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Zinsen, Verträge, Risiken

Junger Mann im Beratungsgespräch mit einer Kundin.
Der Kundenkontakt ist für Bankkaufleute extrem wichtig - selbst wenn immer mehr Bankgeschäfte via Online-Banking abgewickelt werden.
Foto: Martin Rehm

Banken und Versicherungen

Zinsen, Verträge, Risiken

Wer eine Affinität zu Zahlen hat, ist in der Banken- und Versicherungsbranche gut aufgehoben. Das Spektrum der Berufe reicht von Bankkaufleuten und Betriebswirten bis hin zu Wirtschaftsmathematikern.

Zu letztgenannten gehört auch Stefan Hamann. Der 34-Jährige, der sich für den Diplomstudiengang Wirtschaftsmathematik an der Universität Halle-Wittenberg entschied, arbeitet heute in der Abteilung für Kreditrisiko-Management bei der Norddeutschen Landesbank in Hannover. Es ist seine dritte Station nach dem Studium. Das Spezialgebiet des Wirtschaftsmathematikers sind Derivate, also risikobehaftete Finanzinstrumente, deren Preise von der Wertentwicklung anderer Finanzinstrumente, etwa Währungs- und Aktienkursen, abhängen. Wie hoch das Risiko dabei tatsächlich ist, errechnet Stefan Hamann mithilfe komplexer mathematischer Formeln am Computer. „Dabei wird sozusagen virtuell 10.000 Mal gewürfelt. Es sind rein mathematische Modelle, in die keine Prognosen bezogen auf den künftigen Wert der zugrunde liegenden Finanzinstrumente einbezogen werden“, erklärt er.

Im Trend: Online-Banking

Während Stefan Hamann eher im Hintergrund tätig ist, haben die meisten Bankkaufleute Kundenkontakt – auch wenn immer mehr Bankgeschäfte via Internet abgewickelt werden. „Mehr als die Hälfte aller Bankkunden nutzen inzwischen Online-Banking“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. „Die Digitalisierung wird sich auch in unserer Branche als Trend weiter fortsetzen.“ Insgesamt sei die Anzahl der Filialen rückläufig – und das europaweit. „Aber auch wenn viele Kunden Bankgeschäfte wie Überweisungen inzwischen per Internet oder an Selbstbedienungs-Schaltern tätigen, bleibt die Beratung nach wie vor ein wichtiger Bereich – angefangen von der Anlagenberatung über die Vermögensverwaltung bis hin zur Finanzierung“, weiß Tanja Beller. Genug Arbeit für mehr als 645.000 Beschäftigte, die der Bankenverband im Jahr 2013 bei deutschen Kreditinstituten zählte.

Eine Versicherung für jede Lebenslage

Auch in der Versicherungsbranche spielt die Beratung eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft sind in der Branche 533.000 Erwerbstätige beschäftigt. Die meisten Versicherungsverträge werden abgeschlossen, um bei Schäden und Unfällen abgesichert zu sein. „Versicherer sind fest in der Gesellschaft verankert und unverzichtbarer Wegbegleiter im Alltag: egal ob ein neues Haus gebaut wird, ein junger Mensch das erste Mal mit dem eigenen Auto fährt oder ein Mittelständler Waren nach Asienexportiert“, sagt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Abiturienten können sich in der Branche zu Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen mit der Fachrichtung Versicherung ausbilden lassen.

Einige Unternehmen bieten daneben die Möglichkeit zu einem dualen Studium an, so auch die R+V Allgemeine Versicherungs AG in Wiesbaden. „Gute Einstiegschancen haben auch Absolventen mit einem klassischen BWL-Studium oder Absolventen der Mathematik, Wirtschaftsmathematik, Rechtswissenschaften, Informatik oder Wirtschaftsinformatik“, sagt Birgit Morgenroth von der R+V. „Neben den versicherungstechnischen Sparten reichen die Einsatzfelder von Controlling über IT bis hin zu speziellen Bereichen wie der Rückversicherung.“

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abi>> 17.06.2015

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