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Welches Ressort darf’s denn sein?

Eine Auswahl an Tageszeitungen. Foto: Martin Rehm
Es rauscht so schön im Blätterwald: Tageszeitungen sind für viele Journalisten ein spannendes Tätigkeitsfeld.
Foto: Martin Rehm

Volontärin

Welches Ressort darf’s denn sein?

Bei der „taz“ in Berlin ticken die Uhren ein wenig anders: Strikte Hierarchien sucht man in der Redaktion der alternativen Berliner Tageszeitung vergeblich. Für Hanna Voß der perfekte Platz, um die Möglichkeiten des Journalismus kennenzulernen. Seit gut einem Jahr absolviert die 27-Jährige ein Volontariat beim junggebliebenen Blatt.

„Es ging hier sofort los“, erzählt Hanna Voß. „Normalerweise gibt es am allerersten Tag eine technische Einweisung, aber die musste ich nicht machen, weil ich das Redaktionssystem schon von einem Praktikum her kannte. Am dritten Tag habe ich bereits den Haupttext für die Wirtschaftsredaktion geschrieben.“

Das Ressort „Ökologie und Wirtschaft“ (Öwi) war die erste Station der Journalistik-Absolventin bei der „taz“. „Ich durchlaufe mehrere Fachressorts, in der Regel für jeweils zwei Monate. Das Berlin- und das Online-Ressort sind ein Muss, die anderen Stationen kann ich mir aussuchen.“

Konferenzen und Recherche

Ein Porträt-Foto von Hanna Voß.

Hanna Voß

Foto: privat

Den Start in den Arbeitstag bildet die Themenkonferenz um 9:15 Uhr im jeweiligen Ressort: „Dort besprechen wir die relevanten Punkte des Tages“, erzählt die 27-Jährige. Darauf folgt eine große Konferenz mit Vertretern aller Ressorts. „Wir tauschen uns aus, welches die wichtigen Themen sind, welche prominent platziert und welche kommentiert werden.“ Danach schreibt und recherchiert Hanna Voß ihre Texte, hilft in der Redaktion, tätigt Anrufe oder geht auf Termine. Oder sie hat Zeit, sich um längere Recherchen zu kümmern, denn am liebsten schreibt sie Porträts und Reportagen.

„Jedes Ressort hat in der Regel zwei bis drei Seiten in der Zeitung“, berichtet die Journalistin. „Am frühen bis späten Nachmittag müssen die Seiten fertig werden. Nach der Korrektur gehen sie ins Layout und schließlich in den Druck.“ Feierabend hat sie in der Regel zwischen 17:30 und 18 Uhr.

„Ich wollte unbedingt zur taz“

Die gebürtige Dortmunderin hat bereits während ihrer Schulzeit ein Praktikum bei der Lokalzeitung „Westfälische Rundschau“ gemacht. Parallel zum Studium der Politikwissenschaften an der Uni Duisburg folgten weitere Praktika, darunter eines im Online-Ressort der Berliner Tageszeitung. Von da an war ihr klar, wo sie hinwollte: „Die ‚taz‘ bietet unheimlich viele Möglichkeiten. Es gibt keine strikten Hierarchien, und niemand muss etwas zu einem Thema schreiben, wenn er sich damit nicht wohl fühlt“, erläutert sie. Vor allem die Haltung, die hinter allem steht, überzeugt Hanna Voß: „Die Zeitung gibt den Menschen eine Stimme, die sonst keine haben.“

Am liebsten als politische Journalistin arbeiten

Von Dortmund aus schrieb Hanna Voß weiter für die „taz“. Um dort aber wirklich Fuß fassen zu können, musste sie ein Volontariat machen. Darunter versteht man im weiteren Sinne die Vorbereitung für die Arbeit als Redakteurin. Eines der „taz“-Volontariate findet in Kooperation mit dem Studiengang Journalistik der Universität Leipzig statt. Also begann sie, dort den Master für Journalistik zu machen.

Für das Volontariat musste sie sich direkt bei der Zeitung bewerben: „Es war eine klassische Bewerbung mit Lebenslauf, Anschreiben und Motivationsschreiben. Ich musste beschreiben, warum ich unbedingt dorthin wollte, und dafür hatte ich viele Gründe. Und ich hatte auch sehr, sehr viele Arbeitsproben“, erinnert sie sich.

Ihre Bewerbung hat überzeugt. Nun liegt bereits die Hälfte ihres „Volos“ hinter ihr, was Hanna Voß bedauert: „Ich genieße meine Zeit hier sehr und würde gerne länger bleiben.“ Ihr Traum ist es deshalb, fest als politische Journalistin zu arbeiten.

abi>> 29.05.2018