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Im „Dschungel“ vor der Kletterwand

Euroscheine stehen gebündelt nebeneinander und Euromünzen liegen daneben.
Um die private Kasse etwas aufzubessern, arbeiten viele Schulabgänger in der Zeit bis zum Studienbeginn. Yannick Reinle ist Vollzeitkraft in einem Freizeitpark.
Foto: Martin Rehm

Jobben im Inland – Freizeitpark

Im „Dschungel“ vor der Kletterwand

Yannick Reinle (21) arbeitet dort, wo andere Abenteuer wie bei Indiana Jones erleben können: Mit einem Vollzeitjob beim Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand an der Ostsee überbrückt der Abiturient die Zeit bis zum Studium.

Steckbrief

Name: Yannick Reinle
Alter: 21 Jahre
Abitur: 2016
Wohnort: Lütjenburg
Macht gerade: Jobben im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand
Und später: Lehramt studieren

Feriengäste, die sich an Schlangen und Giftspinnen vorbei wagten, um den verbotenen Tempel zu erkunden oder die geheime Grabkammer zu entdecken, dringen auch zu Yannick Reinle vor. Der steht gut gelaunt mitten im „Abenteuer Dschungelland“, erklärt den Besuchern, was sie im Indoor-Hochseilgarten oder an der Kletterwand beachten müssen und hilft beim Anlegen der Ausrüstung. Seit seinem Abitur im Jahr 2016 jobbt er Vollzeit in dem Ferien- und Freizeitpark an der Ostsee. Zu der Anlage gehören mehr als 1000 Ferienwohnungen und -häuser, ein Vier-Sterne-Hotel sowie verschiedene Freizeiteinrichtungen. „Angefangen habe ich hier schon vorher mit einem Minijob am Tresen im Dschungelrestaurant“, erklärt er. „Nach dem Abi wollte ich noch mehr arbeiten, um die Zeit zu nutzen und Geld zu verdienen, bis mein Studium beginnt.“

Seitdem ist er dort im Schichtdienst fünf bis sechs Tage pro Woche im Einsatz. Im Restaurant arbeitet er nun auch im Servicebereich, außerdem ist er für Freizeitangebote wie den Klettergarten oder das Bällebad eingeteilt.

Feste Arbeitszeiten, geregeltes Einkommen

Ein Porträt-Foto von Yannik Reinle

Yannik Reinle

Foto: I. Seefeld

Nach einem Job wie diesem hatte der 21-Jährige gezielt gesucht. „Ich hatte vorher auch schon in der Gastronomie Erfahrungen gesammelt, wollte aber in einem Bereich mit geregelteren Arbeitszeiten arbeiten.“ Die Stelle, die auf der Homepage des Ferien- und Freizeitparks angeboten wurde, sagte ihm daher gleich zu. Er rief an, um sich genauer zu erkundigen, schickte die gewünschte E-Mail-Bewerbung ab und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. „Dabei wurde ich unter anderem gefragt, ob ich schon gejobbt oder speziell in dem Bereich Erfahrungen gesammelt habe, wie ich auf den Betrieb gekommen bin und wie ich mir meine Aufgaben hier vorstelle.“ Anschließend arbeitete er einen Tag zur Probe und überzeugte dabei.

„Sich nach dem Abschluss auf den Arbeitsalltag einzustellen war zunächst ungewohnt, aber durchaus im positiven Sinne, zumal mir nun auch mehr Verantwortung übertragen wurde“, erinnert sich Yannick Reinle. Inzwischen übernimmt er Aufgaben wie tägliche Abrechnung und Kontrolle der Einnahmen oder leitet für einen Nachmittag das Team für den kompletten Spielbereich an. Auch sein Stundenlohn ist gestiegen. „Zuvor hatte ich den Mindestlohn erhalten, nun bekomme ich zehn Euro brutto pro Stunde, da ich jetzt mehr Erfahrung habe und auch mehr Aufgaben übernehmen kann.“ Der Abiturient ist über den Job krankenversichert und zahlt Beiträge in die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein.

Gewachsene Pläne, ein bleibender Job

Nach dem Abitur hatte sich Yannick Reinle für ein Medizinstudium beworben, jedoch keinen Studienplatz erhalten. Inzwischen hat sich für ihn jedoch etwas anderes herauskristallisiert. „Zunächst dachte ich an Marketing oder Hotelmanagement. Doch in den letzten Monaten habe ich vormittags noch einige Praktika in einer Grundschule gemacht und festgestellt, dass ich lieber im sozialen als im wirtschaftlichen Bereich tätig werden möchte.“

Auch wenn er sich mittlerweile dazu entschlossen hat, Lehramt zu studieren, kann er sich vorstellen, weiterhin im Freizeitpark zu jobben. „Je nachdem, wo ich studiere, könnte ich hier auch in den Semester- oder Schulferien arbeiten.

abi>> 24.07.2017