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Gelebtes Miteinander

Musikschullehrerin malt mit den Kindern ein Schlangenbild
Frühkindliche Förderung: Während seines FSJs beschäftigte sich Josef Irzinger unter anderem mit der Heranführung von Kindern und Jugendlichen an kulturelle Angebote.
Foto: Axel Jusseit

FSJ in einem Mehrgenerationentreff

Gelebtes Miteinander

Vor seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) hätte sich Josef Irzinger nur schwer vorstellen können, einmal in einem pädagogischen Beruf zu arbeiten. Durch seine Zeit in einem Mehrgenerationentreff in Leipzig denkt der 19-Jährige heute anders.

Nach dem Abitur brauchte ich erstmal eine Auszeit, das stand für mich schon sehr früh fest“, erzählt Josef Irzinger rückblickend. „Das FSJ ist dafür meiner Meinung nach eine der bequemsten und einfachsten Möglichkeiten.“ Für ein FSJ kann sich grundsätzlich jeder bewerben, der zwischen 16 und 26 Jahren alt ist und sich für die Dauer von sechs bis 18 Monaten sozial engagieren möchte.

Durch den Rat eines älteren Freundes wurde der heute 19-Jährige auf das Portal der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. aufmerksam und schickte umgehend seine Bewerbungsunterlagen auf die Reise. „Das war super praktisch, da man sich dort mit nur einer Bewerbung für bis zu sechs Einsatzstellen bewerben kann. Nach dem Bewerbungsgespräch folgte nur ein paar Wochen später die Zusage meiner Wunschstelle“, berichtet Josef Irzinger.

Begegnungsstätte für Jung und Alt

Der Mehrgenerationentreff „nebenan“ mit dem dazugehörigen „Heizhaus“ ist eine selbstverwaltete Mehrgenerationen-Begegnungsstätte. „Das ‚Heizhaus‘ ist eine der größten Skatehallen in Mitteldeutschland und zusammen mit dem ‚nebenan‘ zudem ein offener Treff für Jugendliche und Senioren. Hier werden viele Workshops zu den verschiedensten Themen und Subkulturen angeboten“, beschreibt Josef Irzinger seine Einsatzstelle. Insgesamt arbeiten in der sozialen Einrichtung etwa 20 Mitarbeiter, die sich neben den Festangestellten zu einem Großteil aus Freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammensetzen.

Der Abiturient kannte die Einrichtung bereits aus seiner Schulzeit und fand sich dementsprechend schnell zurecht. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase durfte er schon bald als ein vollwertiges Teammitglied in den verschiedensten Einsatzfeldern mitarbeiten. „Einen Großteil der Zeit verbrachte ich im Mehrgenerationentreff und gestaltete dort die Unterhaltungsangebote. Diese reichten von Tischtennis oder Karten spielen bis zur Organisation und Durchführung von Tanzveranstaltungen. Im Heizhaus war ich vorwiegend für Tresendienste und verschiedene Workshops eingeteilt, so dass immer für viel Abwechslung gesorgt war. Den einen typischen Arbeitstag gab es so nicht.“

Ungeahnte Erfahrungen auf zwischenmenschlicher Ebene

Ein Porträt-Foto von Josef Irzinger

Josef Irzinger

Foto: privat

Vor allem die Arbeit mit den Menschen machte Josef Irzinger großen Spaß und lag ihm sehr am Herzen. So beschäftigte sich der FSJler in seinem eigenverantwortlichen Projekt, das für jeden Freiwilligen im FSJ Kultur verpflichtend zu leisten ist, mit der Heranführung von Kindern und Jugendlichen an kulturelle Angebote. „Hierfür erstellten wir Trickfilme mit den Kindern, malten oder hörten gemeinsam Musik.“

Im kommenden Jahr möchte Josef Irzinger weiterhin ehrenamtlich in seiner Einsatzstelle mitarbeiten und plant danach ein Work & Travel in Brasilien. „Im Anschluss möchte ich ein Studium aufnehmen. Die Musik war schon immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens. Daher habe ich den Bachelorstudiengang Musikwissenschaften ins Auge gefasst“, blickt der Abiturient in die Zukunft.

Doch die Erfahrungen auf der sozialen Ebene beeinflussten den 19-Jährigen nachhaltig: „Ich hätte mir kaum vorstellen können, später einmal im sozialen oder pädagogischen Bereich zu arbeiten und hätte nicht erwartet, dass diese Arbeit in meinem FSJ einen so großen Teil einnehmen wird. Durch meine Freiwilligenzeit hat sich die Vorstellung von meinem späteren Leben nun komplett gewandelt.“ Mit seinem angestrebten Bachelorabschluss könnte der baldige Student später in einer soziokulturellen Einrichtung arbeiten - für Josef Irzinger inzwischen mehr als nur eine denkbare Option.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.

Das Freiwillige Soziale Jahr wird in Deutschland von den jeweiligen Landesträgern angeboten. Diese sind Mitglied im Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. Jährlich sind bundesweit etwa 2.700 Freiwilligenstellen zu vergeben.
https://freiwilligendienste-kultur-bildung.de/

abi>> 19.10.2018