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Master live

Ein lustiges Völkchen

Voller Vorfreude begann ich vor einigen Wochen mit meiner Forschung für meine Masterarbeit auf deutschen Mittelaltermärkten und bemerkte sehr schnell: Die Händler und Menschen, die sich dort aufhalten, haben einen speziellen Humor und sind sehr zuvorkommend. Ich habe selten so nette Menschen getroffen. An der guten Stimmung änderten auch eisige Temperaturen und Regenschauer nichts. Bei schönem Wetter in einem Zelt zu übernachten ist ja auch langweilig. Außerdem sind kalte Temperaturen beziehungsweise rapide Temperaturwechsel gut für das Immunsystem.
Zurück zu Hause merkte ich, dass ich von jedem Markt unglaublich viele Eindrücke mitgenommen habe, fast mehr als ich verarbeiten kann. Es war schließlich auch das erste Mal, dass ich die Perspektive wechselte und mich dort in mittelalterlicher Kleidung präsentierte. Komisch war das anfangs schon, weil es einfach sehr ungewohnt war, aber mit der Zeit habe ich es sehr zu schätzen gelernt, insbesondere wenn interessierte Besucher auf ein Gespräch stehen geblieben sind. Da ich noch einige Marktbesuche, mit hoffentlich besserem Wetter, vor mir habe, ist das Abenteuer Mittelaltermarkt für mich noch nicht zu Ende. Ich überlege bereits, nach der Abgabe meiner Masterarbeit einfach nur aus Spaß noch einmal bei einem Mittelaltermarkt mitzumachen – ohne meine Masterabeit im Hinterkopf zu haben. Zudem habe ich mich für eine Tagung, die sich mit dem Thema Mittelalter befasst, angemeldet. Ich bin gespannt und halte euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

Master live

Steuerpimpel

Weihnachten 2016 bekam ich von meinem Vater eine Schallplatte geschenkt – „Vespertine“ von Björk, meiner absoluten Heldin. Der Haken an der Sache: Ich hatte keinen Plattenspieler. Ich kaufte mir also einen gebrauchten zu einem relativ günstigen Preis. Nach wenigen Tagen traten leider schon die ersten Probleme auf. Man konnte noch Platten hören, aber der Tonarm (an dem die Nadel befestigt ist) wurde am Ende nicht ganz zurückgeholt, sodass die Nadel auf das Gehäuse knallte. Am Ende jeder Platte musste ich also schnell hinrennen und den Tonarm auffangen – nicht gerade entspannend. Also fing ich an, den Plattenspieler auseinanderzunehmen. 2017 hatte ich noch keine Lösung, also meldete ich mich in einem speziellen Internetforum an, in dem einige Menschen schlaue Tipps hatten. Jedoch trat das Problem weiterhin auf. Ich wechselte den Antriebsriemen, reinigte die Einzelteile und schmierte neues Fett an Verbindungsstellen. 2018 hatte ich dann eine neue Idee: Ich suchte nach Menschen, die sich mit Plattenspielern auskennen und tatsächlich kam ein Leipziger DJ bei mir vorbei. Leider konnte auch er mir nicht helfen. Wieder ein Jahr später ging ich mit dem Gerät in ein Reparatur-Café bei mir um die Ecke. Über mehrere Wochen ging ich regelmäßig dort hin und ein alter Mechaniker half mir, die Abläufe und Mechanismen zu verstehen. Aber auch er hatte keine Lösung für mein Problem. Letztendlich baute ich mir eine Konstruktion, mit der ich mir den laufenden Spieler von unten ansehen konnte. Ich sah stundenlag zu, welche Hebel und Schienen sich wie bewegen. Irgendwann hatte ich eine Erleuchtung und ich sah, dass ein sogenannter „Steuerpimpel“ auf einer Schraube fehlte. Nachdem ich einen neuen drauf gesetzt hatte, funktionerte es tatsächlich wieder! Seitdem höre ich meine einzige Platte rauf und runter und bin ziemlich stolz auf meinen Plattenspieler.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 29, 2019
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 29, 2019

Master live

Und was kommt dann?

Eine beliebte Frage, die ich als Studentin der Kulturanthropologie und Volkskunde schon zur Genüge gehört habe, ist: „Und was macht man dann später damit?“. Da mein Studium sich dem Ende neigt, muss ich mich konkret mit dieser Frage beschäftigen und bewerbe mich momentan auf offene Stellen. Bisher erhielt ich leider nur Absagen, aber ich lasse mich nicht entmutigen und bewerbe mich weiter um Volontariate bei Medienhäusern, Zeitungen, Radiosendungen und Museen. Außerdem reizt mich die Herausforderung des Diplomatendiensts im Auswärtigen Amt, allerdings sehe mich auch nach bezahlten Praktika, Freiwilligendiensten und Stellen zur Überbrückung während der Bewerbungszeit zwischen Master und Job um. Es ist bestimmt besser, sich breit aufzustellen. Es bleibt in jedem Fall spannend!
Während meines sechswöchigen Praktikums im Stadtmuseum Düren konnte ich Einblick in den Alltag eines Berufs gewinnen, den man als Kulturanthropologin ergreifen kann. Am meisten hat mich die Vielseitigkeit des Alltags positiv überrascht! Neben der Arbeit mit (historischen) Objekten, die mithilfe der Datenbank inventarisiert wurden, galt es, Zeitungsartikel zu recherchieren, Beiträge und Fotos für die sozialen Medien vorzubereiten, Museumsangebote für Kinder und Jugendliche zu konzipieren und sich aktiv an der Durchführung dieser Programme zu beteiligen. Dabei entdeckte ich ungeahnte Talente in mir: Ich wusste bereits, dass mir kreative Tätigkeiten liegen, aber dass ich in der Lage bin, Kindergartenkindern ein Teil der Stadtgeschichte näherzubringen und sie für die Museumsarbeit zu begeistern, war mir neu. Ob ich später wirklich einmal in einem Museum arbeiten werde, weiß ich noch nicht. Aber ich bin mir inzwischen sehr sicher, dass ich einen abwechslungsreichen Alltag mit vielseitigen Tätigkeiten und dem Kontakt zu möglichst unterschiedlichen Menschen brauche.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2019
Autor: Nele
Rubrik: studium
May 23, 2019