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Der Mensch im Mittelpunkt

Arbeitskollegen sitzen auf einem Sofa und reden gut gelaunt über ein Prospekt.
Glückliche Mitarbeiter verbreiten nicht nur gute Laune – oft treffen sie auch sorgfältigere und innovativere Entscheidungen.
Foto: Axel Jusseit

Feelgood-Managerin: Hintergrund

Der Mensch im Mittelpunkt

Kreativität, Wissen, Engagement: In der heutigen Arbeitswelt steht der Mensch mit seinen Fähigkeiten und Ideen im Zentrum der Wertschöpfung. Das noch junge Berufsbild des Feelgood-Managers zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu kennen – und dafür zu sorgen, dass sie die Unternehmenskultur aktiv mitgestalten.

Oft sind es junge, dynamische Unternehmen aus der Medien-, Game- oder IT-Branche, die einen sogenannten Feelgood-Manager beschäftigen. Doch ist er nur nettes Beiwerk, mit dem Unternehmen bei gefragten Bewerbern punkten können? Oder gar ein modernerer Begriff für schon existierende Berufe wie Personalentwickler oder Gesundheitsbeauftragter?

Fragt man Monika Kraus-Wildegger, Gründerin des Portals Goodplace, ist er das auf keinen Fall. „Die Arbeitswelt hat sich im letzten Jahrzehnt drastisch verändert und es hat sich ein Wertewandel vollzogen“, erläutert sie. „Die Mitarbeiter von heute leben nach der Devise ‚Arbeitszeit ist Lebenszeit‘, und gerade jüngere Menschen wollen einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen. Der Feelgood-Manager erkennt diesen Bedarf und sorgt mit der Etablierung einer wertschätzenden Firmenkultur dafür, dass die heutigen Bedürfnisse ernst genommen werden.“ Im Gegensatz dazu seien die traditionellen Berufsbilder eher reaktiv-administrativ anstatt präventiv-gestaltend ausgerichtet.

„Corporate Happiness“

Porträt von Monika Kraus-Wildegger

Monika Kraus-Wildegger

Foto: privat

Die Idee, jemanden zu beschäftigen, der bei Mitarbeitern das Gefühl „hier fühle ich mich wohl, hier bin ich richtig“ schafft, ist nicht ganz neu: Sie kommt ursprünglich aus den USA und ist dort unter dem Stichwort „Corporate Happiness“ bekannt. Der Begriff des Feelgood-Managers sei jedoch in Deutschland vor circa sechs Jahren entwickelt worden und unterscheide sich klar von seinem amerikanischen Vorreiter, so Monika Kraus-Wildegger. „Hierzulande steht der Fürsorgeaspekt im Vordergrund – nicht das Ziel, dass der Mitarbeiter möglichst viele Überstunden macht.“ Stattdessen gehe es darum, dass der Feelgood-Manager proaktiv eine selbstverständliche Feedback-, Willkommens- und Wissensaustauschkultur im Unternehmen etabliert. Daher sei auch der für das Berufsbild kursierende Alternativname „Corporate Culture Manager“ treffender.

Win-win-Situation

Die konkreten Tätigkeiten von Feelgood-Managern sind vielseitig. Meist besteht ihre Aufgabe darin, als Schnittstelle zwischen Management und Mitarbeitern zu agieren, durch Umfragen ihre Bedürfnisse kennenzulernen und dafür zu sorgen, dass sie ihr Arbeitsumfeld mitgestalten. Aus dem jeweiligen Bedarf heraus werden dann Maßnahmen und Projekte entwickelt, um die Situation zu verbessern. Beispiele sind das „Mittags-Clubbing“ oder der „Brownbag-Lunch“ – von der Firma gesponserte Events, die Spaß und Wissensaustausch zusammenbringen und Mitarbeiter bewusst in ihrer Kreativität fördern und einbinden. So entsteht nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber ein Mehrwert.

Ein weiterer Grund, der Unternehmen dazu motiviert, Feelgood-Manager einzustellen, ist sicherlich auch die Annahme, dass glückliche Mitarbeiter effizienter arbeiten und seltener krank werden. Tatsächlich weisen verschiedene Studien darauf hin, dass zufriedene Mitarbeiter sorgfältigere, flexiblere und innovativere Entscheidungen treffen.

Wege in den Beruf

Porträt von Thomas Rigotti

Thomas Rigotti

Foto: privat

Einen festgelegten Zugangsweg zum Beruf – etwa über ein Studium oder eine Berufsausbildung – gibt es nicht. Eine gewisse Offenheit, Teamgeist, Motivations- und Begeisterungsfähigkeit sowie Kenntnisse, wie Unternehmen „ticken“, sollten Bewerber jedoch mitbringen. Erfahrungen im Event- und Organisationsbereich, Personalwesen, Konfliktmanagement, Sport und Coaching sind außerdem von Vorteil.

Prof. Dr. Thomas Rigotti, Arbeitspsychologe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, weist allerdings darauf hin, dass es sich bei der Bezeichnung „Feelgood-Manager“ um keinen geschützten Berufstitel handelt. Dementsprechend gebe es keine einheitlichen Standards – weder für die Qualifikation noch für die Ausübung. Wie sich Tätigkeitsfelder und Entlohnung gestalten, sei daher sehr unterschiedlich. „Bewerber sollten genau prüfen, welche Erwartungen ein Unternehmen an einen Feelgood-Manager hat und wie dieser in die Unternehmenshierarchie eingebunden ist.“ Bedenklich stimmen sollte es, wenn die einzige Aufgabe darin bestehe, spaßige Events zu organisieren. Integriert in ein ganzheitliches und strategisches betriebliches Gesundheitsmanagement könne die Arbeit als Feelgood-Manager jedoch eine interessante und vielseitige Tätigkeit sein.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. 

www.kursnet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Frauenhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

www.iao.fraunhofer.de

Profil Feelgood-Manager

https://goodplace.org/wp-content/uploads/2016/01/KAI-Jobprofile_Feelgood-Manager.pdf

abi>> 09.03.2017