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Über den theoretischen Tellerrand schauen

Ein junger Mann untersucht Tierorganproben unter dem Mikroskop.
Mona Zimmermann (23) weiß dank eines Praktikums, dass sie später einmal in der Forschung arbeiten möchte.
Foto: Christof Stache

Berufsorientierung mit Praktika – Hintergrund

Über den theoretischen Tellerrand schauen

Entspricht mein Wunschberuf wirklich meinen Erwartungen? Passen die Anforderungen zu meinen Fähigkeiten? Ein Praktikum kann bei diesen Fragen zur Berufswahl oftmals entscheidend weiterhelfen. Doch welche Arten gibt es? Und welche weiteren Vorteile bringt das Sammeln von praktischer Erfahrung mit sich?

Mona Zimmermann studiert Tiermedizin an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) im achten Semester. Anders als die meisten ihrer Kommilitonen, möchte sie später einmal nicht in einer eigenen Praxis arbeiten. Stattdessen zieht es die 23-Jährige in die Forschung. Das hat sich während eines Schülerbetriebspraktikums in der elften Klasse herauskristallisiert. Für zwei Wochen schnupperte Mona Zimmermann damals am Institut für Zelluläre Chemie der Medizinischen Hochschule Hannover. „Meine Leistungskurse waren Biologie und Chemie. Daher lag die Idee nahe, ein Praktikum im Bereich Forschung zu machen“, erklärt die Studentin, die auf das Institut durch den Hinweis von Bekannten gestoßen ist.

Ziel: veterinärmedizinische Forschung

Ein Porträt-Foto von Mona Zimmermann

Mona Zimmermann

Foto: privat

Der Tipp war goldrichtig, denn den Forschern hautnah über die Schulter schauen zu dürfen, machte ihr großen Spaß. Sehr spannend fand die Studentin die Analyse von DNA-Sequenzen im Labor: „Ich wusste aus der Schule, was eine DNA ist. Aber diese dann aus nächster Nähe zu sehen, war echt beeindruckend.“

Für Mona Zimmermann stand fest: Ich will Forscherin werden. Doch was studieren, um sich das Rüstzeug für das Berufsfeld „Labor und Forschung“ anzueignen? „Ich hätte natürlich auch einen anderen naturwissenschaftlichen Studiengang studieren können. Für Tiermedizin habe ich mich letztlich aufgrund meiner Affinität zu Tieren entschieden.“

Sinnvoll: früh Berufsluft schnuppern

Das Beispiel von Mona Zimmermann zeigt, dass das Betriebspraktikum in der Schule, wie es – abgesehen vom Bundesland Berlin – bundesweit für die Sekundarstufe I verpflichtend in den jeweiligen Lehrplänen verankert ist, ein wichtiger Wegweiser für die berufliche Zukunft sein kann. Wie jedes andere Praktikum auch, stellt es eine große Chance dar, Einblicke ins Berufsleben zu erhalten, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich die Entscheidung für einen Beruf einfacher zu machen.

In Hinblick auf die Berufsorientierung schaden zusätzliche freiwillige Praktika in den Schulferien oder in der Zeit zwischen Abitur und Studien- oder Ausbildungsstart auf keinen Fall. (Mehr dazu erfährst du in der Reportage „Gelungener Einstieg in die Finanzbranche“.)

Raus aus dem Unileben

Ein Porträt-Foto von Josef Boxler

Josef Boxler

Foto: privat

Auch sehen viele praxisnahe Studiengänge obligatorische Praktika, wie zum Beispiel ein Praxissemester, vor. Zudem ist bei einigen Studiengängen der Nachweis eines sogenannten Vorpraktikums in der jeweiligen Studienrichtung eine Zulassungsvoraussetzung. Interessierte sollen so vorab prüfen, ob der gewählte Studiengang der richtige für sie ist. (Mehr dazu erfährst du in der Reportage „Von der Baustelle ins Architekturstudium“.)

Außerdem verweist Josef Boxler, Berufsberater in der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, auf Studiengänge, wie etwa die Geisteswissenschaften, die nicht mit einem festen Berufsbild verknüpft sind. Die Studierenden müssen meist erst herausfinden, welchen Schwerpunkt sie setzen möchten oder wohin die Reise nach Studienabschluss gehen soll. Auch in diesem Fall seien freiwillige, selbst organisierte Praktika in den Semesterferien ratsam. Hierbei kann man Soft Skills erwerben und ein eigenes Profil herausbilden. „Bei vielen Studierenden sind Praktika auch eine Motivationsspritze, die ihnen vor Augen führt, wofür sie sich im Unialltag einsetzen – nämlich für ihren Wunschberuf“, sagt der Berufsberater. (Mehr zu den verschiedenen Praktikumsarten erfährst du in der Übersicht „Von der Schule bis nach dem Studium: Diese Praktika warten auf dich“.)

Bei Personalern gern gesehen

Sinnvoll sind Praktika auch in Hinblick auf den Berufseinstieg. „Durch das Kennenlernen verschiedener Betriebe und Institutionen können wichtige Kontakte geknüpft werden, die bei der Bewerbung um eine Stelle nützlich sein können“, erklärt Josef Boxler.

Insbesondere in Berufsfeldern mit vielen Mitbewerbern, wie etwa in der Medienbranche, zahle sich der Nachweis von Praktika aus, und könne sich als echter Wettbewerbsvorteil entpuppen. „Auch weiß man besser, was Personalverantwortliche von Bewerbern heutzutage erwarten.“ Ein möglichst voller Topf an zielgerichtet gesammelten praktischen Erfahrungen plus freiwilliges Engagement macht sich auf jeden Fall sehr gut im Lebenslauf – heute mehr denn je.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du in der „Praktikumsbörse“ nach Praktika in Deutschland suchen.

www.studienwahl.de/de/praktikumsboerse.htm

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

arbeitsagentur.de

www.arbeitsagentur.de/bildung/zwischenzeit/praktikum-machen

Weitere Praktikumsportale:

www.praktikum-ratgeber.de
www.meinpraktikum.de
www.praktikumsstellen.de
www.praktikum.info
www.praktika.de

Praktika im Ausland

www.auslandspraktikum-ratgeber.com

Praktika mit Erasmus+

https://eu.daad.de/de/

abi>> 13.08.2018