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„Um lebenslanges Lernen kommt man nicht herum“

Programmiersprache wird auf einem Bildschirm angezeigt.
Programmiersprachen sind in der IT-Branche das A und O.
Foto: Hans-Martin Issler

IT-Branche – Interview

„Um lebenslanges Lernen kommt man nicht herum“

Welche Trends beherrschen die IT-Branche? Und welche Rolle spielen Start-ups? abi>> sprach mit Juliane Petrich, Leiterin Bildung beim IT-Branchenverband Bitkom.

abi>> Welche Trends sehen Sie in der IT-Branche?

Juliane Petrich: Zu den aktuellen Trends gehören Themen wie Virtual Reality, bei der der Nutzer eine digitale 3-D-Welt mit Hilfsmitteln wie einer VR-Brille erlebt. Außerdem Augmented Reality, bei der man als Ergänzung zur realen Welt etwa auf seinem Smartphone oder Tablet Informationen eingeblendet bekommt. Ein weiteres Thema ist die künstliche Intelligenz, deren Weiterentwicklung auch in der Politik ganz oben angesiedelt ist. Auch Blockchain spielt eine immer wichtigere Rolle. Das sind Datensätze, die durch kryptographische Verfahren miteinander verkettet sind.

abi>> Was bedeuten diese Trends für die Berufseinsteiger? Können sie sich schon in Ausbildung oder Studium auf solche Themen vorbereiten?

Ein Porträt-Foto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto: Till Budde / Bitkom e.V.

Juliane Petrich: Zum Teil lernen sie den Umgang mit neuen Technologien in der Praxis kennen. Aber es gibt auch Masterstudiengänge, die sich mit Themen wie künstliche Intelligenz oder auch Big Data beschäftigen, dem Umgang mit großen Datenmengen. Ich würde empfehlen, sich im Grundstudium erst einmal gründlich mit der Informatik auseinanderzusetzen und sich dann im Masterstudium zu spezialisieren. Als IT-Experte kommt man trotzdem um lebenslanges Lernen nicht herum. Wir wissen heute ja noch gar nicht, welche Technologien noch auf uns zukommen werden.

abi>> Wie wichtig sind Start-ups für die IT-Branche?

Juliane Petrich: Start-ups sind in Deutschland ein gewachsener und bedeutender Bereich innerhalb der IT-Branche. Allerdings sind diese jungen Unternehmen ganz besonders vom erhöhten IT-Fachkräftebedarf betroffen, denn sie konkurrieren bei der Nachwuchssuche nicht mehr nur mit den großen Konzernen, sondern auch mit Unternehmen aller anderen Branchen, die für ihre Digitalisierung ebenfalls IT-Fachkräfte suchen. Mit hohen Gehältern, wie sie große Unternehmen in der Regel bieten, können Start-ups einfach nicht mithalten.

abi>> Würden Sie jungen Leuten mit einer guten IT-Idee trotzdem raten, sich selbstständig zu machen?

Juliane Petrich: Auf jeden Fall. Es ist heutzutage leichter geworden, ein Start-up zu gründen. Die Politik fördert das Thema Start-ups zum Beispiel mit dem EXIST-Gründerstipendium. Auch Hochschulen greifen immer öfter das Thema auf. Der Vorteil an einer Gründung während des Studiums ist: Man kann sich mit anderen Studierenden zusammenschließen und seine Ideen umsetzen. Manche Hochschulen bieten Gründerabteilungen an, die den Studierenden die notwendigen Fähigkeiten für eine Gründung vermitteln, etwa das Wissen dazu, wie man einen Businessplan erstellt oder seine Ideen überzeugend präsentiert.

abi>> 16.07.2018

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