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Gegessen und getrunken wird immer

Verschiedene Getränke stehen im Regal eines Supermarktes.
Von Getränken, Gewürzen bis zum Süßigkeitenregal: im Supermarkt hat jede Ware seinen Platz.
Foto: Isabella Fischer

Lebensmittelbranche

Gegessen und getrunken wird immer

Von der dualen Ausbildung zum Handelsfachwirt bis zum Studium in Lebensmitteltechnologie: Die Lebensmittelbranche bietet vielfältige Berufsmöglichkeiten für Abiturienten und Hochschulabsolventen. Die Zahl der freien Stellen ist zuletzt gestiegen – und wird dies nach Expertenmeinung weiter tun.

Nach dem Abi entschied sich Frederik Lüders (26) für eine Abiturientenausbildung zum Handelsfachwirt mit integriertem Ausbildungsgang Kaufmann im Einzelhandel. Dabei lernte er in seinem Ausbildungsbetrieb, einer Edeka-Filiale in Wilhelmshaven, zunächst alle Bereiche vom Verkauf über Marketing bis hin zum Umgang mit Kunden kennen. Nach eineinhalb Jahren und dem Abschluss als Einzelhandelskaufmann folgte die Weiterbildung zum Handelsfachwirt, in dem es vor allem um Betriebswirtschaftslehre und Personalführung ging.

Ein Porträt-Foto von Frederik Lüders

Frederik Lüders

Foto: Privat

Die Mühe hat sich gelohnt: Seit Anfang 2014 leitet Frederik Lüders den Edeka-Markt im niedersächsischen Wiefelstede. „Ich habe den Standort hier mit aufbauen dürfen“, sagt er. An seinem Beruf schätzt er besonders die Abwechslung: „Kein Tag ist wie der andere. Das macht es unglaublich interessant.“ Neben dem täglichen Warengeschäft, das von der Bestellung der Waren bis hin zu ihrer Präsentation im Markt reicht, fallen unter anderem auch Mitarbeiterführung und Prozesssteuerung in seinen Aufgabenbereich. Als Ausbildungsleiter betreut er zudem den Nachwuchs.

Mehr Akademiker in der Branche

Mit 656.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehört die Lebensmittelbranche (inklusive Getränkeindustrie) laut Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit zu den vier größten Industriezweigen in Deutschland. Der Anteil der Beschäftigten mit akademischer Ausbildung darin nimmt zu, liegt mit aktuell vier Prozent aber unter dem Durchschnitt für alle Beschäftigten (14 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen mit Berufen in der Lebensmittel- und Genussmittelherstellung hat zuletzt abgenommen (2015 gegenüber 2014 um -3,7 Prozent auf 24.700), während die Zahl der gemeldeten Stellen in diesem Bereich anstieg (+19,7 Prozent auf 8.100). Für Lebensmitteltechnologen und Lebensmittelchemiker ist der Arbeitsmarkt derzeit aber eher schwierig. Zwar bewegt sich die Zahl der Arbeitslosen hier auf niedrigem Niveau. Beide Berufe haben aber eine für Akademiker hohe Arbeitslosenquote von über sechs beziehungsweise über sieben Prozent, da es insgesamt vergleichsweise wenig beschäftigte Lebensmitteltechnologen und
-chemiker gibt.

Ein interessantes Feld ist die Branche auch für Abiturienten, die eine Ausbildung machen möchten. In den Ausbildungen zum Bäcker und Fleischer sind sie zwar kaum vertreten, wohl aber bei den Konditoren, wie Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit, berichtet: „Jeder vierte neue Ausbildungsvertrag wurde hier von einem Abiturienten abgeschlossen. Bei Fachkräften für Lebensmitteltechnik war es gut jeder fünfte Ausbildungsvertrag.“

Gut qualifiziert in die Zukunft

Nach Einschätzung von Valerie Holsboer, Geschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss, ist die Lebensmittelbranche ein „Berufsfeld mit Zukunft“. Grundsätzlich empfiehlt sie Abiturienten, eine duale Ausbildung oder ein Studium nach ihrem Interessensgebiet
auszuwählen – etwa Chemie, BWL, Jura, Ernährungswissenschaften oder Vertrieb – und schon währenddessen eine Schnittstelle zur Lebensmittelbranche zu suchen, etwa durch eine Schwerpunktsetzung im Studium. „Ein großer Vorteil in der Lebensmittelbranche ist, dass es Unternehmen in allen Größen und über ganz Deutschland verteilt gibt“, sagt Valerie Holsboer. „Daher kann jeder nach individuellen Vorlieben entscheiden, ob er eher in einer Großstadt oder auf dem Land, in einem internationalen Konzern oder einem kleinen Unternehmen arbeiten möchte.“ Aufgrund der derzeitigen Altersstruktur in Unternehmen der Branche rechnet sie damit, dass in fünf bis zehn Jahren viele Stellen in der Lebensmittelbranche frei werden, für die „gut qualifizierte spezialisierte Nachfolger“ gesucht werden, so Valerie Holsboer.

Naturwissenschaftliches Interesse von Vorteil

Neben einer kombinierten Aus- und Fortbildung bietet die Lebensmittelbranche auch zahlreiche andere Ausbildungs- und Studienberufe für Abiturienten und Hochschulabsolventen (siehe auch die Übersicht Berufs- und Arbeitsfelder „Berufe in der Lebensmittelbranche“). „Besonders geeignet ist dieser Wirtschaftszweig sicherlich für Schüler mit naturwissenschaftlichem Interesse, da es für sie ein breites Einsatzfeld gibt. Sie können beispielsweise im Bereich Neuentwicklung, Herstellung, Produktsicherheit, Qualitätsmanagement oder auch Marketing arbeiten“, sagt Gisela Späth, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Limburg-Wetzlar.

Wer in dieser Branche Karriere machen möchte, kann etwa Lebensmittelchemie oder im Bereich Wirtschaft BWL – Food Management an studieren. Auch ein duales Studium in Lebensmittel- und Verpackungstechnologie ist möglich. Wer lieber eine Ausbildung machen möchte, für den könnte laut Gisela Späth eine schulische Ausbildung zum Lebensmitteltechnischen Assistenten interessant sein.

 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte z. B. Lebensmittel, Ernährung).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchworte z. B. Lebensmittel, Ernährung).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Bietet Informationen
zur Ernährungsberatung sowie Ergebnisse ernährungswissenschaftlicher Forschung.
www.dge.de

Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie

Interessenverband der Fachverbände und Unternehmen der Ernährungsindustrie
www.bve-online.de

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Portal mit Informationen zu aktuellen Regelungen und Informationen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft
www.bmel.de

abi>> 12.05.2016

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