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Ein Beruf mit Zukunft

Handydisplay, in dem ein Spiel läuft, bei dem eine Stadt gebaut wird.
E-Sportler treten in der Regel in Clans auf und werden von eigenen Managern organisiert. Ein Beruf mit Zukunf, ist Niklas Timmerman überzeugt.
Foto: Sonja Brüggemann

E-Sport-Manager – Interview

Ein Beruf mit Zukunft

Dota2, League of Legends oder Counter-Strike (CS:GO) – weltweit spielen immer mehr Menschen beruflich Videospiele. Sie schließen sich zu sogenannten Clans zusammen und treten gegen andere Mannschaften an. Organisiert werden sie von E-Sport-Managern, eine Tätigkeit mit Zukunft, wie Niklas Timmermann, 1. Vizepräsident des eSport-Bund Deutschlands e.V. findet.

abi>> Herr Timmermann, was sind die typischen Aufgaben eines E-Sport-Managers?

Niklas Timmermann: Die Aufgaben hängen vom Betätigungsfeld des Managers ab: Man unterscheidet zwischen Team-Management und dem General-Management. Das Team-Management kümmert sich um Zeitpläne, Reiseplanungen und die Wünsche der Spieler. Das General-Management hat das große Ganze im Blick. Es akquiriert Sponsoren oder kümmert sich um Verwaltungstätigkeiten. Diese Aufteilung findet sich auch im Bereich der Wettkampfanbieter.

abi>> Wo arbeiten E-Sport-Manager eigentlich?

Porträt von Niklas Timmermann

Niklas Timmermann

Foto: privat

Niklas Timmermann: Zu den Arbeitgebern gehören zum Beispiel Ligabetreiber, auf den Sportbetrieb ausgerichtete Profiteams oder Fußballvereine. Auch Wirtschaftsunternehmen beschäftigen E-Sport-Manager, zum Beispiel wenn sie ein eigenes Werksteam haben. In diesen Fällen übernimmt beispielsweise ein Vertriebsmanager neben seiner normalen Tätigkeit noch die des E-Sport-Managers.

abi>> Welche Ausbildungs- und Studienwege können in diesen Beruf führen?

Niklas Timmermann: Im Grunde kommt jede akademische Ausbildung infrage. Betriebswirtschaftliche oder juristische Kenntnisse sind allerdings nützlich. Aber auch Ausbildungsberufe, die technisches Know-how vermitteln, können eine gute Grundlage sein. Besonders wichtig ist ein gutes Netzwerk, um auch an interessante Stellen zu gelangen. Die Stellen im E-Sport werden nämlich bisher selten ausgeschrieben. Marktkenntnis ist also ein entscheidender Vorteil. Bewerber sollten zudem fließend Englisch sprechen, da E-Sport vorwiegend in englischer Sprache stattfindet.

abi>> Welche persönlichen Voraussetzungen sind notwendig?

Niklas Timmermann: Da sich die Branche schnell verändert, sollten Bewerber ebenso wandelbar und flexibel wie der Markt sein. E-Sport-Management bedeutet vor allem Arbeiten am Wochenende oder abends – und viel Reisen. Weil man viel mit Menschen zu tun hat, schadet es nicht, ein Gespür für den richtigen Ton in der zwischenmenschlichen Kommunikation zu haben.

abi>> Müssen E-Sport-Manager die Spiele eigentlich selbst auf höchstem Niveau beherrschen?

Niklas Timmermann: Wie auch beim Fußball oder anderen Sportarten, müssen die Manager nicht unbedingt aus dem Profisport kommen. Zwar verschafft man sich Respekt, wenn man die Spiele gut beherrscht. Den kann man sich jedoch auch durch gute Leistungen erarbeiten. Wichtig ist ein generelles Verständnis für die gespielten Titel, da ansonsten die Kommunikation mit den Spielern misslingt.

abi>> Welchen Rat würden Sie Interessenten mitgeben?

Niklas Timmermann: E-Sport-Manager ist keine Tätigkeit, auf die man sich klassisch bewerben kann, weswegen ich ein frühzeitiges „Reinwachsen“ in die Szene empfehle. Bewerber müssen sich im Klaren sein, dass es nur eine geringe Anzahl an Jobs gibt.

abi>> Und wie sieht es mit den Gehältern aus?

Niklas Timmermann: Das hängt sehr stark davon ab, auf welcher Ebene Sie sich bewegen. Im Teambereich kann das Bruttogehalt eines angestellten E-Sport-Managers je nach Position bis zu 3.500 Euro monatlich betragen. Der Bereich der Wettkampfanbieter ist stärker professionalisiert. Dort werden Monatsgehälter zwischen 2.000 und 4.000 Euro bezahlt.

FAQ zum Thema E-Sport >>

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de


studienwahl.de
Im Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit findest du Studiengänge in ganz Deutschland.
www.studienwahl.de


JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.de


E-Sportbund, deutscher Interessensverband zur Förderung von E-Sport
www.esportbund.de

 

Deutsche Games Schulmeisterschaft

www.schulmeisterschaft.de


Wie wird man Profispieler? Ein Erfahrungsbericht.

https://euw.leagueoflegends.com/de/news/esports/esports-editorial/wie-wird-man-profispieler

abi>> 22.03.2018