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Mehr als nur Programmieren

Ein junger Mann zeichnet an einer Tafel ein Schaubild zur Berechnung von Wegen.
Der Studiengang Computermathematik vereint die Bereiche Informatik und Mathematik.
Foto: Peer Förster

IT-Branche

Mehr als nur Programmieren

Keine andere Branche ist so stark von Innovationen geprägt wie die der Informationstechnologie. Sowohl in den IT-Firmen selbst als auch in vielen anderen Unternehmen, die Computerexperten beschäftigen, ist qualifizierter Nachwuchs gefragt.

Lukas Belke mochte in der Schule vor allem die Fächer Mathematik und Informatik. Folglich entschied er sich für ein Studium, das beides vereint: Computermathematik an der RWTH Aachen. „Das Programmieren machte mir schon immer am meisten Spaß, daher habe ich mich nach meinem Abschluss als Softwareentwickler beworben“, erinnert sich der 30-Jährige, der seit 2012 beim Software- und Beratungshaus Thinking Networks in Aachen arbeitet.

Ein Porträt-Foto von Lukas Belke

Lukas Belke

Foto: Privat

Als Entwickler für die Programmiersprache Java erstellt er Software für die Unternehmensplanung, mit der die Kunden zum Beispiel Umsatz, Personalkosten und geplante Investitionen kalkulieren. „In unserem zehnköpfigen Team arbeiten fünf Java-Entwickler. Jeden Morgen treffen wir uns, um zu besprechen, wie wir an anstehende Aufgaben herangehen.“ Den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt Lukas Belke am Computer – aber nicht immer allein: Für direktes Feedback schaut regelmäßig auch ein Kollege auf den Programmcode.

„Außerdem kommunizieren wir viel mit der Testabteilung und klären, welche Tests gemacht werden müssen, um zu prüfen, ob die Software stabil läuft. Und wir prüfen, welche automatischen Tests über Nacht laufen können“, erläutert Lukas Belke. Weil jede Aufgabe anders ist, muss er sich immer wieder in neue Probleme einarbeiten. Logisches Denken ist dabei wichtig, um für jede Anforderung die passende Lösung zu finden. Außerdem ist ständige Weiterbildung für eine Tätigkeit in der schnelllebigen IT-Branche unabdingbar.

Gute Chancen für ausgebildete Fachleute

Ein Porträt-Foto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto. Privat

Der Computermathematiker ist nur einer von 687.000 IT-Fachleuten, die laut den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit 2015 sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren – das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt wurden sowohl Beschäftigte in IT-Firmen als auch in IT-Abteilungen von Unternehmen anderer Wirtschaftszweige. Die Zahl der Akademiker ist sogar um neun Prozent gewachsen, was zeigt: Die Professionalisierung der Branche nimmt zu. „Quereinsteiger ohne entsprechende Ausbildung oder Studium haben in der IT nur noch geringe Chancen“, betont Juliane Petrich, Referentin für Bildungspolitik und Arbeitsmarkt beim Branchenverband Bitkom.

Die Nachfrage nach IT-Fachleuten ist nach wie vor hoch: „Im Jahresdurchschnitt waren 2015 rund 11.000 Stellen für IT-Fachleute bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet – sieben Prozent mehr als 2014“, berichtet Susanne Lindner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. Ein Studium ist für die Bewerbung nicht immer nötig: „Insbesondere die Nachfrage nach nicht-akademischen Fachkräften ist gestiegen“, weiß die Expertin. Die Arbeitslosigkeit in der IT-Branche befindet sich mit einer Quote von etwa drei Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau: „Im Jahresdurchschnitt waren 28.000 Personen arbeitslos gemeldet“, sagt Susanne Lindner.

Generalist oder Spezialist?

Fast jeder dritte Beschäftigte konzipiert, erstellt, installiert, betreut oder erforscht Hard- und Software-Lösungen oder komplexe IT-Systeme. „Typische Berufswege in diesem Feld sind beispielsweise Fachinformatiker/in, Informatiktechniker/in, Informatiker/ in (Hochschule) – allgemeine oder angewandte Informatik oder Wirtschaftsinformatiker/in“, erklärt die Arbeitsmarktexpertin. Jeder Vierte hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt in der Softwareentwicklung und Programmierung. Weitere Aufgaben sind die IT-Systemanalyse, die Beratung von Anwendern oder der Vertrieb von IT-Produkten. Außerdem sind IT-Fachkräfte in den Feldern IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Organisation, IT-System- und Webadministration sowie Datenbankentwicklung und -administration tätig.

Ob sich Studierende mit einem Studium der allgemeinen Informatik eher breit aufstellen oder sich direkt spezialisieren wollen, hängt weitgehend von ihren Vorlieben ab. „Generalisten sind auf jeden Fall gesucht“, ist Juliane Petrich überzeugt, „aber auch Spezialisten sind bei besonderen Fragestellungen gern gesehen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. IT).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. IT).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.

www.bitkom.org

Bundesverband IT-Mittelstand e.V.

www.bitmi.de

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

www.eco.de

abi>> 21.03.2016

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