einer Supermarktkasse, dann war ich in den Straßen von New York unterwegs. Aber der Reihe nach:
Seit ich denken kann, träume ich davon, finanziell unabhängig von meinen Eltern zu sein. Mit 16 habe ich daher angefangen, in einem Indoor-Action-Park für Kinder zu arbeiten. Genervt von Kindergeschrei und Unterbesetzung, bin ich ein Jahr später an die Kasse einer großen Supermarktkette gewechselt. Doch weder die Bezahlung noch die coolen neuen Stehkassen ließen mich dort Wurzeln schlagen. Kurz nach dem Abi habe ich mir geschworen, endlich etwas Neues zu suchen.
Doch meine Faulheit siegte und so ging ich doch wieder hinter meine Kasse. Anfang August habe ich dann erlebt, wie man als Aushilfskraft in der Urlaubszeit behandelt wird. In den ersten drei Wochen wurde ich täglich für sieben Stunden eingeteilt – und zwar immer für die Spätschicht. Das bedeutet, immer wieder die gleichen Gesichter zu sehen, die nach Feierabend noch kurz ihren üblichen Einkauf tätigen. Der Sonntag ist mir seitdem heilig. Jetzt kann ich diese konservativen Ansichten über verkaufsoffene Sonntage und die Verlängerung der Öffnungszeiten nachvollziehen.
Nach drei Wochen nahm ich meine Schürze und wusste, ich würde erst mal nicht wiederkommen, denn für mich ging es in die Stadt, die niemals schläft – aber davon mehr im zweiten Teil.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  29.10.2018
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
29.10.2018

Gap Year

Ein Jahr voller Möglichkeiten

Im Juli habe ich mein Abitur an einem Gymnasium in Baden-Württemberg gemacht. Schon vor den Prüfungen wusste ich, dass ich als nächstes erst mal eine Pause machen und reisen will. Mein Vorhaben daher: ein Gap-Year.
Als ich Freunden, Verwandten und Bekannten von meinen Plänen erzählte, bekam ich meistens eine dieser beiden Reaktionen: „Ach ja, du chillst also dieses Jahr nur?“, oder „Oh, und wann geht dein Flug nach Australien?“ Es war jedes Mal anstrengend zu erklären, dass ich weder ein Jahr lang vorhabe, mein Bett nicht zu verlassen, noch nur mit einem Rucksack bewaffnet fremde Länder unsicher zu machen. Ist es so verwunderlich, dass es auch junge Leute gibt, die nicht nach Australien, Asien oder Argentinien wollen und trotzdem nicht direkt mit ihrer Ausbildung oder ihrem Studium anfangen möchten? Es gibt eben auch Leute wie mich, die einfach arbeiten, mit dem verdienten Geld reisen und hin und wieder ein Praktikum machen wollen. Es ist ganz einfach: Ich möchte die Welt sehen, mich aber nicht festlegen, wie lange ich wo und wann hingehe – auch wenn ich selbst manchmal Zweifel habe, ob mein Weg der richtige ist und ich vielleicht auch mal scheitern werde.
Vielleicht geht es einigen von euch ja auch so. Auf meine Reise möchte ich euch ab sofort mitnehmen. Vor mir liegt ein Jahr voller Möglichkeiten!

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