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Türöffner Praktikum

Werkzeuge in einer Werkstatt
Ob in der Werkstatt, im Büro oder in der Bank – ein Schülerpraktikum kann wichtige Impulse für die Berufswahl geben.
Foto: Ria Kipfmüller

Schülerbetriebspraktikum

Türöffner Praktikum

Nach einem Girls' Day und einem Schülerbetriebspraktikum hatte Theresa Drjupin (23) sehr konkrete Vorstellungen, wie es nach dem Abitur weitergehen soll: Mit einer Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin.

„Auf keinen Fall wollte ich in einem Büro oder in einer Bank arbeiten. Da war ich mir ganz sicher“, erinnert sich Theresa Drjupin. Auch wollte sie nach dem Abitur nicht direkt vom Klassenzimmer in den Hörsaal wechseln, sondern erst einmal eine Ausbildung machen.

In der zehnten Klasse machte sie sich daher auf die Suche nach einem passenden Schülerbetriebspraktikum: „Ich wollte handwerklich arbeiten. Abwechslungsreich sollte es auch sein“, erinnert sich die 23-Jährige. Ein hilfreicher Aufhänger war für sie der Girls' Day in der 7. Klasse, den sie bei der ODU GmbH verbrachte. Das Unternehmen im bayerischen Mühldorf produziert und vertreibt Steckverbindungssysteme zur Übertragung von Leistung, Signalen und Daten. Das bedeutet: Hier wird Metall bearbeitet, mit Maschinen und per Hand, auf den Tausendstel Millimeter genau.

Fünf Ausbildungsberufe kennengelernt

Ein Porträt-Foto von Theresa Drjupin

Theresa Drjupin

Foto: Privat

Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Schnuppermöglichkeiten. „Am Girls' Day haben wir unter anderem einen Würfel aus Aluminium gefertigt, das hat mir großen Spaß gemacht“, erzählt Theresa Drjupin. Später hat sie mit ihrer Familie noch den Tag der Ausbildung besucht. Allein im technischen Bereich gibt es sieben Ausbildungsberufe, vom Werkzeugmechaniker bis zum Technischen Produktdesigner.

„Das Schülerbetriebspraktikum ist so aufgebaut, dass man fünf Ausbildungsberufe näher kennenlernt“, erklärt sie. „Man bekommt erst einmal vieles erklärt, darf das dann aber gleich an der Werkbank oder Maschine ausprobieren.“ Die Schüler biegen Draht, arbeiten mit der Handblechschere, fertigen unter anderem ein Solitärspiel, bohren und drehen Metall, bearbeiten mit einem Sandstrahler Oberflächen oder beschriften Werkstücke mit einem Laser. „Wir haben auch gezeigt bekommen, wie die computergesteuerten Bearbeitungszentren programmiert werden und wie man die Werkzeuge an den Maschinen umbaut. Auch die Galvanik, in der Bauteile beschichtet werden, haben wir gesehen. Aber aus Sicherheitsgründen kann man da als Schüler wenig machen“.

Vom Praktikum zur Ausbildung

Ihr Favorit war eindeutig der Beruf Werkzeugmechaniker: „Jedes neue Steckverbinderteil braucht eine Form oder eine Fertigungsvorrichtung. Die werden von Werkzeugmechanikern gefertigt. Es ist abwechslungsreich, weil man sowohl dreht, fräst als auch schleift. Man hat zwar eine technische Zeichnung, muss aber immer wieder überlegen, mit welchem Lösungsansatz die Form am besten umzusetzen ist“, erklärt Theresa Drjupin. Ohne das Praktikum wäre sie wohl kaum auf diesen Ausbildungsberuf gekommen, noch hätte sie gewusst, was genau der Unterschied zwischen einem Zerspanungs- und einem Werkzeugmechaniker ist.

Nicht nur mit Blick auf die Berufe war das Praktikum für sie hilfreich: „Man weiß am Ende auch, ob man sich in dem Unternehmen wohlfühlt.“ Beworben hat sich die 23-Jährige mit ihrem Jahreszeugnis der elften Klasse. In den Sommerferien nahm sie an einem Einstellungstest teil, konnte sogar noch einmal Probearbeiten, um sich wirklich sicher zu sein. Kürzlich hat sie die dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen und bei ODU berufsbegleitend ein Maschinenbaustudium aufgenommen.

abi>> 23.02.2016