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Wohin soll die Reise gehen?

Smartphone, bei dem eine Reise-App geöffnet ist, liegt auf einer Landkarte.
Die Digitalisierung spielt auch in der Touristikbranche eine große Rolle: Onlineangebote und -buchungen sind mittlerweile die Norm.
Foto: Martin Rehm

Reise & Touristik

Wohin soll die Reise gehen?

Es gilt nach wie vor: Deutschland ist ein beliebtes Reiseland und auch die Deutschen selbst reisen mit Begeisterung um den Globus. Nichtsdestotrotz müssen die Fachleute der Reise- und Touristikbranche derzeit viele Veränderungen und Herausforderungen meistern. Dazu zählen mehr Onlineangebote und -buchungen, überfüllte Touristenattraktionen und veränderte Kundenansprüche.

Das Leben in den Weltmeeren erkunden, ohne nasse Füße zu bekommen – das können die Tages- und Feriengäste im Ozeaneum in Stralsund. Unter einem Dach tummeln sich zahlreiche Arten aus Ostsee, Atlantik und Co. In einem riesigen Aquarium mit 2,6 Millionen Litern Wasser, das sich auf zwei Ebenen erstreckt, schwimmen Haie, Rochen und Schwarmfische um ein Schiffswrack. Auf der Dachterrasse leben Humboldtpinguine. Und neben anderen Meeresgiganten hängt das Modell eines 26 Meter langen Blauwals von der Decke. Keine Frage: Das Ozeaneum ist ein Besuchermagnet.

Ein Porträt-Foto von Sandra Stahnke

Sandra Stahnke

Foto: Romy Kiebel

Hier arbeiten Aquaristen, Techniker, Wissenschaftler, Taucher, Museumspädagogen, Service- und Verwaltungsmitarbeiter sowie Marketingleute. Zu ihnen gehört Sandra Stahnke, die für Gruppenreservierungen und Vertriebsaufgaben zuständig ist. „Da sich das Museum selbst finanzieren muss, brauchen wir die vielen Besucher“, erzählt sie. Um neue Gäste zu gewinnen, muss die 34-Jährige das Museum nach außen bewerben und bekannt machen. Seit fünf Jahren kümmert sie sich deshalb um Gruppenreservierungen, berät Gäste dazu, welche Führung am besten passt oder klärt, ob besondere Kriterien wie Barrierefreiheit eine Rolle spielen. Sie präsentiert zudem das Haus auf Messen, pflegt den Kontakt zu Hotels, Reiseveranstaltern und anderen Ticketverkaufsstellen und informiert Vertriebspartner über Jahresthemen, Veranstaltungen und sonstige Neuigkeiten.

Studiert hat Sandra Stahnke an der Hochschule Stralsund „Leisure and Tourism Management“. Das englischsprachige Studium dauert acht Semester, beinhaltet ein 21-wöchiges Praktikum und kombiniert wirtschaftliche und tourismusrelevante Themen. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als Marketingassistentin in einem Vier-Sterne-Hotel in der Region, bevor sie ins Ozeaneum wechselte.

Kreuzfahrten und Nachhaltigkeit

Ein Porträt-Foto von Nicole von Stockert

Nicole von Stockert

Foto: privat

Nicht nur die Ostsee samt Ozeaneum erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit: „Kreuzfahrten liegen seit Jahren im Trend“, erzählt Nicole von Stockert, Pressesprecherin des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Gefragt sind zudem Wellness- und Gesundheitsreisen. Auch nachhaltiges und bewusstes Reisen spielen zunehmend eine Rolle: „Es gibt Kunden, die klimabewusster reisen möchten oder nach Alternativen zu klassischen Pauschalreisen suchen. Anderen geht es um Entschleunigung und zum Beispiel um eine kleine Flucht aus dem digitalen Alltag im Hotel ohne Netzzugang.“

Eine Herausforderung im Tourismusmarketing ist die Frage, wie Touristenströme besser gesteuert werden können: „Die Innenstädte von Barcelona und Venedig, aber auch von kleineren Städten wie Passau sind zeitweise total überlaufen. Hier könnten zum Beispiel Apps helfen, die Touristenströme räumlich oder zeitlich besser zu streuen“, erläutert sie. Überhaupt biete die Digitalisierung viele Möglichkeiten, neue Produkte in der Tourismusbranche zu platzieren. „Deshalb vergeben wir vom BTW seit 2018 einen Preis für innovative Start-ups. Das ist übrigens auch ein Bereich, der spannende Jobmöglichkeiten bietet“, weiß die Expertin.

Klassiker: Tourismuskaufleute

Laut dem BTW arbeiten rund 2,9 Millionen Beschäftigte in der deutschen Reise- und Tourismusbranche. Sie sind in Reisebüros und bei -veranstaltern, an Flughäfen und bei Fluggesellschaften, bei der Bahn, Reedereien und Reisebusunternehmen, in Restaurants, Hotels oder Event-Locations bis hin zu Tourismusmarketing-Agenturen, Reiseversicherungen und Duty Free Shops tätig. So heterogen die Branche ist, so vielfältig sind die Berufe (siehe Interview „Den Urlaub zum Beruf machen“).

In Deutschland gibt es rund 2.500 Reiseveranstalter. Mitte 2017 arbeiteten gut 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern, davon waren die Hälfte Tourismuskaufleute. Diese Ausbildung ist besonders bei Abiturienten beliebt – laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurden 2016 über zwei Drittel der Ausbildungsplätze in diesem Bereich von Abiturienten abgeschlossen.

Beschäftigung in Hotels auf Wachstumskurs

Während die Experten die Arbeitsmarktlage für Tourismuskaufleute als gut bezeichnen, gestaltet sich der Stellenmarkt für Reiseleiter und Fremdenführer schwieriger. „Allerdings sind hier auch viele selbstständig“, sagt Arbeitsmarktexpertin Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Im Bereich Hotellerie ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen fünf Jahren um 13 Prozent gestiegen – stärker als in allen anderen Branchen. Mitte 2017 waren insgesamt 275.000 Menschen in Hotels beschäftigt. „Neben branchentypischen Berufen wie Hotelkauf- und Hotelfachleute werden vor allem ausgebildete Fachkräfte beschäftigt“, erklärt Ilona Mirtschin. Laut BIBB hatte 2016 etwa die Hälfte der Auszubildenden zur/m Hotelkaufmann/-frau Abitur. Insgesamt profitiert der Arbeitsmarkt davon, dass Deutschland als Reiseland seit Jahren immer beliebter wird – von der Ostsee bis zu den Alpen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter: z. B. Reise, Touristik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter: z. B. Reise, Touristik).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld Tourismus und Freizeitwirtschaft.
berufsfeld-info.de/abi

Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V.

www.btw.de

Die Reisewirtschaft

www.drv.de

abi>> 14.01.2019

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