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„Ein Praktikum will gut vorbereitet sein“

Ein junger Mann arbeitet am Computer an einem Programmiercode.
Ein Praktikum hilft, einen realistischen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld zu bekommen.
Foto: Oliver Dietze

Berufsorientierung mit Praktika – Interview

„Ein Praktikum will gut vorbereitet sein“

Isabella Frank, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera, gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Praktika.

abi>> Frau Frank, in welcher Situation kann sich ein Praktikum hinsichtlich der eigenen Berufsorientierung lohnen?

Isabella Frank: In erster Linie soll ein Praktikum helfen, Schülerinnen und Schülern einen realistischen Einblick in das Berufs- und Arbeitsleben zu geben. Es bietet die Möglichkeit, Einsichten und Erfahrungen zu den berufstypischen Tätigkeiten und Anforderungen zu erleben und mit den eigenen Vorstellungen, Fähigkeiten und Interessen zu vergleichen.

abi>> Was muss ich bei der Suche nach einem Praktikumsplatz berücksichtigen?

Isabella Frank: Wichtig für die Praktikumssuche sind eine ausreichende Vorlaufzeit von mindestens zwei Monaten und eine gute Vorbereitung. Im Vorfeld ist zu überlegen, welche Tätigkeiten im Rahmen des Praktikums kennengelernt werden sollen. Dazu gehören auch Gedanken zu Zielen, Fragen und Erwartungen. Eine gute Anlaufstelle sind Unternehmen, die ausbildungsberechtigt sind. Sie haben Erfahrungen und auch die notwendigen personellen und materiellen Ressourcen.

abi>> Viele potenzielle Praktikanten bewerben sich initiativ bei den Unternehmen. Oftmals sind die Stellen aber auch konkret ausgeschrieben. Wie bewerbe ich mich in diesem Fall richtig?

Isabella Frank: In der Ausschreibung der Praktikumsstelle wird angegeben, in welcher Form – sei es schriftlich, per E-Mail oder über ein Onlineportal – die Bewerbung erfolgen soll. Für ein Praktikum bewerbe ich mich mit den üblichen Bewerbungsunterlagen. Dazu gehören Anschreiben, Lebenslauf, Kopie des letzten Zeugnisses, Foto und weitere erforderliche Nachweise, je nach Betrieb.

abi>> Welche Rechte und Pflichten haben Praktikanten?

Isabella Frank: Grundsätzlich sind das Jugendarbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz hinsichtlich Arbeitszeit, Ruhepausen und Beschäftigungsdauer anzuwenden. Die Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Arbeitsschutz sind einzuhalten. Jugendliche dürfen nur mit leichten und für sie geeigneten Tätigkeiten beschäftigt werden. Ebenfalls sind entsprechende Verhaltensregeln im Betrieb und am Arbeitsplatz zu beachten. Praktikanten unterliegen der Verschwiegenheitsverpflichtung und sind über den Betrieb gesetzlich unfallversichert.

abi>> Wie sieht es mit der Vergütung aus?

Isabella Frank: Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Bezahlung eines Praktikums durch den Arbeitgeber. Der Mindestlohn gilt zwar seit 2015 auch für Praktikanten, er greift jedoch nur bei freiwilligen Praktika, die länger als drei Monate dauern. Bei einem Orientierungspraktikum, das meist in den Schul- oder Semesterferien absolviert wird, ist eine Bezahlung aufgrund der Kürze des Praktikums daher eher unüblich.

abi>> 13.08.2018