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Mit einem Wisch in die Zukunft

Eine Frau steht mit ihrem Tablet in der Hand vor einem Haus.
Mehr als eine Spielerei: Mit Apps lassen sich beispielsweise ganz einfach die Rollos im "Smart Home" steuern.
Foto: Thomas Lohnes

App-Ökonomie

Mit einem Wisch in die Zukunft

Spielen, Nachrichten lesen oder Geld überweisen – Apps für Smartphones und Tablets haben innerhalb weniger Jahre unseren Alltag erobert. Die noch junge App-Branche wächst schnell und sucht ständig Entwickler und andere IT-Spezialisten.

Als Senior Developer leitet Huy Dang (34) App-Entwicklungsprojekte bei der GIMIK Systeme GmbH in Koblenz. „Ich war bereits in der Schule von neuen Technologien begeistert, besonders vom Programmieren“, erzählt er. Deshalb hat er in Vietnam Computer Science an der Technischen Universität in Hanoi studiert, danach Computervisualistik auf Bachelor an der Universität Koblenz-Landau. Seit 2011 arbeitet Huy Dang bei GIMIK.

„Ich habe dort als Werkstudent angefangen“, erzählt er. „Heute leite ich ein achtköpfiges App-Entwickler-Team.“ Er bereitet Projekte vor, kalkuliert sie und legt fest, wer im Team welche Aufgaben bekommt. Manchmal bespricht er sich auch direkt vor Ort mit Kunden. „Wir haben zum Beispiel eine App für einen Messeveranstalter entwickelt, die über das Programm und die Aussteller informiert. Ein anderes Projekt war eine App, mit der man Wohnungen bewerten kann“, sagt der 34-Jährige.

In seinem Beruf müsse man über das eigene Fach hinausdenken, mathematisches Talent besitzen und immer die Lösung eines Problems im Blick behalten. Dazu kommen ein hohes Maß an Flexibilität und eine schnelle Auffassungsgabe – denn die Aufgaben können sich rasch verändern. „Es braucht außerdem eine gute Portion Beharrlichkeit, um anspruchsvolle Projekte zu meistern“, sagt er.

Arbeit in einer Boombranche

Ein Porträt-Bild von Huy Dang

Huy Dang

Foto: Privat

Huy Dang arbeitet in einer Boombranche. Die Umsätze mit mobilen Anwendungen für Smartphones und Tablets haben in den letzten drei Jahren rasant zugenommen, die Zahl der Beschäftigten in der App-Ökonomie steigt stetig. Nach einer Studie des Londoner Marktforschungsinstituts Vision Mobile arbeiteten Anfang 2015 in Deutschland 279.000 Beschäftigte in der App-Ökonomie – davon mehr als 40 Prozent Entwickler in Vollzeit. Daneben bietet die Branche unter anderem Berufschancen in den Bereichen Marketing, Produktmanagement oder Design. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) erwartet für 2015 einen Umsatz der deutschen App-Branche in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, 41 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Wenn man die allgemeinen Arbeitsmarkttrends für IT-Fachleute auf die App-Ökonomie überträgt, können wir derzeit von einer positiven Entwicklung ausgehen“, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). Der Schwerpunkt liegt in der Software-Entwicklung: 659.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der IT-Branche zählte die BA 2014. „Davon hatte jeder Vierte mit Software-Entwicklung zu tun“, erläutert der BA-Experte.

Rasante Entwicklung seit 2007

Ihren Anfang nahm die App-Ökonomie 2007 mit der breiten Markteinführung von Smartphones. „Seitdem werden mobile Apps immer beliebter“, sagt Melina Ex, Vize-Präsidentin des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW). „In kurzer Zeit hat sich ein rasant wachsender Markt und schließlich ein eigenständiger Wirtschaftszweig entwickelt.“ Nach einer „gewissen Orientierungsphase in den ersten Jahren“ beobachtet sie heute einen Trend zu „professionellen, geschäftsrelevanten Apps“, die zum Beispiel nur innerhalb eines Unternehmens zum Einsatz kommen.

Weil sich die mobilen Endgeräte – nicht nur Smartphones und Tablets, sondern auch sogenannte „Wearables“ wie Smartwatches – ständig weiterentwickeln, ist auch die App-Branche dauernd in Bewegung. Erfolg haben laut Melina Ex vor allem Unternehmen, die sich schnell an Marktveränderungen anpassen können. Die Rolle der Software-Entwicklung werde dabei in Zukunft noch wichtiger, erwartet die Expertin. Die Digitalwirtschaft werde in neue Bereiche vorstoßen – etwa in die Automobilbranche, die ihre Fahrzeuge und Bauteile unter dem Stichwort „Connected Cars“ immer stärker vernetzt.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Informatik).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Informatik).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

ACT – The App Association

http://actonline.org

BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

www.bitkom.org

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

www.bvdw.org

Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (bitmi e.V.)

www.bitmi.de

Der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie

www.iuk.fraunhofer.de

Deutscher Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige e.V.

www.dbits.it

Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein

www.diwish.de

eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

www.eco.de

Kompetenzgruppe mobile

https://mobile.eco.de/

Europäischer Branchenverband – Digitaleurope

www.digitaleurope.org

Mobile Marketing Association (MMA)

www.mmaglobal.com 

World Wide Web Consortium (W3C)

www.w3.org

abi>> 10.12.2015

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